Ausflugsziel: So ecken Freizeitgäste in Kalchreuth an

10.5.2021, 19:30 Uhr
Der Sklavensee bei Kalchreuth ist ein beliebtes Ausflugsziel, doch sehr zum Leidwesen der Angler lassen viele Gäste Müll und Unrat zurück.

Der Sklavensee bei Kalchreuth ist ein beliebtes Ausflugsziel, doch sehr zum Leidwesen der Angler lassen viele Gäste Müll und Unrat zurück. © Klaus-Dieter Schreiter

Der kleine Sportfischer-Verein hat den Sklavensee schon lange als Vereinsgewässer für die Ausübung des Hobbys der Sport-Angelfischerei seiner Mitglieder gepachtet. Die Wiesen auf dem umgebenden Gelände müssen regelmäßig gemäht werden. "Für so einen kleinen Verein wie den unseren ist das eine nicht nur enorme finanzielle Belastung, denn der große Aufwand der anfallenden Pflegearbeiten ist nur durch regelmäßige ehrenamtliche Aktionen der Vereinsmitglieder möglich", sagt Fischer-Vorstand Karlheinz Jäger.

Gerade sind die Kalchreuther Fischer überhaupt nicht mehr so recht glücklich. Denn besonders an schönen Wochenenden bevölkern viele Familien teils rücksichtslos den idyllischen Weiher. Zu viele Menschen für die verhältnismäßig kleine Fläche ignorieren abgesperrte Bereiche, hinterlassen Unrat und Müll verschiedenster Art, darunter auch Nahrungsabfälle. Hinzu kommen an nicht einsehbaren Örtchen menschliche Hinterlassenschaften.

Hinweisschilder besprüht

Die Entsorgung und Aufräumarbeiten sind für die Vereinsmitglieder wenig motivierend. Zudem haben die Fischer am Wochenende kaum Chancen, zum Angeln zu gehen, wenn das Ufer von Ausflüglern in Beschlag genommen ist.

Zuletzt wurden sogar die Hinweisschilder des Fischlehrpfads mit Farbe besprüht und unkenntlich gemacht. Eine Anzeige bei der Polizei brachte bislang keine Aufklärung.

Die Menschenaufläufe werden offenbar durch die Corona-Beschränkungen hervorgerufen. Teil des Problems sei, dass die Gastwirtschaften mit den Biergärten samt Toiletten geschlossen seien, so der Kalchreuther Bürgermeister Herbert Saft. Er appelliert an die Gäste, die Landschaft so zu hinterlassen, wie sie sie vorfinden. Für den Fischer-Vorstand ist die Situation nicht akzeptabel, er verlangt von den Besuchern mehr Anstand und Disziplin, vor allem aber mehr Respekt für die Mühen der Landschaftspflege seiner Ehrenamtlichen.

Papierkörbe und Hundekotstationen

Eine Patentlösung hat Bürgermeister Saft nicht parat, denn Papierkörbe und Hundekotstationen sind aufgestellt und warten nur auf Benutzung. Er hofft, dass sich mit dem Abebben der bedrohlichen Pandemielage, einhergehend mit einer weitgehenden Normalisierung des Lebens, die jetzige Aufregung erledigt. Denn eigentlich ist er ja froh darüber, dass Kalchreuth als Naherholungsort so attraktiv ist.

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