Bergkirchweih: Hier wird heute das Fass begraben

31.5.2021, 12:30 Uhr
Nochmal Gastgeber im Museumshof: Wulli & Sonja, hier mit Geiger Chris Herzberger.

Nochmal Gastgeber im Museumshof: Wulli & Sonja, hier mit Geiger Chris Herzberger. © Foto: Harald Sippel

Normalerweise findet sich die Band "Overdrive" Jahr für Jahr ausschließlich für die Erlanger Bergkirchweih zusammen. Der Höhepunkt steht für sie und viele Bergkirchweihbesucher an, wenn Sängerin Steffi List mit ihren Musikerkollegen den legendären Kessel am Entla’s Keller zum Beben bringt. "Für uns", sagt Ulf Thaler stolz, "wird Overdrive am Montagabend erstmals auch ohne echte Bergkirchweih spielen."

Thaler hat mit dem Musikerduo Wulli & Sonja heuer die digitale Bergkirchweih auf www.derbergruht.de ins Leben gerufen – zwei Tage mit Künstlern, die sonst auch auf der Bergkirchweih auftreten. Teil eins lief bereits aus dem Hof des Stadtmuseums – inklusive virtuellem Bierfass-Anstich des Oberbürgermeisters inklusive.

"Drei Stunden gute Laune"

Heute Abend ab 19 Uhr folgt Teil zwei – mit noch mehr Musik, wie Thaler, Thomas Wullschläger und Sonja Tonn versprechen: "Das wird drei Stunden gute Laune wie auf dem Berg."

Insgesamt 16 Erlanger Künstlerinnen und Künstler haben sich angekündigt, neben Overdrive spielen natürlich auch Wulli&Sonja nochmal ihr eigens kreiertes "Der Berg ruht" (Text zum Mitsingen rechts). Aber auch die Moskitos, Chiefoke oder Andreas Charl freuen sich darauf, Berg-Klassiker und sogar zum Teil ganz neue Lieder in die Wohnzimmer nach Hause zu streamen.

Fassbegräbnis mit Kellerwirten

Am Ende der Veranstaltung gibt es dann noch das virtuelle Fassbegräbnis, zu dem Steinbach-Chef Christoph Gewalt, Udo Hellbig vom Erichkeller und Bürgermeister Jörg Volleth erwartet werden.

Ebenso online läuft noch bis heute Abend das Song-Voting, bei dem User abstimmen können, welche Lieder ihre Lieblings-Bergbands spielen sollen. Auch das Bergquiz, das laut Ulf Thaler bereits über 10 000 Mal aufgerufen wurde, und bei dem unter anderem ein Jahres-Abo der Erlanger Nachrichten gewonnen werden kann, steht bis Dienstag online.

Gänsehaut bereits beim ersten Auftritt

"Wer noch näher dabei sein will, kann sein Selfie einschicken und wird damit Teil des Bühnenbilds", verspricht Ulf Thaler.

Sonja Tonn von Wulli&Sonja freut sich auch ganz besonders auf die zweite digitale Bergkirchweih-Veranstaltung: "Ich hatte beim ersten Mal schon Gänsehaut", sagt sie. Bevor dann kommendes Jahr hoffentlich wieder die echte Bergkirchweih ansteht.

 

Liedtext "Der Berg ruht" zum Mitsingen:

Unser Berg der ruht, doch wir wir ruhen nicht 
Zwölf trock‘ne Tage über Pfingsten stehen uns ganz schlecht zu Gesicht 
Kein Riesenrad, keine Brotzeit, keine Buden, nicht mal Musik 
Mir fehlt das so, das glaubst du nicht, ich hab den Berg so lieb 

In 1770 / fiel die Kerwa erstmals aus 
In der Hungersnot, da machte sich 2 Jahr‘ keiner was draus 
1886 als König Ludwig im See ertrank 
Da wurd‘ am Berg gesperrt, eine jede Kerwasbank 

Bis zum 1. Weltkrieg gab der Berg dann keine Ruh 
Doch die grauenvolle Schlacht machte alle Keller zu 
Und auch im 2. Weltkrieg da hatte keiner richtig Lust 
Da regierte dann in Erlangen 4 Jahr‘ lang Kirchweihfrust 

Unser Berg der ruht, doch wir wir ruhen nicht 
Zwölf trock‘ne Tage über Pfingsten stehen uns ganz schlecht zu Gesicht 
Keine Schaukel, keine Brezl, keine Lose, nicht mal Musik 
Mir fehlt das so, das glaubst du nicht, ich hab den Berg so lieb 

Nach all den schlimmen Zeiten kann jetzt gar nichts mehr gescheh’n 
Wir ließen Jahr für Jahr keinen Maßkrug halbvoll stehen 
Wir dachten das geht ewig so, doch dann kam still und dreist 
Der böse Hauch aus China fies und tückisch angereist 

Wie vermiss ich grad die Farben, das Treiben, die Musik 
Das Lachen, Land und Leute, das schnelle helle Glück 
Wo klein Wulli einst stand vor der Band mit dem Taktstock in der Hand 
Blickt er jetzt nach all den Jahren, heut selbst vom Bühnenrand 

Unser Berg der ruht doch wir wir ruhen nicht 
Zwölf trock‘ne Tage über Pfingsten stehen uns ganz schlecht zu Gesicht 
Kein Bergbierg, keine Lampions, keine Dirndl, nicht mal Musik 
Mir fehlt das so, das glaubst du nicht, ich hab den Berg so lieb 

Wir lassen den Kopf nicht hängen, den Krug nicht liegen wir kämpfen uns nach oben 
Wenn wir schunkeln, lachen, tanzen, lieben, lassen Frohsinn in uns toben 
Wir zählen schon die Tage bis Bergfest nächstes Jahr 
Da gehen wir Hand in Hand, so wie es immer war 

Unser Berg der ruht, doch wir wir ruhen nicht 
Was tät wohl unser Pinsel sagen, wenn er sehen könnt‘ die Geschicht‘ 
Er würde RARARA von oben schrei‘n, wär außer Rand und Band 
Nicht nur für ihn ist unser Berg sein tiefstes Herzensland

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