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Bubenreuther Räte ebnen Weg für Photovoltaik

Entscheidung sogar noch um eine Woche vorgezogen - 29.06.2015 18:51 Uhr

Sowohl östlich der Bahn (links) als auch in einem kleinen Teil westlich wird die Solaranlage entstehen (im Hintergrund Bubenreuth). Sie soll spätestens im Oktober in Betrieb gehen. © Klaus-Dieter Schreiter


Weil die notwendigen Unterlagen zur Gemeinderatssitzung im Mai zu kurzfristig zur Verfügung standen und nicht geprüft werden konnten, war die Billigung und Auslegung der Unterlagen nicht erfolgt. Der Tagesordnungspunkt wurde auf die Juni-Sitzung verschoben.

Das aber bringt nun das Kulmbacher Unternehmen Neue Energien Franken GmbH (NEF), das die Anlage errichten will, in die Bredouille. Denn es will bis August bauen und im Oktober in Betrieb gehen, weil die Einspeisevergütung monatlich sinkt. Die Bubenreuther Anlage könnte nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden, wenn die Inbetriebnahme später erfolgt.

Der Gemeinderat hat darum die Juni-Sitzung um eine Woche vorgezogen, um die Abwägungen zu den eingegangenen Stellungnahmen vorzunehmen und die Unterlagen erneut auszulegen. Bereits vor Beginn des Bauleitverfahrens ist, dem Wunsch eines Landwirtes folgend, ein Flurstück aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen worden. Die Solarfirma soll außerdem verpflichtet werden, für die weiter ordnungsgemäße Funktion der bestehenden Drainagen zu sorgen.

Gemeinderat Christian Dirsch hat zudem gefordert, dass die Flächen innerhalb der Anlage zu Extensivwiesen ohne Düngung entwickelt werden. Damit Kleintiere dort hinein können, soll die Zaununterkante 20 Zentimeter über dem Erdboden liegen.

Mehrere Behörden fordern in ihren Stellungsnahmen ein Blendgutachten, die Bahn weist auf die Erweiterung der Gleisanlagen und auf die von ihr geplante Nutzung von Flächen hin, die offenbar auch für die Solaranlage benötigt werden; und das Sachgebiet Naturschutz im Landratsamt fordert eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung. Denn auf dem Gelände sind offenbar Bodenbrüter wie Feldlerche und Kiebitz zu Hause. Außerdem weist der Bauernverband in seiner Stellungnahme auf den Verbrauch derzeit intensiv landwirtschaftlich genutzter Flächen hin. Er fürchtet zwar um die Existenz der Landwirte, hat jedoch keine grundsätzlichen Einwände.

Das Wasserwirtschaftsamt fordert eine enge Abstimmung mit den Bubenreuther Planungen für den Hochwasserschutz. Immerhin fließt der Entlesbach, der das Hochwasser ableiten soll, durch das Solar-Areal. Die Gemeinde sieht jedoch den Hochwasserschutz nicht beeinträchtigt. Aus landesplanerischer Sicht hat die Regierung von Mittelfranken gegen das Vorhaben keine Einwände.

Bedenken hat aber der Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss der Stadt Baiersdorf angemeldet. Unter anderem bemängeln die Krenstädter die Umnutzung von landwirtschaftlichen Flächen. Da jedoch weder der Bayerische Bauernverband noch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten grundlegende Einwände haben und das Vorhaben wegen der Vorbelastung des Areals durch die Bahn und die Hochspannungsleitung den Zielen von Raumordnung und Landesplanung bezüglich erneuerbarer Energien entspricht, will Bubenreuth den Argumenten aus Baiersdorf nicht folgen. Solche Bedenken haben weder die Stadt Erlangen noch die Gemeinden Marloffstein, Möhrendorf und Langensendelbach geäußert.

Mehrheitlich wurden die einzelnen Stellungnahmen vom Gemeinderat entweder zur Kenntnis genommen, oder die Einwände berücksichtigt. Bis zum 28. Juli liegen die neuen Pläne nun im Rathaus aus und können zu den üblichen Öffnungszeiten eingesehen werden. Einwände sind aber nur noch zu den geänderten Punkten möglich. 

KLAUS-DIETER SCHREITER

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