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Samstag, 12.06.2021

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Bikepools: Grüne in Erlangen wollen ein Fahrrad für jedes Kind

Stadtratsfraktion setzt sich für fahrradfreundliche Schulen ein - 11.05.2021 06:00 Uhr

Kinder bei der Einweihung des Verkehrsübungsplatzes in Dechsendorf vor drei Jahren: Hier üben alle Erlanger Viertklässler die Verkehrsregeln ein.

10.05.2021 © Klaus-Dieter Schreiter


Radfahren hat in Erlangen einen hohen Stellenwert, doch aus Sicht der Grünen im Stadtrat ist die Fahrradfreundlichkeit der Stadt noch ausbaufähig – und das fängt bereits in den Schulen an. "Wer als junger Mensch das Radfahren nicht lernt, wird es auch als Erwachsener nicht lernen", hob Kerstin Heuer, die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Stadtratsfraktion, in einem leidenschaftlichen Plädoyer für fahrradfreundliche Schulen im jüngsten Bildungsausschuss hervor. "Wer nicht ständig übt, wird ein ängstlicher, unsicherer Radfahrer und fährt dann nicht."

Es seien gar nicht so wenige Kinder, die eben nicht ständig üben, vor allem auch, weil sie gar kein Fahrrad besitzen, so die Stadträtin. Und das, obwohl radfahren zu lernen genauso wichtig sei wie schwimmen zu lernen. Nach Vorstellung der Grünen sollten deshalb an den Grund- und Mittelschulen Bike-Pools aufgebaut werden, um auch für Kinder ohne eigenes Rad regelmäßige Fahrsicherheitstrainings im Rahmen des Sportunterrichts oder zur Nutzung für Unterrichtsfahrten zu ermöglichen.

Radfahrbeauftragte soll einbezogen werden

Unter Einbeziehung von Schulleitungen, Eltern und Polizei solle außerdem für das Radfahren auf dem Schulweg geworben werden. Konkret heißt es in dem Grünen-Antrag: "Die Verwaltung soll ein Konzept zur Förderung der Fahrsicherheit an Grund- und Mittelschulen erarbeiten." Genau das aber sei, so Heuer, nicht zufriedenstellend erfolgt. So sei die Radfahrbeauftragte der Stadt gar nicht einbezogen worden. Und auch auf die Mittelschulen sei nicht eingegangen worden

Beim städtischen Schulverwaltungsamt zeigt man sich nicht überzeugt, dass die Einrichtung von Bikepools an allen Grund- und Mitttelschulen sinnvoll ist. Auch sei es nicht so, als ob bisher in dieser Richtung nichts gemacht würde. So ist die Radfahrausbildung im Lehrplan verbindlich verankert. Die Stadt Erlangen hat erst 2018 in Dechsendorf den neuen Verkehrsübungsplatz eingeweiht, auf dem einerseits die Verkehrserziehung der Erlanger Viertklässler stattfindet, der andererseits aber auch für Eltern mit ihren Kindern an den Nachmittagen sowie an den Wochenenden für gefahrloses Üben zur Verfügung steht.

Wartung muss geklärt werden

Letztlich konnten im Bildungsausschuss etliche Fragen nicht beantwortet werden, zum Beispiel auch die, ob Kinder eigentlich radfahren dürfen, wenn sie die Fahrradprüfung nicht haben. Auch die Frage der Wartung der Räder in schulischen Bikepools konnte nicht geklärt werden. ÖDP-Stadträtin Barbara Grille schlug vor, dass man die Fahrradwerkstatt der städtischen GGFA für die Wartung gewinnen könne. Schulverwaltungsamt-Leiterin Brigitte Bayer verwies darauf, dass die Stadt nicht den Lehrern Vorgaben zum Radfahren im Unterricht machen könne. Schulrätin Cornelia Schindler vom staatlichen Schulamt Erlangen schien allerdings insbesondere der Vorstellung, dass an den Mittelschulen eine stärkere Gewichtung aufs Radfahren gelegt wird, einiges abzugewinnen.

Grünen-Stadträtin Heuer bat darum, eine Initiative "Fahrradfreundliche Stadt" und dafür einen Runden Tisch in die Wege zu leiten. Auf ihren Vorschlag hin wird an den Grund- und Mittelschulen nun eine Abfrage gemacht, wie viele Kinder ein Rad besitzen. Dem heutigen Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss wird das Thema ebenfalls vorgelegt. Erledigt ist es damit noch nicht. In einem der nächsten Bildungsausschüsse wird es nochmals aufgerufen.

EVA KETTLER

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