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Bubenreuth: Bebauung des „Hoffelds“ wird komplizierter

Gemeinderat könnte als Eigentümer eines Grundstücks Pläne durchkreuzen - 21.10.2016 06:00 Uhr

In dem Bereich der Zufahrt zum Baugebiet Hoffeld von der Neuen Straße her (rechts) iegt das Grundstück eines Gemeinderats. Sollte der sein Baurecht umsetzen können, ist die Zufahrt zum Hoffeld blockiert. © Klaus-Dieter Schreiter


Damit kommt die Gemeinde dem Wunsch der Grundstückseigentümer entgegen, die bislang nicht verkaufsbereit sind. Sie ist aber schwer unter Zeitdruck, weil eine Veränderungssperre in einem Jahr ausläuft und ein Eigentümer auf einem Grundstück bauen will, das offenbar in der geplanten Zufahrt zum Baugebiet liegt.

Um das zunächst zu verhindern, wurde eine Veränderungssperre erlassen, die erst kürzlich um ein Jahr verlängert wurde. Sollten die Planungen bis zum Ende der Verlängerung nicht in trockenen Tüchern sein, dann hätte dieser Eigentümer Baurecht, und das gesamte Baugebiet würde nach Meinung der Verwaltung gekippt, weil es nicht mehr zugänglich wäre.

Nun ist dieser Bauherr auch noch Gemeinderat in Bubenreuth was Johannes Karl (SPD) veranlasste schweres Geschütz gegen ihn aufzufahren. Seine Fraktion frage sich warum ein Gemeinderat die gemeindliche Bauleitplanung durch eigene Planungen durchkreuze.

Karl sagte: „Ist so ein Verhalten als Gemeinderat, der für das Gemeinwohl und für die Wahrnehmung der Interessen der Bürgerinnen und Bürger gewählt wurde, vereinbar?“ Die SPD-Fraktion erwarte darum, dass der Bauantrag von dem Gemeinderat zurückgenommen werde.

Der Grüne Gemeinderat Christian Dirsch glaubt und hofft, dass der Gemeinderat nur Druck aufbauen will und das Verhalten „nicht bis zum Ende durchzieht“. Den Erlanger Nachrichten gegenüber sagte das bauwillige Ratsmitglied – es hatte als Beteiligter während der Diskussion kein Rederecht – es sei doch nur normal, dass ein Grundstücksbesitzer auf seinem Grund und Boden ein Haus bauen wolle.

Er machte auch deutlich, dass er mit einem städtebaulichen Vertrag keine Probleme habe und an einem Umlegungsverfahren teilnehmen würde, wenn er dann sein Haus in einem Mischgebiet auch auf einem dann zugewiesenen anderen Grundstück bauen könnte. Die Verhältnismäßigkeit bei der Umlegung müsse aber passen. „Die Ausweisung eines Mischgebiets ist ein Schritt in die richtige Richtung, das hätte man auch früher machen können“. Er hoffe dass die Eigentümer nun von der Gemeinde zu Gesprächen eingeladen würden.

Die bisherigen Planungen für das Gewerbegebiet Hoffeld sind eine „Berg- und Talfahrt“. Die Gemeinde hatte ursprünglich vor, das Baugebiet als eingeschränktes Gewerbegebiet auszuweisen. Ein Treuhänder sollte im Auftrag der Gemeinde alle Flächen erwerben und die Erschließung machen.

Die Gemeinde wollte dann die Flächen selbst vermarkten. Weil die Eigentümer da nicht mitmachen wollten, ist das Baugebiet in Nord und Süd aufgeteilt worden, um zumindest den Südteil vor allem für die Firma Infoteam zur Verfügung zu stellen. Das scheiterte jedoch ebenfalls am Widerstand der Grundbesitzer.

Daraufhin hat die Gemeinde nun in der jüngsten Sitzung des Rats die Fläche noch weiter vergrößert und die Aufteilung des Baugebiets in Nord und Süd wieder aufgehoben. Zudem ist sie den Eigentümern entgegengekommen, indem sie den östlichen Teil als Mischgebiet vorsehen will. Das geht aber nur, wenn das Ergebnis des in Arbeit befindlichen Lärmgutachtens das zulässt. Ein Ankauf aller Flächen durch die Gemeinde ist weiterhin das Ziel aber nicht mehr Voraussetzung für die Entwicklung des Gebiets. Insofern ist der Beschluss des Gemeinderats vom Februar letzten Jahres aufgehoben worden.

In dem mehrheitlich gefassten Beschluss ist aber deutlich formuliert, dass die Gemeinde von allen Eigentümern erwarte, dass sie die Verträge unterzeichnen.

Sollte nur einer nicht mitmachen, wird das ganze Areal zum Gewerbegebiet, um es zur gewerblichen Nutzung zu sichern.

Der grüne Gemeinderat Christian Dirsch glaubt, das Gebiet sei „wirklich attraktiv“, doch mache man es mit der teilweisen Aufhebung des Beschlusses von 2015 „nur schlechter“. Tassilo Schäfer (CSU) befürchtet gar „dass gar nichts mehr passiert“ 

kds

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