Dienstag, 28.01.2020

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A3 bei Erlangen: Lückenschluss vor 55 Jahren

Etappenweise stellten Arbeiter das letzte Teilstück der A 3 in Richtung Würzburg und Frankfurt fertig. - 09.12.2019 13:00 Uhr

Ein Bild vom 30. Juli 1960: Hinter der Autobahn-Einfahrt Tennenlohe zeichnen sich auf einer Strecke von zwölf Kilometern die Fahrbahnen schon deutlich ab, aber es fehlt ihnen noch die Decke. Sie wird schließlich 1961 aufgetragen. © Gertrud Gerardi


Von der Bundesautobahn 3, Frankfurt-Würzburg-Nürnberg-Passau, wurde ein Teilstück zwischen dem Autobahnkreuz Nürnberg bis zur Ausfahrt Tennenlohe bereits 1941 für den Verkehr freigegeben. Damals war die Strecke einspurig angelegt, der zweispurige Ausbau war am 10. Dezember 1959 beendet. Der Weiterbau und damit der Lückenschluss zwischen Frankfurt und Nürnberg war da schon geplant. Er sollte die B 8 entlasten sowie zur verkehrsmäßigen Erschließung Frankens beitragen. Dazu waren auch die Zubringer aus Bamberg, Bayreuth und Schweinfurt von erheblicher Bedeutung. Besser erschlossen werden sollten dadurch die Erholungsgebiete Steigerwald, Spessart und Frankenwald.

Neun Jahre Bauzeit

Mit einem Teilstück von Frankfurt nach Offenbach wurde im Mai 1955 von Norden der Bau vorangetrieben. In Bayern fiel im Jahr 1957 die Entscheidung für die Trasse Dettelbach-Schlüsselfeld-Höchstadt/Aisch-Tennenlohe (Nordlinie). Die Strecke von Frankfurt bis zum Nürnberger Kreuz betrug 232 Kilometer und entstand innerhalb von neun Jahren.

Um den Bau der Autobahn vor Ort zu koordinieren, wurde die Außenstelle Höchstadt eingerichtet. Die Bauleitung für die Planungsstelle nahm dort am 15. Juli 1959 in einem eigenen Gebäude in der Kerschensteiner Straße ihren Betrieb auf.

Die Bauarbeiten machten gute Fortschritte. Der damalige Bundesverkehrsminister Hans-Christoph See-bohm durchtrennte am 17. Juli 1962 um 9.15 Uhr das weiße Band des 24,8 Kilometer langen Autobahnstückes Tennenlohe-Höchstadt/Ost als erstes, neu erstelltes Stück der Autobahn Nürnberg-Würzburg.

Bis zur Fertigstellung wurden 260 000 Kubikmeter Mutterboden abgeschoben und 614 000 Kubikmeter Fahrbahndecken verbaut. In Summe handelte es sich um eineinhalb Millionen Tonnen Baumaterial. Die beiden Fahrbahnen im Abschnitt von der Anschlussstelle Höchstadt-Ost bis zur Anschlussstelle Schlüsselfeld wurden am 19. Dezember 1963 dem Verkehr übergeben. Am 26. November 1964 konnten der Autobahnabschnitt zwischen Schlüsselfeld und Würzburg-Ost sowie der Zubringer Höchstadt-Bamberg mit 20,5 km Länge, die B 505, ihrer Bestimmung übergeben werden.

Der Abschluss der Arbeiten im Jahr 1964 wurde groß gefeiert. Die Reichmannsdorfer Blaskapelle spielte und zwischen den Arbeitern wurde ein Fußballturnier ausgetragen, erinnert sich einer der beteiligten Arbeiter. Die Raststelle Steigerwald hatten er und seine Arbeitsgruppe quasi "nebenbei" vollendet, das heißt Rabatten und Einfassungen gesetzt, sodass danach die Fahrbahn und die Parkflächen geteert beziehungsweise gepflastert werden konnten.

MANFRED WELKER

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