Buckenhofer Elektromobile werden zum Erfolgsmodell

13.9.2012, 13:51 Uhr
Die Buckenhofer Elektromobile, die mit Solarstrom geladen werden, wurden bislang gut genutzt. Sie stehen für jedermann an einer Solar-Tankstelle beim Hallerhof bereit. Hier demonstriert Bürgermeister Georg Foerster, wie es geht: Vorn ist die Tastatur, mit der man den Code eingibt, dann kann man auch den Stecker aus der „Tanksteckdose“ ziehen.

© Klaus-Dieter Schreiter Die Buckenhofer Elektromobile, die mit Solarstrom geladen werden, wurden bislang gut genutzt. Sie stehen für jedermann an einer Solar-Tankstelle beim Hallerhof bereit. Hier demonstriert Bürgermeister Georg Foerster, wie es geht: Vorn ist die Tastatur, mit der man den Code eingibt, dann kann man auch den Stecker aus der „Tanksteckdose“ ziehen.

„Wir haben ja die Hoffnung gehabt, dass unser Angebot gut angenommen wird, aber der Zuspruch ist doch wesentlich größer, als wir uns je erträumt haben“: Buckenhofs Bürgermeister Georg Förster gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er von der Nutzung der Carsharing-Station mit Elektromobilen am Hallerhof erzählt.

Im Durchschnitt rund 200 Stunden pro Monat sei das E-Bike mit den 28-Zoll-Rädern unterwegs gewesen; etwa 120 Stunden das kleine mit den 26-Zoll-Rädern.

Das Elektroauto, ein viersitziger „Mia L“ mit einem 18-Kilowatt-Elektromotor (24 PS), war laut Förster ebenfalls im Durchschnitt rund 120 Stunden pro Monat im Einsatz. Mit ihm wurden in den letzten sechs Monaten immerhin mehr als 3000 Kilometer gefahren. Und das, obwohl damit in erster Linie kurze Strecken von Buckenhof zurückgelegt worden sind.

Bürgermeister Georg Förster sieht die günstige Lage der Car-Sharing-Station am Hallerhof als einen Grund für den Erfolg, lobt aber auch die große Sachkenntnis und gute Organisation der Macher von „CarSharing Erlangen“, die die gesamte Organisation des Ausleihgeschäfts übernommen haben. „Sie sind ein Garant dafür, dass es so gut funktioniert“.

Die Nutzer der Pedelecs und des Elektroautos kommen zwar überwiegend aus Buckenhof — aber auch Bürger aus den Nachbargemeinden leihen sich die Fahrzeuge gerne aus.

Förster lobt den schonenden Umgang mit den fahrbaren Untersätzen. Vandalismus habe es keinen gegeben, freut er sich. Nur hin und wieder vergesse mal jemand, den Stecker zu ziehen, wenn er losfährt. Einen Strafzettel wegen zu schnellem Fahren hat „CarSharing Erlangen“ auch schon an die Gemeinde weitergeleitet. Aber den musste natürlich der Nutzer des Autos bezahlen.

Zwar ist das Verleihen der Fahrzeuge für die Gemeinde nicht kostendeckend, aber das war für Bürgermeister und Gemeinderat auch nicht das Ziel. „Uns war wichtig, dass die Bürger Erfahrung sammeln und die Berührungsängste abbauen gegenüber solchen Elektrofahrzeugen“.

Als sichtbares Zeichen dafür, dass ein E-Mobil nur Sinn macht, wenn es auch mit Naturstrom betrieben wird, wurde auf dem Dach des Carports, unter dem die Fahrzeuge parken, eine Solaranlage mit einer Spitzenleistung von sieben Kilowatt installiert. Sie lädt die Batterien des Autos, die dann gut 100 Kilometer halten, und jene der E-Bikes. Die Fahrzeuge sind im Übrigen vom Stromlieferanten „N-ergie“ geleast, der ohnehin ausschließlich Naturstrom für die Gemeinde liefert.

Als die EN sich an der Solartankstelle am Hallerhof zum Fototermin mit Georg Förster treffen, kommt zufällig der Arzt Emeka Nkenke vorbei, um sich den „Mia L“ auszuleihen. Etwa drei bis vier Mal im Monat nutzt er das Auto, um nach Erlangen zu fahren. Kurzfristig übers Internet hat er es auch dieses Mal wieder gebucht, gibt das Passwort ein, und bekommt so den Schlüssel. „Mit dem Autobus ist es auch nicht viel günstiger“, strahlt er, und düst davon.

Tatsächlich kostet der Mia nur einen Euro pro Stunde und 25 Cent pro gefahrenen Kilometer. „Wir wollen uns mit diesen Preisen an den ÖPNV-Tarif anlehnen, so dass auch Familien einmal in die Fränkische Schweiz fahren können“ sagt Bürgermeister Förster, und ergänzt: „Wir würden alles wieder genauso machen“.

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