18-Jähriger sorgt bei den Erlanger Judoka für Aufsehen

13.9.2017, 15:00 Uhr
18 Jahre alt und schon so stark wie die Großen: Dominik Röder (re.) ist eines der größten Talente der Erlanger Judoka.

18 Jahre alt und schon so stark wie die Großen: Dominik Röder (re.) ist eines der größten Talente der Erlanger Judoka. © Foto: Harald Sippel

Der Start nach der langen Sommerpause beginnt ungünstig, der VfL Sindelfingen holt den ersten Punkt. Den zweiten Kampf dann, Gewichtsklasse bis 60 kg, bestreitet Röder für den TVE. Er bringt den Gegner zu Boden, setzt einen Würgegriff an, aber sein Gegner schützt sich erfolgreich. Zweiter Versuch, diesmal ein Wurf. Röder greift sein Gegenüber, schleudert ihn über Hüfte und Bein zu Boden – und erhält für diesen sauberen Uchi Mata einen Ippon, die höchste mögliche Wertung. Damit gewinnt er den Kampf.

"Wenn der erste Griff sitzt und man erkennt, dass der Gegner nicht übermächtig ist, verschwindet die Angst", beschreibt Röder das Gefühl, wenn er im Wettkampf auf der Matte steht. Der 18-Jährige ist jetzt bereits in der dritten Saison beim TVE. Gerade als der damals 16-Jährige angefangen hatte, in der Bundesliga zu kämpfen, schafften die Erlanger den Aufstieg in die erste Liga – eine kleine Überraschung auch für das Team selbst. Nun ist es anders: Nach dem Abstieg in die zweite Liga planen die Erlanger nun den sofortigen Wiederaufstieg.

Denn das Kräftemessen mit den Kämpfern aus der ersten Liga lohne sich: "Da trifft man nochmal auf ganz andere Leute, von denen man viel lernen kann", sagt Röder. Die Judoka bewegen sich oft schneller und flüssiger, haben mehr Kraft. "Außerdem ziehen die das Tempo nach den ersten paar Minuten nochmal ziemlich an." Weil die Gegner in der Regel älter und erfahrener sind, brauche es eine ausgezeichnete Kondition, um da mitzuhalten.

Was macht am meisten Spaß daran, Wettkämpfe auf diesem Niveau auszutragen? "Dass man sich mit hervorragenden, auch internationalen Kämpfern messen kann", sagt Röder. Um sich ganz dem Judo zu widmen, hat er sich irgendwann dagegen entschieden, seine andere Sportart – Fußball – weiter zu betreiben, zumindest nicht mehr dreimal die Woche zu trainieren. Für beides so viel Zeit aufzuwenden, funktioniere einfach nicht. Hinzu kommt bald das Studium. Und Judo habe genug zu bieten, auf Lehrgängen und Vorbereitungen lernt Röder Sportler aus ganz Deutschland kennen.

Dass bei den Wettkämpfen auch Verletzungen nicht ganz ausbleiben, gehört zum Sport dazu. "Einmal war mein Handgelenk angebrochen." Ein gegnerischer Judoka war drauf gefallen, bemerkt hat Röder die Verletzung aber erst eineinhalb Wochen später, als er das Handgelenk nicht mehr bewegen konnte. Beim Kampf am vergangenen Samstag hatte er vorsichtshalber Tape darum gewickelt – man kann ja nie wissen.

Aber es lief alles glatt, seinen zweiten Kampf entschied Röder mit einem Würger, der zu seinen bevorzugten Griffen zählt. "Es ist nicht so, dass man 5000 verschiedene Techniken hätte", erklärt der Judoka. Schon in der ersten Phase des Kampfes finde ein Griffkampf statt, bei dem es darum geht, sich selbst in eine günstige Position zu bringen und den Gegner für die wenigen Techniken vorzubereiten, die man am besten beherrscht.

Damit ist Röder offenbar sehr erfolgreich, und auch der TVE konnte sich nicht beklagen: Mit 11:3 ging das Erlanger Team aus dem Kampftag als Sieger hervor. Auch die restliche Saison lief bisher gut, an fast allen Kampftagen waren sie erfolgreich, nur Offenbach bezwang den TVE 8:6. Der letzte Heimkampf der Saison findet am 7. Oktober gegen Tabellenführer JSV Speyer statt.

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