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Belastung durch Zuzug im Landkreis ERH

Beliebtheit des Landkreises hat Folgen für die Umwelt - 16.12.2018 12:00 Uhr

Ein EU-Kompromiss, dass Neuwagen bis 2020 deutlich weniger CO2 in die Luft blasen dürfen, steht wieder auf der Kippe - Branchenprimus Deutschland spielt nicht mit. © Marcus Führer (dpa)


Bei dem Ziel, bis 2030 die Emissionen um 55 Prozent zu senken, habe man freilich mit einem Problem zu kämpfen, dass seine Ursache in einer eigentlich erfreulichen Entwicklung hat: Immer mehr Menschen und Unternehmen ziehen in den Landkreis. Allerdings steigen mit neuen Wohn- und Gewerbegebieten sowie der Zunahme des Verkehrs auch die Beeinträchtigungen für die Umwelt.

Vor allem durch das Umstellen auf Solarenergie konnte bei Gebäuden, die im Besitz von Kommunen sind, die Belastung um zirka 15 Prozent reduziert werden. Viele Privatleute zögerten momentan jedoch bei Investitionen in umweltfreundliche Technologien, auch wenn zahlreiche Bürger die Energieberatung des Landratsamtes nutzten.

Beim Verkehr will der Landkreis den Wechsel von Verbrennungs- zu Elektromotoren vorantreiben. Unter anderem soll das Netz mit Ladestationen dichter, Car-Sharing forciert, öffentliche und private Fuhrparks zum Umstieg animiert und die Möglichkeiten beim öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) untersucht werden.

Wie Landrat Alexander Tritthart informierte, schließen die Ausschreibungen für Fahrzeuge des ÖPNV nun auch Hybridmodelle mit ein. Er wunderte sich, dass vor allem aus Lonnerstadt die Kritik zu hören war, der Kreis kümmere sich zu wenig um den ÖPNV in diesem Gebiet.

Radweg im Schwabachgrund

Gerade dort werde das Angebot jetzt um etwa 600 Prozent verbessert. Mit dem Linienbündel für Ebrach, Lindach und den Weisachgrund erhöht sich die Taktzahl bei den Linien 204, 207, 238, 240, 244/248, 245 und 247 deutlich. Selbst bei kleineren Orten werde im ganzen Kreisgebiet darauf geachtet, dass eine gute Anbindung durch den ÖPNV bestehe.

Innerhalb eines Investitionsprogramms bis 2022 ist auch die Verbesserung des Radwegenetzes geplant. Nach der Verbindung von Uttenreuth nach Marloffstein, die — wie berichtet — vor kurzem eingeweiht wurde, bildet die Strecke von Eckental durch den Schwabachgrund nach Uttenreuth den Schwerpunkt.

Im Zuge des Ausbaus der A 3 auf sechs Spuren werden nicht nur die Brücken bei Medbach und Neuhaus sowie auf der Strecke zwischen Hannberg und Röhrach verbreitert, sondern bei den letzten beiden Projekten auch Geh- und Radwege angelegt.

Mit 9:3 Stimmen lehnte der Kreisausschuss den Antrag der Stadt Höchstadt auf einen Zuschuss für das neue Feuerwehrauto HLF 20 ab. Der Höchstadter Bürgermeister Gerald Brehm durfte nach einem entsprechenden Beschluss an der Beratung, aber nicht an der Abstimmung über diesen Punkt teilnehmen.

Er argumentierte, dass das sogenannte Hilfeleistungslöschfahrzeug in erster Linie auf der unfallträchtigen B 505 eingesetzt werden soll. Hierzu sei auch eine extra Zufahrt bei Zentbechhofen geplant. Das HLF 20 habe daher eine überörtliche Bedeutung und erfülle so das entscheidende Kriterium für eine Förderung durch den Landkreis.

"Kein Fass aufmachen"

Kreisbrandrat Matthias Rocca stellte jedoch klar, dass sich der Begriff "Überörtlichkeit" nicht darauf beziehe, ob zu Unfällen auf Bundesstraßen oder Autobahnen gefahren werde, sondern ob der Ort des Einsatzes außerhalb der Gemeinde liege. Dann müsse freilich weiterhin der Grundschutz am Standort gewährleistet sein, was bei Zentbechhofen nicht zutreffe.

Prinzipiell halte er das neue Feuerwehrauto, das 439 000 Euro kostet, für sehr sinnvoll. Deswegen schieße bereits der Freistaat 119 000 Euro zu. Landrat Tritthart sah vor allem die Gefahr, dass man hier ein Fass aufmache und sich andere Wehren melden, wenn auch der Kreis Fördergelder beisteuere.

Zum Antrag der SPD, der Landkreis solle den kommunalen Wohnungsbau fördern, verwies der Landrat auf die Gewo-Land GmbH. Erst jüngst hätten sich der Städte- und der Gemeindetag von Bayern vehement dagegen gewehrt, dass sich die Landkreise künftig beim Wohnungsbau engagieren.

Erfolg hatte der Sozialdemokrat Konrad Eitel, der dafür plädiert hatte, die Stelle eines Integrationslotsen einzurichten. Dieser wird nicht die Asylbewerber selbst betreuen, sondern die Helferkreise dabei unterstützen, dass möglichst viele Migranten eine Beschäftigung bekommen.

Wegen der momentanen Finanzlage stellte der Landrat eine Verringerung der Kreisumlage um 1,1 Prozentpunkte in Aussicht. Sie könnte noch höher ausfallen, wenn der Bezirk Mittelfranken mitzieht. Dessen Umlagekraft hat sich zwar um 8,1 Prozent erhöht, doch wollte der Bezirk am Hebesatz erst einmal festhalten, obwohl dieser in Bayern mit Abstand der höchste ist. 

SCOTT JOHNSTON

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