Corona-Krise

Aktion vor Uni-Klinik in Erlangen für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege

17.6.2021, 12:30 Uhr
 Die örtlichen Mitglieder der Gewerkschaft Ver.di haben vor der „Palmerie“ am Ulmenweg die bundesweite Protestaktion zur Gesundheitsministerkonferenz unterstützt. Sie nannten es „aktive Mittagspause“.

© Klaus-Dieter Schreiter, NN  Die örtlichen Mitglieder der Gewerkschaft Ver.di haben vor der „Palmerie“ am Ulmenweg die bundesweite Protestaktion zur Gesundheitsministerkonferenz unterstützt. Sie nannten es „aktive Mittagspause“.

Sie nannten es „aktive Mittagspause“ und hatten sich vor dem Eingang zur „Palmeria“ am Ulmenweg – das ist das Personalrestaurant der Uniklinik – eingefunden. Auf großen Pappmenschen hatten sie die Ergebnisse eines „Versorgungsbarometers“ dargestellt, bei dem die Beschäftigten im Gesundheitswesen befragt worden waren.

Demnach sagen 30 Prozent, sie könnten nicht ungestört Pause machen, 43 Prozent meinen, die Patienten könnten nach Operationen nicht immer engmaschig überwacht werden, 73 Prozent sagen, die Personalausstattung sei zu gering, und 23 Prozent müssen sogar einen Nebenjob ausüben, um über die Runden zu kommen.

„Diese Lage ist überall ähnlich, auch bei uns in Erlangen“, sagte der Gewerkschaftssekretär für den Bezirk Mittelfranken, Martin Schmalzbauer. Er und seine Mitglieder hatten eine Wäscheleine gespannt und Zettel mit Forderungen dran gehängt, die von den Passanten noch ergänzt werden konnten. Die sollen dann an Gesundheitsminister Jens Spahn geschickt werden.

„Die Beschäftigten messen den Gesundheitsminister nicht daran, wie viele Gesetze er auf den Weg bringt, sondern ob diese wirken und sich ihre Arbeitssituation verbessert“, meint Schmalzbauer. Auch in der Altenpflege bleibe das Problem der vielerorts gezahlten Niedriglöhne und des Personalmangels ungelöst. In der Gesundheitspolitik müsse dringend eine Wende eingeleitet werden. „Dafür machen wir mit bundesweiten Protesten Druck“, sagte Schmalzbauer.