Autobahnkreuz Fürth/Erlangen: Der Plan für die Großbaustelle A3

7.4.2019, 05:55 Uhr
Das Bild zeigt die Sicht auf die Anfahrt aus Richtung Westen (Würzburg): im Vordergrund die neue Brücke der Verbindungsstraße zwischen Bruck und Eltersdorf, im Hintergrund Overfly und Kreuz, Seitlich die neuen, optisch ansprechenden Lärmschutzwände, rechts die zweispurige Überleitung zur A 73 Richtung Nürnberg/Fürth.

Das Bild zeigt die Sicht auf die Anfahrt aus Richtung Westen (Würzburg): im Vordergrund die neue Brücke der Verbindungsstraße zwischen Bruck und Eltersdorf, im Hintergrund Overfly und Kreuz, Seitlich die neuen, optisch ansprechenden Lärmschutzwände, rechts die zweispurige Überleitung zur A 73 Richtung Nürnberg/Fürth. © Grafik: gmp-architekten

Das Bauprojekt am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen ist Teil des sechsstreifigen Ausbaus der A3 zwischen dem Kreuz Biebelried bei Würzburg und Fürth/Erlangen, eines der größten Verkehrsprojekte in Deutschland. Die Autobahndirektion Nordbayern hat bereits vor mehr als zehn Jahren mittels Verkehrsstudien und Prognosen den Erweiterungsbedarf aufgrund der Zunahme der Verkehrsdichte festgestellt. Im Jahr 2015 wurden im Bereich des Autobahnkreuzes und der Anschlussstelle Tennenlohe über 90.000 Kraftfahrzeuge täglich gezählt. Diese Belastung wird nach Prognosen von Verkehrsexperten bis zum Jahr 2025 auf rund 100.000 ansteigen.

18.100 Autos fahren täglich von der A3 auf die A73 nach Erlangen

Neuralgische Punkte sind dabei die jeweils einspurigen Überleitungen von einer Autobahn auf die andere. Am meisten betroffen sind die Verbindungen von der A3 auf die A73 nach Erlangen (18.100 Kfz täglich) und umgekehrt von der A73 von Erlangen kommend auf die A3 in Richtung Regensburg (17.700), gefolgt von der Überfahrt von Würzburg kommend nach Nürnberg (9600).

Die Gesamtgestaltung der derzeitigen Großbaustelle am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen im Überblick.

Die Gesamtgestaltung der derzeitigen Großbaustelle am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen im Überblick. © Grafik: Autobahndirektion Nordbayern

Die Folge: zahlreiche Staus und eine erhebliche Lärmbelastung für die Anwohner. Insbesondere in der Nacht liegen die gemessenen Werte in Teilen Eltersdorfs bereits jetzt deutlich über dem Auslösewert für lärmreduzierende Maßnahmen.

Seit März 2017 laufen nun die umfangreichen Baumaßnahmen, die neben einer neuen Verkehrsführung auch ein vollständig überarbeitetes Lärmschutzkonzept beinhalten.

Bis zu dreizehn Meter hohe Wälle und Lärmschutzwände umschließen das Autobahnkreuz sowie die A 3 und die A 73 auf einer Länge von fast sechs Kilometern. Um dies optisch ansprechend zu gestalten, wurden eigens Studien von Architektur- und Designerbüros herangezogen. Zusätzlich wird auf insgesamt 2,4 Kilometern ein lärmmindernder sogenannter "Flüsterasphalt" aufgebracht.

Die Überleitungen von der A 3 auf die A 73 — sowohl aus Richtung Würzburg als auch Nürnberg — werden verbreitert und sollen dann mit jeweils zwei Fahrstreifen insbesondere in den Stoßzeiten für einen deutlich besseren Verkehrsfluss sorgen.

Eine neue Konstruktion: der Overfly

Fährt man zukünftig von Erlangen in Richtung Regensburg, so wird es am Autobahnkreuz kein Einfädeln und keinen Kreisel mit abermaligem Einfädeln mehr geben. Das klassische Kleeblatt, die symmetrische Geometrie der Autobahnkreuzes hat angesichts der asymmetrischen Verkehrsströme ausgedient. Stattdessen wird eine neue Konstruktion einen fließenden Wechsel ermöglichen: Hier "fliegt" der Autofahrer zukünftig über einen sogenannten "Overfly".

Bereits in Höhe Bruck beginnt rechts die zweispurige Überleitung, die auf einer Brücke in einem eleganten Linksbogen die A 3 überfliegt, um sogleich in den Sinkflug zu gehen und die A 73 in einem sogenannten "Underfly" zu unterqueren, bevor beide Fahrstreifen fließend in das Band der vielen Spuren nach Tennenlohe münden. Die Konstruktion des gebogenen Overflys ist bereits heute deutlich erkennbar.

Gesamtinvestitionen von fast zweihundert Millionen Euro

Fertiggestellt werden soll das Autobahnkreuz in gut zwei Jahren, bis dahin sind die geänderten Verkehrsführungen und zeitlich begrenzten Sperrungen, beispielsweise bei Abrissarbeiten, unvermeidlich. Bei der Autobahndirektion ist man froh, dass die Fahrstreifen zwar verengt, ihre Anzahl aber nicht reduziert werden musste, was noch größere Behinderungen bedeutet hätte. Die Gesamtinvestitionen einschließlich Lärmschutz belaufen sich auf fast zweihundert Millionen Euro und werden größtenteils vom Bund getragen.

Mehr Infos bei der Autobahndirektion Nordbayern unter "Projekte". 

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