Zeugen gesucht

Brand auf Abenteuerspielplatz Taubenschlag: Polizei geht von Brandstiftung aus

19.10.2021, 12:28 Uhr
Zehn Holzhütten und ein Lagerturm waren durch den Brand betroffen.

Zehn Holzhütten und ein Lagerturm waren durch den Brand betroffen. © Marcel Staudt, NN

Am Montagnachmittag stehen zwei jugendliche Mädchen am Zaun des Abenteuerspielplatzes. Von der Geländeseite, die an den Adenauerring grenzt, haben sie einen guten Blick auf die Brandschäden. Sie sehen verkohlte Hütten, abgebrannte Baumstämme auf dem Boden, auf dieser Seite scheint sich alles schwarz gefärbt zu haben. "Boah, stinkt das hier", sagt die eine. "Riecht total nach Fisch", sagt die andere. Die Mädchen machen ein paar Fotos mit ihren Smartphones, dann laufen sie weiter.

Auf der anderen Seite des Geländes hat wenig später ein Anwohner seine Laufrunde fast beendet. Von seinem Balkon sah er am Samstagabend die Flammen aus den Holzhütten ragen, hörte die Sirenen und sah das Blaulicht der Feuerwehr. "Ich bin da nicht hingegangen", sagt der Mann. Seinen Namen möchte er in der Zeitung nicht lesen. Er sei nicht schaulustig, außerdem passiere es "alle Jahre mal, dass es hier brennt", wie er sagt. Abends würden auf dem Spielplatz immer wieder Feuer geschürt werden - gegen die Kälte. "Ist doch klar, dass da was passieren kann", findet er. An ein solches Schadensbild könne er sich aber nicht erinnern.

Rußpartikel so groß wie Tennisbälle

Wobei sich die Schäden des jüngsten Brands tatsächlich auf die Hütten und den Lagerturm beschränken, die an den Adenauerring grenzen. Von den anderen Seiten sieht es tatsächlich so aus, als ob es das Feuer nie gegeben hätte. Wie schnell ein viel größerer Brand entstehen hätte können, lassen Fundstücke des Anwohners auf dessen Balkon mutmaßen. "Da lagen am Sonntagmorgen Rußpartikel mit dem Umfang eines Tennisballs."

Welchen emotionalen Schaden der Brand angerichtet hat, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Der Spielplatz und die vielfältigen dort stattfindenden Angebote werden von einem Team aus drei Pädagogen betreut. Dieses Team war am Montag für die Erlanger Nachrichten nicht zu erreichen.

Abenteuerspielplatz geschlossen

Sicher ist, dass das Gelände ab sofort gesperrt ist. "Bis die Brandursache ermittelt wurde, bleibt der Spielplatz zu", sagt Christian Schübel-Gabler, Abteilungsleiter für Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit im Jugendamt. Es würden Mitarbeiter vor Ort kommen, um die abgebrannten Teile abzutragen und sonstige Schäden zu inspizieren - also eine Sicherheitsbegehung durchführen, wie es im Amtsdeutsch heißt. "Wenn das alles abgeschlossen ist, machen wir natürlich wieder auf", so Schübel-Gabler.

Rückblick: Gegen 19 Uhr war am Samstagabend bei der integrierten Leitstelle der Feuerwehr eine Mitteilung über ein brennendes Holzhaus auf dem Abenteuerspielplatz eingegangen. Als die Erlanger Feuerwehr eintraf, hatte der Brand bereits auf weitere Holzhütten übergegriffen. Durch intensives und langes Löschen konnte die Feuerwehr schließlich den Brand unter Kontrolle bringen. Neben einem Lagerturm waren insgesamt zehn Holzhütten durch die Flammen zerstört worden. Den entstandenen Schaden schätzt die Polizei im hohen vierstelligen Bereich ein.

Zeugen gesucht

Von Anfang an gab die Polizei an, Brandstiftung nicht auszuschließen. Das hat sich etwas verändert. "Die Ermittler gehen mittlerweile von Brandstiftung aus", sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Die Ermittlungen vor Ort, also auch die Spurensicherung, seien abgeschlossen. Er appelliert an Zeugen, sich an den Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0911/2112-3333 zu wenden. Der Sprecher: "Jeder Hinweis könnte wertvoll für uns sein."

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