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Bernd Hagen vom Team twenty.six löst Ticket für Hawaii

Triathlet aus Möhrendorf gewinnt beim Ironman in Italien Emilia-Romagna seine Altersklasse - 24.09.2018 11:30 Uhr

Überholt beim Marathon in Italien alle: Bernd Hagen vom Team twenty.six. © Hagen


Herr Hagen, Sie haben sich wieder für Hawaii qualifiziert. War das der Plan?

Es war geplant, nach dem Challenge Roth noch eine weitere Langdistanz in diesem Jahr zu machen. Und ich wollte noch einmal nach Hawaii. Der Wettbewerb in Italien hat sich vom Termin her angeboten. Der Vorteil ist nun: Ich bin bereits für den Ironman auf Hawaii im Oktober 2019 qualifiziert, das heißt, ich muss nächstes Jahr nicht noch eine zusätzliche Langdistanz machen, um die Quali nachträglich zu schaffen. So kann ich vielleicht Roth machen, und dann Hawaii.

Wie haben Sie sich bereits so frühzeitig qualifizieren können?

In jeder Altersklasse werden Startplätze vergeben. In Italien waren es insgesamt 40, bei den meisten Altersklassen gab es dann nur einen Startplatz. Meine Altersklasse war mit 509 Teilnehmern zahlenmäßig die stärkste, hier gab es fünf Plätze. Ich musste also mindestens Fünfter werden.

Dann wurden Sie Erster. Zufrieden?

Über meine Zeit habe ich mich etwas geärgert. Bei 9:00:07 Stunden haben mir sieben Sekunden gefehlt, damit vorne die acht steht. Während des Rennens habe ich das aber gar nicht so gemerkt, ich habe erst beim Laufen meine Zeit im Blick gehabt. Doch auch beim Marathon am Ende war es ärgerlich: Bei 3:01 Stunden hätte ich nur eine Minute schneller sein müssen, dann hätte die zwei vorne gestanden.

Bei 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen klingt das nach Kleinigkeiten. Was hat gefehlt?

Beim Schwimmen war ich gut, kam nach 55 Minuten aus dem Meer. Die Radstrecke war flach, da hatte ich mir mehr ausgerechnet. Ich war bei Kilometer 150 platt, da habe ich gedacht, ich komme nicht mehr an. Doch auch andere Athleten hatten Probleme.

Trotzdem konnten Sie noch laufen?

Ja. Ich habe mich beim Laufen auf die Altersklasse konzentriert. Meine Frau war an der Strecke, sie hat mir immer meine aktuelle Platzierung durchgesagt. Anfangs lag ich auf Platz neun in der Altersklasse. Es waren vier Runden. Jede Runde habe ich zwei, drei überholt. Meine Frau hat immer gerufen: "Jetzt bist du Sechster, jetzt Vierter, jetzt Erster!" Bei Kilometer 30 habe ich den bis dato Führenden in meiner Altersklasse überholt. Das hat mich nochmal motiviert. Am Ende bin ich auf ihn vier Minuten herausgelaufen.

Nun dürfen Sie nach Hawaii.

Es wird mein fünftes Mal dort sein, nach 2005, 2012, 2013 und 2015, doch es ist für Triathleten immer wieder ein Highlight. Der Wettkampf selbst ist heftig. Zuerst habe ich auch gedacht: "Jetzt qualifizierst du dich, du tust dir das wirklich wieder an!" Aber ich kann nun ein Jahr darauf hin trainieren, meinen Haupturlaub im Jahr danach planen, vielleicht ein, zwei Wochen ins Trainingslager gehen.

Was ist Ihr Ziel?

In erster Linie gilt dort immer: ankommen. Die Zeit ist nicht so relevant, eine halbe Stunde hin oder her, die Bedingungen können sehr hart und unterschiedlich sein. Für uns ist es ja auch die Weltmeisterschaft. In meiner Altersklasse möchte ich da schon vorne mit dabei sein. Das Podium wäre der Hammer, die ersten Fünf vielleicht ein Ansporn.

Also geht’s gleich los mit dem Training?

Nein. In Italien gönne ich mit zuerst noch einen Strandtag mit meiner Familie, auch meine kleine Tochter Maya ist dabei.

  

Katharina Tontsch Sportredakteurin in Erlangen E-Mail

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