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Alle 25 Bäume sollen bis zur Bergkirchweih fallen

Neues Gutachten könnte für zwei Linden am Entlas Keller einen Aufschub bedeuten - 25.04.2019 20:41 Uhr

Am Entlas Keller versuchen die Wirte Fritz Engelhardt und Vincenz Schiller noch zwei Linden zu retten. © Harald Sippel


Nach heftiger Kritik hat die Stadt Erlangen am Donnerstag noch einmal zu einem Ortstermin auf dem Gelände der Bergkirchweih geladen. Dabei erklärte Christoph Kintopp, der Leiter der Abteilung Stadtgrün, dass trotz eines neuen Gutachtens 25 Bäume gefällt werden.

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Viele Stadträte waren gekommen, Vertreter von Bund Naturschutz und auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung. 25 Bäume sollen am Erlanger Berg gefällt werden - einem Sicherheitsgutachten folgend. Die Arbeiten haben längst begonnen. Die CSU hatte einen sofortigen Stopp der Fällungen gefordert. Der Wirt des Entlas Keller, Fritz Engelhardt, hatte ebenfalls versucht, die Bäume zu retten. Deshalb hat er ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben. Ein Sachverständiger hat am Dienstag zwei Linden untersucht und nach Zugversuchen die Bäume als "ausreichend bruch- und standsicher" eingestuft. Eine Fällung sei nicht notwendig. Die Bäume müssten aber weiterhin kontrolliert werden.

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Der Stadtverwaltung aber reicht das nicht, sie vertraut auf ihre Gutachter. Dass viele Bäume alt sind, ist bereits bekannt, Gutachten aus den Jahren 2009, 2015 und 2018 haben das gezeigt. Experten haben im Dezember 48 Bäume auf dem Bergkirchweih-Gelände als Unsicherheitsfaktor ausgemacht. Erst im Frühjahr, wenn die Knospen treiben, konnte die Stadt über Zugversuche weitere Tests durchführen. Diese ergaben, dass 25 Bäume nicht sicher sind. Erst Mittwochabend war bei Windstärke neun ein großer Ast - allerdings von einem nicht untersuchten Baum unterhalb des Entlas Keller - auf zwei Autos gefallen.

"Haben wir einen Hinweis, dass an einer öffentlichen Straße ein kaputter Baum ist, müssen wir diesen fällen", sagt Oberbürgermeister Florian Janik, "unabhängig vom Festgelände". Christoph Kintopp stellte beim Ortstermin in Aussicht, dass bei den beiden Linden am Entlas Keller zunächst nur die Krone gekürzt und die Fällung auf Herbst verschoben werden könnten.

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Neue, gesunde Bäume sollen die Atmosphäre am Berg erhalten. "Ziel ist, dass wir fünf bis sechs große Bäume und mehrere Jungbäume nachpflanzen", sagt Janik. Bei der diesjährigen Bergkirchweih aber werden zunächst Lücken sein, wo zuvor alte, große Bäume waren. Die Stämme lässt die Stadt Erlangen wegen Naturschutz-Vorlagen im Herbst entfernen.

Noch mehr Wissenswertes über die Bergkirchweih finden Sie auf unserer Facebook-Seite "Der Berg ruft".

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