Buchsbaumzünsler wütet in Erlangen

9.8.2017, 06:00 Uhr
Der Buchsbaumzünsler beschäftigt derzeit viele Erlanger Gartenbesitzer.

Der Buchsbaumzünsler beschäftigt derzeit viele Erlanger Gartenbesitzer. © Bernd Weißbrod/dpa

So auch bei Familie Klassmann, die bereits eine vier Meter lange Hecke aufgrund der Raupe entfernen musste. Der Befall sei erst relativ spät zu erkennen, da sich der Buchsbaumzünsler von innen nach außen frisst, erklärt Veronika Klassmann. Zusätzlich erschwert wird die Suche nach der Raupe durch ihre gute Tarnung.

Mit ihrer schwarz-grünen Färbung verschmilzt sie fast vollständig mit den Farben der Buchsbaumbüsche. Gut zu erkennen ist eine befallene Pflanze an der gelblichen Verfärbung der Blätter, den kahl gefressenen Stellen und einer Art Netz, mit der die Raupe Blätter und Zweige einspinnt. Familie Klassmann bekämpft das gefräßige Insekt mit Neemöl, einem pflanzlichen Öl mit insektizider Wirkung. Das hat bereits Wirkung gezeigt, konnte den Schädling bisher jedoch nicht vertreiben.

Viel Beschwerden

Christiane Schader von der Gärtnerei Gast bestätigt, dass die Beschwerden von Kunden über einen Buchsbaumzünslerbefall in diesem Jahr extrem zugenommen haben. Sie empfiehlt zur Bekämpfung ein Bakterium mit dem Namen "Bacillus thuringiensis". Mit diesem biologischen Mittel muss der gesamten Busch nass gesprüht werden. Wichtig sei, dass die Flüssigkeit bis zu den innersten Blättern vordringt. Zusätzlich rät Schader zu einem Beschnitt der Pflanzen, am besten im April und Ende Juni. So kann verhindert werden, dass Raupen aus den meist in den Blattspitzen abgelegten Eier schlüpfen können.

Ebenso wirksam sei es, die Raupen per Hand abzulesen und die Netze, mit denen der Schädling die Pflanzen einspinnt, auszuschneiden. Auch bei der Entfernung des Schnittguts gibt es etwas zu beachten. "Die abgeschnittenen Äste gehören auf keinen Fall auf den eigenen Kompost", warnt Schader.

Denn so kann der Buchsbaumzünsler sich in abgelegten Eiern auf dem Schnittgut in Ruhe entwickeln und den Garten erneut befallen. Stattdessen ist die sicherste Methode, abgeschnittene Pflanzenteile in Plastiktüten zu verstauen, diese gut zu verschließen und dann "ausnahmsweise in den Restmüll zu werfen".

Schädling unbekannt

Während unter den Buchsbaumbesitzern helle Aufregung herrscht, weiß man im Rathaus nichts von dem Untier. In der Abteilung für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Stadtreinigung jedenfalls hat man bisher weder von Klagen über den Befall noch von dem Schädling selber etwas gehört.

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