Montag, 16.12.2019

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Alles ehrenamtlich: Linienrichter beim ATP-Challenger

Julia Lotter hat mit 13 Jahren als Ballmädchen beim Tennisturnier in Eckental begonnen - 04.11.2019 14:00 Uhr

Im House of Sports helfen viele Ehrenamtliche, damit ein ATP-Challengerturnier möglich ist. © Klaus-Dieter Schreiter


Frau Lotter, Sie koordinieren das Linienrichterteam – was heißt das konkret?

Dieses Jahr betreuen wir die Linienrichter zu zweit. Dazu gehört es auch, darauf zu achten, dass immer genügend Linienrichter zur richtigen Zeit am richtigen Platz sind. Die Einteilung erfolgt jeweils am Abend vorher und ist abhängig von der Spielplanansetzung und der Anzahl an Linienrichtern, die für den nächsten Tag zur Verfügung stehen. Ein großer Teil unserer Tätigkeit beginnt aber bereits vor der Turnierwoche mit dem Verschicken der Einladungen an die potenziellen Linienrichter.


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Schulen Sie die Linienrichter auch?

An zwei Sonntagen vor dem Turnier finden auf der Turnieranlage Schulungen statt, die von uns geleitet werden. Dabei vermitteln wir zunächst die Grundregeln des Linienrichterns in der Theorie und anschließend bekommen unsere neuen Schützlinge die Möglichkeit ihr frisch Gelerntes in die Praxis umzusetzen und sich selbst an der Linie auszuprobieren, während ein Tennismatch stattfindet. Der eigentliche Härtetest erfolgt dann aber beim Turnier – durch die zahlreichen Einsätze, die unsere neuen Linienrichter über die Turnierwoche bekommen, sehen wir während der Turnierwoche eine stetige Verbesserung ihrer Leistung, da sie an Erfahrung dazu gewinnen.


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Sind Sie auch am Court und beobachten Ihre Linienrichter, um ihnen dann gegebenenfalls Tipps geben zu können?

Ja, wir versuchen immer wieder unsere Teams bei ihren Einsätzen zu beobachten und zu schauen, wo sich Linienrichter noch verbessern können. Wenn es Fehler sind, die häufiger auftreten, dann besprechen wir diese meist am nächsten Morgen. Sind es individuelle Kleinigkeiten, die verbessert werden können, versuchen wir mit unseren Linienrichtern persönlich zu sprechen.

Julia Lotter


Die Spieler reagieren unterschiedlich: Der eine schaut ungläubig zum Linienrichter, manchmal korrigiert auch der Schiedsrichter – wie verhält man sich dabei am besten?

In der Hinsicht gibt es eine ganz klare Devise für uns Linienrichter: Wir dürfen dem Spieler gegenüber keine Reaktion zeigen. Das heißt, wir versuchen, alles an uns abprallen zu lassen. Wenn Spieler uns ansprechen, verweisen wir an den Schiedsrichter. Wir werden selbst nur tätig, wenn Schimpfwörter gesagt werden – dann geben wir dies an den Schiedsrichter weiter und dieser entscheidet über die weitere Vorgehensweise. Wir versuchen, es immer cool zu sehen und möglichst zu ignorieren.

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Ist es Ihnen schon mal passiert, dass ein Spieler explodiert und wutenbrannt auf Sie zugestürmt ist?

Explodieren habe ich schon viele Spieler auf dem Court gesehen und der ein oder andere Schläger ist dabei auch schon zu Bruch gegangen (lacht). Aber selbst habe ich es noch nicht erlebt, dass ein Spieler auf mich persönlich zugestürmt ist – ich hoffe das bleibt auch so.

INTERVIEW: PHILIPP ROSER

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