Bier-Sudpfanne aus Nürnberg auf dem Gelände der Bergkirchweih

23.12.2020, 05:48 Uhr
Noch steht die von Vincenz Schiller ersteigerte Sudpfanne der Lederer-Kulturbrauerei provisorisch auf seinem Gelände, bis ein späterer Bestimmungsort gefunden worden ist.

Noch steht die von Vincenz Schiller ersteigerte Sudpfanne der Lederer-Kulturbrauerei provisorisch auf seinem Gelände, bis ein späterer Bestimmungsort gefunden worden ist. © Harald Hofmann

Als im Sommer 2020 die Kulturbrauerei an der Nürnberger Bärenschanzstraße nicht nur endgültig den Betrieb einstellte, sondern auch alles Inventar versteigert wurde, war dies das Aus für den beliebten innerstädtischen Biergarten und für viele Besucher aus Nürnberg wie auch aus dem Großraum ein schwerer Schlag. Ein Großteil des Inventars ging landes- oder gar europaweit weg, nur wenige Stücke konnten in Franken gehalten werden. Und ein besonders schönes Stück ist nun in Erlangen.

Die große, kupfern glänzende Sudpfanne der Lederer-Kulturbrauerei, ein wahrlich glänzendes Stück Braugeschichte, ist von Vincenz Schiller, dem Braumeister und Eigner des Entlas-Kellers, erworben worden und steht nun – gut abgedeckt gegen die Unbilden der Witterung – vor dem Keller, um auf ihre endgültige Bestimmung zu warten.

"Reines Deko-Element"

Über den Preis schweigt sich Schiller aus – allerdings muss der namhaft gewesen sein, war das gute Stück doch bereits zu einem vierstelligen Betrag aufgerufen worden. Der Brauer und Kellerwirt wird das mächtige Stück aber nicht in seine noch zu bauende Brauanlage integrieren, "es ist ein reines Deko-Element", wie er erzählt. Er könne sich vorstellen, einen Ausschank damit zu "deckeln" – so ein Kupferdach ist schließlich auch ein Augenschmaus, der eine große Attraktivität besitzt.

Solange ein endgültiger Bestimmungsort für das gute Stück noch nicht gefunden ist, bleibt es erst einmal aufgebockt und abgedeckt am Berg-Hang gegenüber dem Keller stehen.

Da er schräg gegenüber und direkt im Anschluss an die Musikspielstätte am Einbau einer Brauanlage arbeitet, könnte sich Vincenz Schiller eine spätere Verwendung an einem dort gebauten Ausschank vorstellen – "dazu muss allerdings das Kupfer durch einen speziellen Lack geschützt werden, um die sonst drohende Verwitterung zu unterbinden", sagt er.

Es wäre jedenfalls fürs Publikum ein Zeichen, dass sich auch im nicht sichtbaren Bereich seines neuen Kellers etwas getan hat: Die längst geplante neue Brauanlage, für die die Arbeiten im Keller-Innern bereits weitgehend erledigt sind, muss gar nicht so spektakulär aussehen, soll aber ebenfalls ein Stück Regionalität sein.

Gebaut wird sie übrigens von einem heimischen Hersteller – wie schon die kupferne Sudpfanne der Lederer-Kulturbrauerei, die nun eine neue Heimat gefunden hat.

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