Sonntag, 17.11.2019

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Äußere Brucker Straße in Erlangen wird 20 Wochen gesperrt

Die Erlanger Stadtwerke wollen 2020 eine Fernwärmeleitung verlegen - 19.10.2019 11:00 Uhr

Die Äußere Brucker Straße soll im nächsten Jahr rund 20 Wochen lang komplett gesperrt werden. Weitere zehn Wochen lang wird sie nur halbseitig in Richtung Süden befahrbar sein. © Foto: Klaus-Dieter Schreiter


Auf die Erlanger Autofahrer, und insbesondere auf die im Angergebiet, kommen im nächsten Jahr erhebliche Behinderungen zu: Die Äußere Brucker Straße wird rund 20 Wochen lang komplett gesperrt, weitere zehn Wochen lang wird sie nur halbseitig in Richtung Süden befahrbar sein. Der Grund: Die Erlanger Stadtwerke (ESTW) wollen eine Fernwärmeleitung verlegen.


Chaos rund um die Baustelle in der Drausnickstrasse 


"Das ist keine alltägliche Baustelle", meinte Rolf Bergmann, der bei den ESTW für die Planung der neuen Fernwärmeleitung in der Äußeren Brucker Straße zuständig ist. Er und der Abteilungsleiter für Bau und Betrieb der Rohrnetze, Rainer Mayer, stellten das Projekt während der Sitzung des Stadtteilbeirates Bruck / Anger vor.

Rohre mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern für Vor- und Rücklauf müssten in der Fahrbahn verbuddelt werden, erläuterten sie. Um die jeweils zwölf Meter langen Rohrstücke einbringen zu können, wird ein bis zu 2,50 Meter breiter Graben ausgehoben, der zwei Meter tief sein muss. Damit in dem ersten, rund 600 Meter langen Bauabschnitt sicher gearbeitet werden kann, wird die Äußere Brucker Straße zwischen der Michael-Vogel-Straße und der Straße Am Anger voraussichtlich von Anfang April bis Ende August komplett gesperrt.


Der Plan für die Großbaustelle A3


Da ein Baufeld jeweils rund 200 Meter lang sein wird, werden die Zufahrten zu den Anwesen zumindest Abschnittsweise und in Abstimmung mit der Bauleitung möglich sein. Durchgangsverkehr ist dann allerdings nicht möglich. Nur die Feuerwehr darf im Alarmfall passieren. Der Rettungsdienst könne die Anwesen im Notfall über den Fuß- und Radweg erreichen.

Mit dem zweiten Bauabschnitt zwischen der Straße Am Anger und der Paul-Gossen-Straße soll Anfang September begonnen werden. Das Ende ist für Ende November geplant. Weil der Straßenraum in diesem Abschnitt breiter ist, wird der Verkehr stadtauswärts möglich sein. Um die Bauzeit für beide Abschnitte zu reduzieren, lassen die Stadtwerke zwei Trupps parallel arbeiten.

Wo Umleitungen laufen sollen, ist noch unklar

Wie die notwendigen Umleitungen geführt und der Schleichverkehr aus den Nebenstraßen herausgehalten werden kann, werde mit Verkehrsbehörde und Polizei noch besprochen, sagte Rainer Mayer. Als "großes Thema" bezeichnete er den Busverkehr. Derzeit ist vorgesehen, die über die Äußere Brucker Straße führenden Linien über den Frankenschnellweg umzuleiten. Zusätzlich sollen aus den Wohngebieten heraus Ruftaxis fahren. Allerdings machte Rolf Bergmann deutlich, dass man an der Busplanung noch "basteln" müsse.

Auf die Frage von Stadtteilbeirat Paul Dieter Pömsl, warum überhaupt eine Fernwärmeleitung verlegt werden müsse, erläuterte Mayer: "Wenn die Gewobau nicht konkret wäre, würden wir auch nicht tätig werden". Es sollen aber nicht nur deren Wohnungen an der Ecke Äußere Brucker Straße /Johann-Jürgen-Straße angeschlossen werden, sondern auch das geplante Dawonia-Bauvorhaben (ehemals GBW) an der Isarstraße.

Bilderstrecke zum Thema

Bürgerentscheid zu Erba-Häusern in Erlangen

Die Erba-Siedlung ist in Erlangen das älteste erhaltene Beispiel für den sozialen Wohnungsbau. Die Baumwollspinnerei (später ERBA AG) erbaute die Arbeiterkolonie gegenüber der Fabrik an der Äußeren Brucker Straße, am Erlanger Weg und an der Rheinstraße. Die 14 Mehrfamilienhäuser wurden in den 90er Jahren saniert. In den 30er und 60er Jahren errichtete die ERBA weitere Häuser für Arbeiter und Angestellte an der Äußeren Brucker Straße. Nun sollen die Bürger entscheiden, ob ein Teil der Siedlung saniert oder abgerissen werden soll.


Der Baubereich in der 2006 sanierten Äußeren Brucker Straße soll, so Bergmann, wieder mit dem gleichen Belag hergestellt werden, wie er derzeit aufgebracht ist. Ob dann auch die gesamte Fahrbahnbreite einen neuen Belag erhalten wird, werde mit dem Tiefbauamt noch diskutiert.

KLAUS-DIETER SCHREITER

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