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Alles wird teurer: Linke will höhere Netto-Einkommensgrenze bei Erlangen-Pass

Sharon Chaffin
Sharon Chaffin

Redakteurin Erlanger Nachrichten

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19.9.2022, 17:45 Uhr
Mit dem Erlangen Pass sind viele Leistungen günstiger, vom Schwimmbad über den Bus oder auch Kurse in der Volkshochschule (Symbolbild). 

© Friso Gentsch, dpa Mit dem Erlangen Pass sind viele Leistungen günstiger, vom Schwimmbad über den Bus oder auch Kurse in der Volkshochschule (Symbolbild). 

Der Erlangen-Pass ist, wie die Verantwortlichen auch immer betonen, in Erlangen ein Erfolgsmodell: Durch ihn bekommen Erwachsene und auch Kinder aus Familien mit geringem Einkommen mehr Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben. Doch reicht die Bemessungsgrenze angesichts steigender Preise noch aus?

Die Erlanger Linke (Erli) meint nein. Deshalb schlägt die Stadtratsgruppe den "demokratischen Fraktionen im Stadtrat" vor, einen gemeinsamen Antrag zu stellen, um nach dem Vorbild von München die Netto-Einkommensgrenze für den Erlangen-Pass kräftig anzuheben.

Bei Alleinstehenden zum Beispiel auf 1220 Euro, bei Familien entsprechend mehr. Anders als in der Landeshauptstadt will die Stadtratsgruppe aber nach eigenen Angaben Studierende, Auszubildende und Au-Pairs nicht ausgeschlossen sehen.

Mit Erlangen-Pass ins Schwimmbad und in die VHS

Mit dem "Erlangen-Pass" sind viele Leistungen (nicht nur) der Stadt günstiger, vom Schwimmbad über den Bus oder auch Kurse in der Volkshochschule. Das Sozialticket bekommen bisher nur die Empfänger bestimmter Sozialleistungen und freiwilliger Dienste, etwa Empfänger von Arbeitslosengeld II (Hartz IV), von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, von Hilfe zum Lebensunterhalt und Wohngeld sowie Asylbewerber.

Anders beim "München-Pass": Den bekommen auch alle, deren sogenanntes "Nettoäquivalenzeinkommen" unter der "Armutsgefährdungsgrenze" liegt. Das waren in Erlangen 2021 netto 1220 Euro für Alleinstehende. Wegen der explodierenden Preise für Essen und Heizung findet die Erlanger Linke das auch in Erlangen dringend notwendig.

Da sich in München diese Regelung auf breite Mehrheiten stützen könne, halten die Erlanger Linken das laut Mitteilung auch in Erlangen für denkbar, daher regen sie diesem Thema "ganz bewusst" ein gemeinsames Vorgehen über Parteigrenzen hinweg an.

Der Erlangen Pass wurde 2016 eingeführt und sein Angebot laufend erweitert. Inzwischen haben ihn weit mehr als 5000 Menschen.

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