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Beim NZ-Klinikcheck liegt die Uniklinik Erlangen vorn: "Wenn der Blinddarm rebelliert"

20.07.2019 06:00 Uhr

Blinddarm-OP im Nürnberger Nordklinikum: Unter den 27 verglichenen Krankenhäusern erreichten das Universitätsklinikum Erlangen, das Klinikum Neumarkt und das Klinikum Fürth die ersten drei Plätze. © Michael Matejka


Er und sein Team siegten bereits zum dritten Mal in der Kategorie Blinddarm-Operationen. Pro Jahr wird etwa 400 Patienten in der Uni-Klinik Erlangen der Wurmfortsatz des Blinddarms entfernt. 

Prof. Robert Grützmann beruhigt: Vor einer Blinddarm-OP braucht heutzutage niemand mehr Angst zu haben. © Edgar Pfrogner


Doch warum kommt es überhaupt zu einer Blinddarmentzündung? "Das ist so ein bisschen Schicksal, man kann da als Patient selbst nichts dagegen tun. Häufig ist es so, dass Kotsteine, also verhärteter Stuhl, den Wurmfortsatz verstopfen. Dadurch sammelt sich Flüssigkeit – und da dort ja überall Bakterien sind, kann es zu einer Entzündung kommen", sagt Grützmann. 

Für gefährlich hält der Arzt den Eingriff keineswegs: "Der Eingriff ist gar nicht so gefährlich, sondern die Erkrankung ist gefährlich. Man kann sogar daran sterben, wenn der Blinddarm nicht rechtzeitig entfernt wird. Die OP ist sehr sicher, sodass die meisten Patienten den Eingriff gut überstehen – auch aufgrund der Knopflochtechnik, die wir anwenden."

Denn heutzutage wird der Wurmfortsatz meist über kleine Schnitte - laparoskopisch, mittels Knopflochtechnik - entfernt. "Man macht dazu drei Schnitte – einen am Nabel und zwei im Unterbauch. Dann wird der Wurmfortsatz präpariert und abgetrennt", erklärt Grützmann.

Im regionalen Vergleich von 27 Krankenhaus-Standorten im Großraum Nürnberg, die diese Behandlung anbieten, bietet die Uniklinik Erlangen die beste Behandlungsqualität. Auf Platz zwei liegt das Klinikum Nürnberg Nord, auf Platz drei das Klinikum Bamberg - Betriebsstätte am Bruderwald.

Das Ranking

Das sind die besten Kliniken in der Region zum Thema Blinddarmentfernung. © NZ-Infografik


Gesundheitswissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg haben das Ranking aus öffentlich zugänglichen Daten der Kliniken für die gesetzliche Qualitätsmessung, Fallzahlen und Patientenbewertungen erstellt. Auf den weiteren Siegerplätzen in der Spitzenkategorie folgen das Klinikum Nürnberg Süd und das Klinikum Fürth.

"Ziel unserer Projekts ist es, die Versorgungsqualität in der Region insgesamt anzuheben", erklärt PD Dr. Martin Emmert, der verantwortliche Wissenschaftler am Nürnberger Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement. In den USA hätten ähnliche Ranglisten Kliniken zu Verbesserungen anregen können. Auch könnten niedergelassene Ärzte damit ihre Patienten gezielter beraten. Die in Bezug auf Halsschlagader-Eingriffe gerankten Krankenhäuser sehen Sie hier auf der Karte.

Im NZ-Klinikcheck (er geht in diesem Jahr in die vierte Runde) schneiden die Kandidaten bei den betrachteten Behandlungsarten ganz unterschiedlich ab. Große, kleine oder spezialisierte Häuser können im Wechsel punkten. Für Emmert ist das ein wichtiges Ergebnis: "Wir möchten die Menschen dafür sensibilisieren, dass man sich nicht nur generell über ein Krankenhaus informieren sollte, sondern dass es deutliche Unterschiede je nach Fachgebiet geben kann."

Obwohl das Ranking zur Krankenhauswahl beitragen könne, dürfe es nicht die einzige Informationsquelle sein, rät Martin Emmert. "Es ist natürlich weiterhin wichtig, dass Patienten mit ihrem Arzt darüber sprechen und gemeinsam entscheiden."

Der NZ-Klinikcheck-Talk zum Thema "Wie werden unserer Krankenhäuser besser?" findet am 24. Juli um 19 Uhr in der Findelgasse 7-9, in Nürnberg statt. Eintritt: 12 Euro (Zac-Karte: 8 Euro), Karten in den NZ-Geschäftsstellen, Ticketcorner.de, Abendkasse. Der Verkaufserlös geht an den Ambulanten Kinderhospizdienst des Hospiz-Teams Nürnberg e.V. 


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Details, Tabellen und Hintergründe zum Forschungsprojekt Klinikcheck finden Sie hier.

Johanna Köhler/Stephanie Rupp

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