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Bubenreuth: Signale für Photovoltaik auf Grün

Solaranlage kann 23 Prozent des Energiebedarfs im Ort decken - 08.05.2015 13:30 Uhr

Auf diesen Grünflächen rechts und links der Bahnlinie, soll die Photovoltaikanlage entstehen. © Foto: Klaus-Dieter Schreiter


Bereits im Juli dieses Jahres möchte das Kulmbacher Unternehmen Neue Energien Franken GmbH (NEF) mit dem Bau der Flächen-Solaranlage östlich der Bahn und nördlich des „Hoffeld“ beginnen. Spätestens im Oktober soll sie fertig sein. Um die dafür vorgesehenen Felder nutzen zu können, muss zunächst der Flächennutzungsplan der Gemeinde geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Das dauert normalerweise bis zu zwei Jahre. In Bubenreuth wird das aber im Eiltempo durchgezogen.

Bereits in der Sitzung am 21. April wurde der Flächennutzungsplan geändert und ein Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan gefasst. Die dafür notwendigen Sitzungsunterlagen wurden aber erst kurz vor der Sitzung verteilt, so dass sie von den Gemeinderäten kaum geprüft werden konnten. Das halten die Freien Wähler für „höchst fahrlässig“. Außerdem monieren sie die Ausmaße des die 13 Hektar umfassenden Bebauungsplans. Sie stimmten darum gegen die Änderung des Flächennutzungsplans und gegen den Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Grüne, CSU und SPD aber stimmten dafür, so dass die Voraussetzungen für den Bau der Solaranlage zunächst einmal geschaffen sind.

Um Zeit zu gewinnen hat die Gemeinde als Ersatz für die öffentliche Auslegung der Pläne eine Bürgerversammlung einberufen, während der Geschäftsführer der NEF, Manuel Zeller-Bosse, die Pläne erläuterte. Demnach werden auf einer Planfläche von zwölf Hektar acht bis zehn Hektar mit 30 000 Silizium-Photovoltaikmodulen bebaut. Die Anlage ist für sieben MWp ausgelegt und kann laut Bosse damit rein rechnerisch jährlich 1750 Haushalte versorgen. Damit würde Bubenreuth 23 Prozent seines Energiebedarfs durch Solarenergie decken. Zudem, so der Geschäftsführer, würden pro Jahr 2800 Tonnen CO2 weniger ausgestoßen.

Das Investitionsvolumen beträgt sieben Millionen Euro, der erwartete Ertrag pro Jahr etwa 680 000 Euro. Weil die Gemeinde gefordert hat, dass sich auch Bürger an dem Projekt beteiligen können, soll voraussichtlich eine Genossenschaft gegründet werden. Außerdem will NEF in Bubenreuth eine „Briefkastenfirma“ als Betreiber der Anlage gründen, so dass die Gewerbesteuer komplett in die Gemeinde fließt. Die aber fällt erst nach fünf bis sechs Jahren an. Die Anlage soll mindestens 20 Jahre betrieben werden.

„Die Flächen gelten nicht als versiegelt“, erläuterte Manuel Zeller Bosse auf die Frage eines kritischen Bürgers. Wollte man mit einer Biogas-Anlage dieselbe Menge Strom erzeugen müsste die Ackerfläche für die Energiepflanzen acht Mal so groß sein wie die für eine Solaranlage, rechnete er zudem vor.

Auf die kritische Bemerkung, man solle die Flächen lieber für die Nahrungsmittelproduktion verwenden, antwortete Bosse, dafür sei die Politik zuständig.

Der geschäftsführende Beamte in der Bubenreuther Verwaltung, Helmut Racher, versicherte den Bürgern zudem, dass eine Solaranlage entlang der Bahn zulässig und die Ableitung von Hochwässern gesichert ist. Überhaupt scheint das Projekt auf einem guten und vor allem schnellen Weg. Denn nicht nur die Grundstückseigentümer machen mit, auch sonst stehen laut Bürgermeister Norbert Stumpf und Manuel Zeller Bosse „alle Signale auf Grün“. 

kds

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