Samstag, 07.12.2019

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20 Jahre beim ATP-Challenger: "Ich habe nie gezittert“

Der Journalist Bertram Wagner erlebte sein 20. Turnier in Eckental - 06.11.2019 14:00 Uhr

Bertram Wagner (60) betreut das ATP-Challengerturnier in Eckental seit 20 Jahren. Hobbymäßig spielt er auch selbst Tennis. Eigentlich aber ist er Basketballer, zuletzt war er immer bei Senioren Welt- und Europameisterschaften dabei. © Bertram Wagner


Herr Wagner, nach 20 Jahren: Wird Ihnen nicht langweilig?

Nein, überhaupt nicht. Ich bin genauso euphorisch dabei wie im ersten Jahr.


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Wie kamen Sie dazu?

Beim TC Bamberg habe ich jahrelang die Bundesliga-Berichte geschrieben. Markus Giegold (Turnierinitiator, d. Red.) sprach mich an: "Könntest du mal über mein Turnier schreiben?" Seit drei Jahren fragen sie nicht mehr. Sie gehen davon aus, dass ich weiter mache. Ich hätte nie gedacht, dass es 20 Jahre werden. Doch ich denke nicht daran aufzuhören. Die Herbstferien sind für Eckental geblockt. Es ist eine verrückte Sache. Für das Turnier bin ich schon 16 000 Kilometer gefahren.

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Was sind Ihre Aufgaben vor Ort?

Während der Matches schreibe ich aktuell und liefere auch Bilder, eigentlich an alle Medien. Die Berichte bekommen die Zeitungen im Nürnberger und Bamberger Raum, dazu auch überregionale wie die Süddeutsche Zeitung. Wichtig sind die persönlichen Kontakte mit den Journalisten. Ich kenne alle persönlich. Abschließend gibt es eine Tageszusammenfassung, auch wenn es schon 24 Uhr ist, für den BTV (Bayerischer Tennis-Verband, d. Red.) und die Homepage.

Wie hat sich Ihre Arbeit verändert?

Früher gab es nur die Zeitung, jetzt kann man Spiele im Livestream sehen. Es hat sich verändert. In den ersten Jahren haben wir noch mit Fax gearbeitet und mit den Redakteuren telefoniert. Da musste man Namen wie Gojowczyk buchstabieren, manche fragten auch, wie man Tie-Break schreibt. Das dauerte doppelt, dreimal so lange wie jetzt.


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Ihre Top-Drei Eckental-Momente?

Krawietz. Das ist aber erst durch Paris so besonders geworden.

IAlso erst danach?

Ja. In Eckental hat er mich zuerst nicht so beeindruckt, Andreas Mies und Kevin Krawietz gewannen 2018 eben das Doppel. Doch danach waren sie im Halbfinale in Wimbledon, Sieger in Paris, jetzt in London.

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Nummer zwei und drei?

Dustin Brown mit seiner Rasta-Frisur. Der hat drauf gedonnert. Die Zuschauer sind nur wegen ihm gekommen, er hat immer in einem Camper übernachtet. Ganz emotional und ein ganz heißer Typ war zudem Alexander Waske, Davis-Cup-Spieler. Der hat einfach Stimmung auf den Court gebracht.

Haben Sie immer mitgezittert, wenn eine Fortsetzung des Turniers fraglich war?

Wenn ich ehrlich bin, ich habe nie gezittert. (lacht) Markus Giegold ist so gut vernetzt. Auch wenn ich oft geschrieben habe, dass es auf der Kippe steht

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