Montag, 16.12.2019

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Bald neues Leben in der alten Kirche

Eckenhaider Gotteshaus wird auf Initiative von Regina Wiedner erhalten. Projekt ist auf Spenden angewiesen. - 10.11.2019 08:00 Uhr

Die Initiatorin der Kirchenrenovierung, Regina Wiedner, hat die Fassade selbst in Gelb gestrichen. © Georg Heck


Seit zirka zweieinhalb Jahren ist der Außenputz der Kirche unansehnlich gewesen und immer mehr heruntergebrochen. Das langjährige Dornröschen-Dasein des Gebäudes war der Eckenhaiderin Regina Wiedner schon lange ein Dorn im Auge. "Es ist eine Kirche, nicht irgendein Haus", wie sie sagt, darum hatte sie absolut kein Verständnis, sie weiter dem Verfall preiszugeben.

"Wenn die Kirche weiter herunterkommt, dann lohnt sich irgendwann eine Restaurierung nicht mehr". Dank ihrer Initiative entstand jetzt in der Eckenhaider Kirchenverwaltung der Wille zur Erhaltung des ausgedienten Gotteshauses. Wiedner selbst ist seit sieben Jahren in diesem Gremium und speziell für diese Kirche verantwortlich.

Die rührige Kirchenfrau hat sich viele Gedanken gemacht und zielstrebig mit großer Motivation, Freude und sichtbarem Spaß alles organisiert und angekurbelt. Zuerst wurde ein Gerüst aufgebaut, dann haben Anfang August zwei Maurer die Fassade ordnungsgemäß wiederherstellt. Anschließend hat sie die Farben besorgt und das Gebäude größtenteils eigenhändig gestrichen und in den heutigen Zustand versetzt.

Andreas Hornung, leitender Pfarrer im Seelsorgebereich Eckenhaid, Stöckach-Forth und Weißenohe, laut Regina Wiedner ein Befürworter der Renovierung, war jetzt vor Ort um sich über den aktuellen Stand der Instandsetzung zu informieren. "Hat schon seinen Charme" waren seine ersten Worte vor der Kirche.

Er zeigte sich im Gespräch angetan von der "Rettungsaktion", denn "diese Kirche gehört zur Geschichte der Eckenhaider Katholiken" wie er sich ausdrückte, dabei begrüßte er vor allem den vorbildlichen Tatendrang der Initiatorin.

Pfarrer Andreas Hornung bei der Kircheninspektion zusammen mit Regina Wiedner der Initiatorin. Im Inneren ist noch viel zu tun. © Georg Heck


 Er gab aber auch deutlich zu verstehen, dass dieses Restaurierungsprojekt nur mit privaten Mitteln auf Spendenbasis und am besten mit kirchennahen, ehrenamtlichen, freiwilligen Arbeitskräften zu stemmen ist. Im Bistum und in der Kirchengemeinde ist für diese eigentlich sinnvolle Aktivität kein Budget vorgehalten. Er hofft aber durch die jetzt auffälligen Betriebsamkeit auf ein gesteigertes Interesse der Eckenhaider, ja aller Eckentaler.

Wie Wiedner erklärte wurde auch schon ein zweckgebundenes Spendenkonto, auf dem erfreulicherweise schon Beträge eingegangen sind, angelegt. Dieses Vorhaben brauche ein breites Fundament in der Bevölkerung, dabei ist laut Pfarrer Hornung angedacht, dass sich bald aus einem hoffentlich großen Interessenten-Kreis eine Art Förderverein bildet.

Dieser soll dann alle Chancen für die Unterstützung der Kirchenrenovierung sondieren. Anknüpfungspunkte gebe es genügend, dazu gehöre, Ideen, Expertise, Planung, Machbarkeit und Finanzierung, sowie die dazu unabdinglichen technischen und handwerklichen Möglichkeiten auszuloten.

Die Fassade ist fast fertiggestellt, aktuell wird gerade der Glockenturm eingeblecht, danach geht es vorrangig an die Substanzerhaltung im Kirchenschiff mit den noch vorhandenen Bankreihen und im Altarraum. Der Plan von Regina Wiedner, Gärtnerin von Beruf, ist es, an Fronleichnam 2020 das Gotteshaus in einem vorzeigbaren Zustand zu haben, um für diesen Festtag den Altar seit langer Zeit erstmalig wieder festlich schmücken zu können.

Die alte katholische Kirche Eckenhaid stellt durch ihre Geschichte ein ortsprägendes Gebäude dar. 1935 errichteten die Eckenhaider, damals etwa 200 Einwohner, unter großen Opfern eine Behelfskirche in ihrem Ort. Die kleine Kirche mit 100 Sitzplätzen war eine Filiale von St. Walburga in Kirchröttenbach. 1945 wurde Eckenhaid zur Seelsorgestelle und 1965 zur Pfarrei erhoben.

Erster Pfarrer war Ernst Hame, er war bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2002 einziger Pfarrer dieser Pfarrei. Danach wurde Eckenhaid ab 2003 von der Pfarrei "Kreuzerhöhung" in Forth betreut. Bald konnte die Behelfskirche die katholische Gemeinde kaum mehr aufnehmen. Sie zählte seinerzeit mit Eschenau, Neunhof, Beerbach und Groß-und Kleingeschaidt 1530 Katholiken. Drei Gottesdienste am Sonntagvormittag wurden nötig, damit sich die Gläubigen zur Messfeier versammeln konnten.

So wurde folglich ein dringend notwendiger Kirchenneubau geplant. Am 4. Juni 1972 weihte der Bamberger Erzbischof Josef Schneider das neue Gotteshaus in der Weiherstraße feierlich ein und verlieh ihr das Patronat "Mariä Unbefleckte Empfängnis". Seit dieser Zeit hatte die "Alte Kirche" ausgedient und wurde auch nicht mehr genutzt.

Pfarrer Hornung und Regina Wiedner hoffen natürlich auf ein positives Echo. Was seit August von wenigen Leuten geschaffen wurde ist beachtlich. Nach einer hoffentlich erfolgreichen Sanierung der Kirche muss es natürlich ein Nutzungskonzept geben, der Pfarrer hatte da schnell für die Kirchenseite ein paar Ideen wie Themen- oder Gruppengottesdienste parat.

Die Initiatoren bitten um Spenden bei den Vereinigten Raiffeisenbanken unter dem Kennwort: Alte Kirche BIC: GENODEF1GBF; IBAN: DE04770694610006433251.

GEORG HECK

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