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50 Jahre Kulturgruppe Bubenreuth

Gemeinschaft bereichert das Leben der Gemeinde - 24.06.2019 11:00 Uhr

Die Ansiedlung der Schönbacher Geigenbauer (unser Bild zeigt das Geigenbauerdenkmal in Bubenreuth) erweiterte auch das kulturelle und gesellschaftliche Leben in der Gemeinde. © Heinz Reiß


Die Ansiedlung der Schönbacher Geigenbauer erweiterte auch das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Bubenreuth. Neben der Siedlungsgemeinschaft der Schönbacher Geigenbauer als örtliches Wohnungs- und Siedlungswerk der St.- Joseph-Stiftung Bamberg, sahen mehrere ehemalige Schönbacher die Pflege des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in ihrer neuen Heimat als Aufgabe an. So wurde alljährlich im Fasching der "Geigenmacherball" organisiert. Dieser Ball fand anfangs in der "Mörsbergei", beziehungsweise im "Gasthaus zur Post" statt. Nachdem sich dieser Ball immer größerer Beliebtheit erfreute, reichten bald diese Räumlichkeiten nicht mehr aus und der "Geigenmacherball" wurde im Erlanger Redoutensaal abgehalten.

Im Juli 1951 wurde erstmals südwestlich des Gasthauses "Zum Geigenbauer" das Schönbacher Spitalfest in einem Zelt der Erich Brauerei gefeiert. Die Initiatoren sahen sich ab diesem Zeitpunkt veranlasst, auch künftig dieses Fest in Bubenreuth zu feiern. Sowohl die Vorbereitungen der kirchlichen Feierlichkeiten am Eichenplatz als auch die Organisation und Ausrichtung des Festbetriebes in verschiedenen Waldgrundstücken am Rand der Geigenbauersiedlung wurden mit viel Gemeinschaftssinn und in uneigennütziger Weise durchgeführt. Auch die alljährliche Weihnachtsfeier, zu der man sich Weihnachten 1949 erstmals am Eichenplatz zusammenfand, musste vorbereitet und organisiert werden.

Otto Schuh sen., der sich auch durch seine ehrenamtliche Chorleitertätigkeit große Verdienste erwarb, war nach seiner Rückkehr aus französischer Kriegsgefangenschaft 1951 der Motor für die am 6. Juni 1969 gegründete Kulturgruppe. Otto Schuh wurde von vielen Bubenreuther Bürgern unterstützt. Mit Leben erfüllten die neu gegründete Kulturgruppe u. a. Josef Prüller sen., Oswald Kunstmann, Hans Langhammer, Rudi Neudörfer, Karl Beigel, Josef Brandner, Josef Horner sen., Willi Raab, Karl Sandner, Walter Höfner, Herbert Stingl, Walter Erben.

Ein großer Wunsch von Otto Schuh und vieler Instrumentenbauer war die Aufstellung eines Geigenbauerdenkmals inmitten ihrer neuen Heimat. Die Überschüsse aus früheren Veranstaltungen wurden hierfür über Jahre angespart. Anlässlich der 650-Jahr-Feier der Stadterhebung von Schönbach, die auch in Bubenreuth groß gefeiert wurde, war es soweit. Das Denkmal konnte am 6. Juli 1969 enthüllt werden. Die veranschlagten Kosten beliefen sich auf 40 000 DM. Die Stadt Heppenheim und die Gemeinde Bubenreuth, die beide die Patenschaft über die Stadt Schönbach übernahmen, beteiligten sich mit je 6000 DM an den Kosten. Der aus dem Egerland stammende Bildhauer Helmut Lederer verzichtete auf einen Teil seines Honorars. Auch der Verkauf der Festschrift, die 1969 anlässlich der 650-Jahr-Feier herausgegeben wurde, trug zur Finanzierung des Denkmals bei. Zwischenzeitlich wurde die Kulturgruppe ins Vereinsregister beim Amtsgericht eingetragen.

Im Jahre 1979 übergab Otto Schuh aus Altersgründen den Vorsitz an Hermann Frank. Aufgabe der Kulturgruppe war die Pflege, Förderung und Wahrung des fränkischen und Egerländer Kulturgutes. Allein daraus ergaben sich vielfältige Aufgaben und Pflichten für die Vorstandschaft. Regelmäßig wurden jeden Monat alle Bubenreuther Veranstaltungen im Mitteilungsblatt in einem sog. "Veranstaltungskalender" veröffentlicht, welcher bei den Zusammenkünften aller Vorstände der Bubenreuther Vereine und Vereinigungen erstellt wurde.

Erfordernissen der Zeit angepasst

Im Lauf der Jahrzehnte hat sich das "Eigenleben" der Kulturgruppe natürlich ebenso den Erfordernissen der Zeit angepasst wie dies in fast allen anderen Vereinen und Vereinigungen stetig der Fall ist.

So wurde 1975 das Spitalfest mangels eines geeigneten Festplatzes an die Katholische Pfarrei Bubenreuth abgegeben und dorthin verlegt. Dafür kamen neue Aufgaben hinzu. Hermann Frank gründete das wohl bedeutendste Unternehmen der Kulturgruppe – den weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten "Internationalen Musikwettbewerb für Streichquartette und Gitarrenduos". Des weiteren startete die Kulturgruppe das "Sommerfest im Caritas Alten und Pflegeheim", die Trägerschaft für den Senioren-Club, die Wiedereinrichtung des Theater Besucherringes, die Rubrik "Bubenreuther erinnern sich" im Mitteilungsblatt, die Herausgabe des Buches "Bilder aus Bubenreuth", "Mundartabende" in fränkisch und egerländerisch und einen "Fotowettbewerb".

Nach 14 Jahren übergab Hermann Frank am 23. 11. 1993 die Leitung an Klaus Pilhofer. Für den internationalen Musikwettbewerb wurde am 27. 6. 1995 der Kulturförderverein ins Leben gerufen. Dessen Vorsitzender Christian Benker leitete den Verein bis zu seiner Verschmelzung mit dem Verein Bubenreutheum am 23. 9. 2013. Die Vorstandschaft der Kulturgruppe wechselte auf Dieter Fischer und Hermann Herzog. Die neuen Medien und das immer mehr in Anspruch genommene gemeindliche Mitteilungsblatt führten zum Jahresende 2006 zur Auflösung der Kulturgruppe.

Am Wochenende Samstag, 6., und Sonntag, 7. Juli, feiert die Gemeinde Bubenreuth nach vielen Jahren das Spital- und Patronatsfest wieder auf dem Eichenplatz und gedenkt an 70 Jahre Geigenbauersiedlung und 50 Jahre Geigenbauerdenkmal. Die Eröffnung mit Bieranstich erfolgt am Samstag, 6. Juli, um 18 Uhr. Ab 19 Uhr ist Live-Musik mit dem Trio Ray Hautmann. Am Sonntag, 7. Juli, findet um 9.30 Uhr der Festgottesdienst statt. Den anschließenden Frühschoppen begleitet musikalisch die Egerländer Geigenbauerkapelle.

HEINZ REISS

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