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Absturz am Hetzleser Berg wohl durch menschliches Versagen

Verletzten Piloten geht es laut Vereinschef "den Umständen entsprechend" - 22.06.2019 12:39 Uhr

Die Ursache für den Segelflugabsturz auf dem Hetzleser Berg war vermutlich menschliches Versagen. © NEWS5 / Merzbach


Den beiden Piloten, die bei dem Unfall schwer verletzt wurden, geht es — so Raeder — "den Umständen entsprechend". Sie hätten Wirbelverletzungen erlitten, außerdem Brüche. Aber da alles ausgeheilt werden könne, werden sie nach Auskunft der Ärzte keine bleibenden Schäden davontragen, berichtete Raeder.

Das Unglück ereignete sich bei einer missglückten Seilriss-Übung, die ein 56-jähriger erfahrener Pilot zusammen mit einem 63-jährigen Fluglehrer des Flugsportvereins (der den Flugplatz am Hetzleser Berg betreibt) absolvieren wollte. Was dann nach dem Start genau passierte, darüber kann Raeder "nur spekulieren". Einen technischen Fehler hätten die Ermittlungen nicht festgestellt. Bei der Übung geht es darum, das Segelflugzeug sicher zu landen, wenn bei einem Start mit einer Seilwinde das Seil reißt. Doch das Flugzeug sei dann plötzlich auf die Seite gekippt und aus zirka 30 oder 40 Metern in den Kirschgarten gestürzt. "Da hatte man offensichtlich an Bord falsch reagiert", meinte Raeder.

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Flugzeug-Absturz bei Forchheim: Insassen schwer verletzt

Bei einer missglückten Übung wurden am Freitagabend zwei Insassen eines Segelfliegers schwer verletzt. Das Kleinflugzeug stürzte auf dem Flugplatz Hetzleser Berg ab. Ein Rettungshubschrauber flog die zwei Personen in eine Klinik.


Er war zum Zeitpunkt des Unglücks selbst nicht vor Ort, ließ sich aber von Augenzeugen, darunter einigen Fluglehrern, den Ablauf genau schildern. Nach deren Angaben sei geplant gewesen, geradeaus auf der Asphaltbahn zu landen, "doch da hat der Pilot scheinbar etwas anderes machen wollen, zu früh die Landeklappen ausgefahren und ist dann ziemlich schnell in einer linken Steilkurve abgekippt". Das alles sei in so niedriger Höhe passiert, "dass auch der Fluglehrer keine Chance hatte, dagegen zu steuern."

Glück im Unglück

So krachte das Flugzeug in der Nähe der Landebahn in einen Kirschgarten. Die Bäume hätten dabei — Glück im Unglück — noch einige Energie abgefangen, sonst wären die Piloten möglicherweise noch schwerer verletzt worden. Wenig später kam ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungswagen und Polizei auf den Flugplatz, die beiden Verletzten wurden mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Das Flugzeug vom Typ Twin III im Wert von rund 50 000 Euro erlitt Totalschaden, das Wrack wurde noch in der Nacht auf Samstag geborgen.

Raeder ist schon lange Mitglied des FEN und auch schon etliche Jahre dessen Vorsitzender. Nach seinen Erfahrungen ereignen sich Unglücke mit Sportflugzeugen sehr selten, aber wenn sie passierten, sei das "eben sehr spektakulär". "Wenn man im Auto mal nicht aufpasst, kann es auch scheppern, und hier hat der Pilot offensichtlich auch falsch reagiert, und dann war es zu spät. In dieser geringen Höhe kann man sowieso nichts mehr machen".

Das Thema sei am Freitag das wichtigste Gesprächsthema auf dem Flugplatz. Viele Menschen waren auf dem Platz, als das Unglück passierte, und "wer so etwas erlebt, für den ist es schon eine schwierige Sache", betonte Raeder. Aber seines Wissens nach wird jetzt keiner Angst vorm Fliegen bekommen und sich nicht mehr ins Cockpit setzen. Es müssten aber Lehren daraus gezogen werden. Die Fluglehrer hätten auch sofort allen genau erklärt, wie so etwas passieren und wie man es verhindern könne. Am Wochenende (22./23. Juni) sollte der Flugbetrieb zunächst ganz regulär weitergehen, wurde dann am Samstag jedoch weitgehend eingestellt. Auch am Sonntag wird der Flugbetrieb ruhen. 

Fest im Juli geplant

Der FEN diskutiert derzeit darüber, ob sein Flugplatzfest am 13./14. Juli am Hetzleser Berg trotzdem stattfinden kann. Damit will der Verein sein 111-jähriges Bestehen feiern. Es ist eine Erfolgsgeschichte — und auch eine weitestgehend unfallfreie.

Die Entwicklung des Vereins von den Anfängen mit Ballonfahren und Hangrutschen bis hin zum modernen Leistungs-Segelflug zeigt auch eine Ausstellung, die von Montag, 24. Juni, bis 10. Juli in der Sparkasse Uttenreuth zu sehen ist. Der Eintritt ist frei.

Der Artikel wurde zuletzt am Sonntag,  23. Juni, um 11.14 Uhr aktualisiert.  

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