Dienstag, 19.01.2021

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Beendet der Brexit die Partnerschaft Erlangen/Stoke-on-Trent?

Im Sommer Facebook-Gruppe gegründet - 12.01.2021 19:30 Uhr

Die wenigsten wissen es: Superstar Robbie Williams wurde 1974 in Stoke-on-Trent geboren.

11.01.2021 © Hellex Arensbak


Herr Steger, inwieweit hat der Brexit Auswirkungen auf die Städtepartnerschaft zwischen Erlangen und Stoke?

Zunächst einmal weniger als man befürchten könnte. Wir haben ja auch mit Wladimir, wo sogar nach wie vor Visumszwang in beide Richtungen herrscht, einen lebendigen Austausch. Unmittelbare Auswirkungen hat der Brexit aber natürlich auf Fördermöglichkeiten durch EU-Programme, was vor allem auch für den Hochschulbereich durch das Ausscheiden der Briten aus Erasmus gilt. Ein wichtiges Moment ist aber sicher die Psychologie. Der Brexit könnte zu einer Entfremdung führen, was unserem Bemühen um Völkerverständigung aber keinen Abbruch tun darf.

Müssten deshalb gerade jetzt nicht die Kontakte zu den Freunden in Stoke-on-Trent verstärkt werden, um ein endgültiges Abdriften Großbritanniens von der EU entgegenzuwirken?

Absolut einverstanden. Wir backen freilich kleinere Brötchen, betreiben Volksdiplomatie, pflegen den Austausch auf lokaler Ebene, auch und gerade wenn die große Politik getrennte Wege geht. 

Peter Steger

11.01.2021 © André de Geare


Es sind ja längst nicht alle Briten, die aus der EU wollen. Mit den sogenannten Remainers haben wir schon im Sommer eine Facebook-Gruppe gegründet, die ständig neue Ideen entwickelt, und ich bin regelmäßig Gast bei Zoom-Treffen des Anglo-German Clubs von North Staffordshire. Wir lassen also ein Licht für Stoke brennen!

Wie sehen Sie die Zukunft der Städtepartnerschaft Erlangen/Stoke-on-Trent?

In jeder Krise stecken neue Chancen. Aus vielerlei Gründen war die Verbindung seitens Stoke schon in den letzten Jahren nicht mehr so intensiv, wie wir uns das in Erlangen wünschen würden. Aber gerade jetzt spüre ich einen Ruck, noch gebremst durch Corona: Ein Schüleraustausch ist schon vereinbart, wir erwarten spätestens im nächsten Sommer ein Jugendfußballteam zu einem Turnier, eine Kunstausstellung ist in Planung, und wir möchten eine deutsch-englische Leseaktion ins Leben rufen. Die Ideen gehen uns nicht aus, und ich denke, es wird auch bald neue nationale Förderprogramme geben, denn die deutsch-englische Freundschaft ist zu wichtig, um sie am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen.

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