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Budenstadt in Erlangen ohne Glühwein und Bratwürste

Weiterhin "Weihnachtszauber" ab 4. Dezember auf dem Schlossplatz geplant - 20.11.2020 16:27 Uhr

Wenigstens ein wenig Weihnachtsstimmung soll eine sehr abgespeckte Version des Weihnachtsmarktes am Schlossplatz heuer bringen.

20.11.2020 © Klaus-Dieter Schreiter


Wochenlang liefen die Diskussionen. Schließlich sagte auch die Nachbarstadt ihren berühmten Christkindlesmarkt ab. Das war Ende Oktober. Ein Schock für Händler, Hoteliers und Tourismusbetriebe. "Auch in Erlangen war schon frühzeitig klar, dass die drei Weihnachtsmärkte in dieser Form wohl nicht stattfinden können", so Oberbürgermeister Florian Janik. Doch trotz Corona wollte man wenigstens "ein kleines bisschen Weihnachtsstimmung" bieten, und zwar in "verantwortbarer Weise", so Janik. Eine "Waldweihnacht" wird und kann es also nicht geben. Dafür einen "Erlanger Weihnachtszauber", bei dem man "Geschenke, die von Herzen kommen", kaufen kann.

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Etwa 20 Buden werden diesen "Weihnachtszauber" auf dem Schlossplatz verbreiten. Das Ganze wird den Charakter eines reinen Warenmarktes haben, der auf seine Weise für eine weihnachtliche Stimmung sorgen möchte. Davon abgesehen wollte man auch "den gebeutelten Händlern etwas helfen", so Janik. Die Besucher werden zwar wie gewohnt den Ehrenamtsstand finden wie auch die Wunschzettel-Aktion für Kinder. Aber keinen Glühweinausschank, keine Bratwurstbude, kein Kinderkarussell und keine Musikbühne. Lediglich Süßigkeiten wird es geben, gebrannte Mandeln oder Maroni. Den "Weihnachtszauber" haben Mitarbeiter des Liegenschaftsamts auf die Beine gestellt. Dagegen sind die beiden anderen Veranstaltungen, der "Mittelaltermarkt" und der "Altstädter Weihnachtsmarkt", quasi ersatzlos gestrichen. Zwar wollte die Stadt diesmal keine Standgebühren dafür einstreichen. Dennoch ist den beiden privaten Veranstaltern das wirtschaftliche Risiko zu groß und so lassen sie in diesem Jahr besser die Finger davon.

Sitzplatzidee fiel durch

So hatte Alexander Jordan am Altstädter Kirchenplatz erst ein Konzept für den nach eigenen Angaben "größten Weihnachtsmarkt bisher" aufgestellt – auch durch die notwendigen Abstände. Als dann das Ausschankverbot von Alkohol beschlossen wurde, auch seine Sitzplatzidee mit QR-Code und Nachverfolgung durchfiel, plante er kurzerhand den kleinsten Weihnachtsmarkt bislang. Doch auch der war letztlich wirtschaftlich mit der Gefahr eines Lockdowns zu gefährlich: "Eine Kommune kann das stemmen. Aber allein mit Auf- und Abbaukosten von 30000 Euro ist es privatwirtschaftlich zu riskant."

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"Das kann ich aus deren Sicht absolut verstehen", so OB Janik. Man habe die Sache jedenfalls "im guten Miteinander gelöst" und letztlich einige Buden davon auf den Schlossplatz übernommen, so Birgit Auer, Leiterin des Liegenschaftsamtes. Gefreut hat sich auch Alexander Jordan, dass ein Händlerehepaar, das seit Jahrzehnten eine Afrikahütte betreibt, unbürokratisch umziehen durfte auf den Schlossplatz: "Hier haben OB und Verwaltung toll geholfen."

Umzug in die Fußgängerzone

Noch helfen soll die Verwaltung hingegen Sabine Kunstmann, die seit Jahren den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt auf dem Neustädter Kirchenplatz organisiert. "Wir haben die Zusagen für eine Bratwurstbude und einen Crepes- und Süßigkeitenstand", sagt sie. Doch die stünden recht verloren da, meint Kunstmann. Daher hofft sie darauf, dass sie mit ihren Buden noch in die Fußgängerzone umziehen darf.

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Der "Erlanger Weihnachtszauber" wird nur drei Wochen dauern, von 4. bis 24. Dezember, 14 Uhr. Damit wird er direkt an den Beginn des Christbaummarktes gekoppelt. Die gesetzlich erlaubte Marktdauer von fünf Wochen schien nach Einschätzung der Verwaltung schlicht "zu lang" – nicht zuletzt wegen der zu erwartenden Besuchermenge und der damit verbundenen Fluktuation.

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Unter den Markthändlern gab es dazu allerdings unterschiedliche Meinungen. Letztlich überwog jedoch die Zahl derer, die eine Verkürzung der Veranstaltung vorziehen würden, nur "leicht". Auf dem "Weihnachtszauber" herrscht Maskenpflicht. Die Erfahrungen aus dem "Augustmarkt" haben gezeigt, dass sich "die Leute auch daran halten".

Dennoch wird das Liegenschaftsamt täglich vor Ort sein, und das Geschehen samt Besucherstrom beobachten und auf einen "reibungslosen Ablauf" hoffen, so Monika Singer vom Liegenschaftsamt. Auch Sicherheitsleute haben ein Auge darauf.

Der "Erlanger Weihnachtzauber" kann sicherlich nicht so sein wie die "liebgewonnene Waldweihnacht", aber "es ist das, was momentan verantwortbar ist", sagt Florian Janik. Sollten sich allerdings die Corona-Zahlen doch noch negativ verändern oder bundesweit die Bestimmungen deutlich verschärft werden, kann es durchaus passieren, dass der "Zauber" mittendrin abgebrochen werden muss. Aber soweit möchte man jetzt noch nicht denken.

RAINER WICH/CHRISTOPH BENESCH

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