Mittwoch, 28.10.2020

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Bisher ausgespart: Nun werden auch Kitas in Erlangen bestreikt

Arbeitskampf wird am Montag auf Kinderbetreuungseinrichtungen ausgeweitet - 16.10.2020 15:46 Uhr

Nun sind die Eltern wieder gefordert, die Betreuung ihrer Kinder zu übernehmen: Für Montag, 19. Oktober, hat die Gewerkschaft ver.di im Zuge der Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst auch zu Warnstreiks in Kindertagesstätten aufgerufen.

© Daniel Naupold/dpa


Laut einer Pressemitteilung des Erlanger ver.di-Vorsitzenden Roland Hornauer soll der Warnstreik der kommunalen Beschäftigten in Erlangen ganztägig über die Bühne gehen. Betroffen sind nach der aktuell von ver.di veröffentlichten Liste unter anderen das Klinikum am Europakanal, das Landratsamt, die Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit (GGFA) bei der Stadt Erlangen, der Zweckverband Verkehrsüberwachung und die Erlanger Stadtwerke (EStW).

"Streikschwerpunkt Stadtverwaltung"

"Ein Streikschwerpunkt ist die Stadtverwaltung Erlangen", erklärt Roland Hornauer und fügt hinzu: "Es ist davon auszugehen, dass eine ganze Reihe von städtischen Einrichtungen wie Horte, Kinderhäuser und ähnliche Bereiche geschlossen sind beziehungsweise nur eingeschränkt geöffnet haben werden." Darunter ist auch der Hort "Mitte" in der Erlanger Turmstraße, wo bereits am Freitagvormittag die ganztägige Schließung am Montag online angekündigt wurde. Wegen des Streiks sollen auch die Müllabfuhr und die Straßenreinigung teilweise ausfallen.


Klinik-Streik: "Wir sind psychisch am Ende"


"Wir sind sehr zuversichtlich, dass unserem Aufruf gefolgt wird. Die Haltung der öffentlichen Arbeitgeber nach dem Motto ,Applaus ist genug Wertschätzung‘ für das Engagement während der Pandemie treibt die Beschäftigten in den Streik", sagt Roland Hornauer kämpferisch.

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Menschenkette mit über 3000 Beschäftigten in der Nürnberger Südstadt

Im Rahmen der IG Metall-Aktionswoche "Fairwandel statt Zukunftsangst" demonstrierten am Donnerstag 3000 Beschäftigte in Form einer Menschenkette in der Nürnberger Südstadt. Die IG Metall Nürnberg hat damit gegen den geplanten Stellenabbau von fast 4000 Arbeitsplätzen in den Nürnberger Betrieben protestiert.


"Mit Verstand und Augenmaß"

Seinem Nürnberger ver.di-Kollege Hans-Christian Kleefeld, als Gewerkschaftssekretär zuständig für die Beschäftigten der Stadt Erlangen, der Städte und Gemeinden des Landkreises Erlangen Höchstadt, der Berufsfeuerwehren sowie des Kommunalunternehmens Verkehrsüberwachung, ist bewusst, dass die Gewerkschaft sich mit dieser Streikaktion den Zorn zahlreicher Eltern zuziehen dürfte, die in den Monaten des Corona-Lockdowns und der Zeit danach an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stießen und bei denen auch die Urlaub- und Freizeitkontingente für die Kinderbetreuung längst aufgebraucht sind. "Die Streikenden im Kita-Bereich sind dazu aufgerufen, mit Verstand und Augenmaß an die Sache heranzugehen, denn uns ist die angespannte Situation in der Elternschaft durchaus bewusst", sagt Kleefeld.


Nürnberg: Mit Menschenkette gegen Stellenbau


Demonstration am Montagmorgen

Flankiert wird der eintägige Warnstreik von einem Demonstrationszug: "Die Streikenden treffen sich bis 8.15 Uhr am städtischen Bauhof (Stintzingstraße 46) in Erlangen. Über die Stintzingstraße, Nägelsbachstraße, Fuß- und Radweg unter der Bahn geht es zu den Erlanger Stadtwerken. Mit den Kolleginnen und Kollegen der Stadtwerke zieht der Demozug danach über die Güterhallen-Straße und Nürnberger Straße zum Rathausplatz. Dort ist eine kurze Kundgebung geplant. Während der gesamten Aktion ist ein Mund-, Nasenschutz zu tragen", erklärt Roland Hornauer.


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Hans von Draminski

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