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Bunte Stadtgesellschaft für Erlangen

Wochen gegen Rassismus und Antisemitismus-Veranstaltungsreihe - 15.03.2019 06:00 Uhr

Für die Internationalen Wochen gegen Rassismus wird in Erlangen ein umfangreiches Programm aufgeboten. © Harald Sippel


Ist Antisemitismus heute wieder da oder war er nie weg? Das ist eine Frage, auf die sich gerade in Erlangen, wo man jedes Jahr der antisemitischen Ermordung von Shlomo Lewin und Frida Poeschke im Jahr 1980 gedenkt, eine Antwort finden lässt. Kein Zweifel, er war nie weg. Und kein Zweifel auch, dass antisemitische, aber auch generell rassistische Tendenzen derzeit wieder stärker hervortreten. Ein Anlass zur Sorge also. "Wir erleben in Europa und auch bei uns das Erstarken von fremdenfeindlichen und rechtspopulistischen Kräften", sagt Oberbürgermeister Florian Janik mit Blick auf die bevorstehenden Europawahlen.

Die Ausstellung "Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945" ist ab Montag, 18. März, zwei Wochen lang im Foyer des Erlanger Rathauses zu sehen. Es handelt sich um eine Sonderausstellung des NS-Dokumentationszentrums München, die rechtspopulistische, rechtsradikale und rechtsextremistische Akteure, Organisationen und Parteien bis in die Gegenwart dokumentiert. Dabei gibt es auch regionale Bezüge, darunter der Mord an Poeschke und Lewin.  Am 28. März, 18 Uhr, findet eine öffentliche Führung statt. Die Ausstellung ist auch für Schulklassen interessant.

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"Bunt gegen Rassismus": Schüler de­mons­t­rie­ren in Erlangen

An den "Internationalen Wochen gegen Rassismus" haben sich auch Erlanger Schülerinnen und Schüler beteiligt. Bei einer Demonstration am Freitag setzten sich die Jugendlichen für mehr Zivilcourage ein. Insgesamt nahmen rund 500 Schüler an der Kundgebung teil, die unter dem Motto "Bunt gegen Rassismus" stand.


Dass "das Gespenst des Antisemitismus" nichts Abstraktes, sondern etwas ganz Reales ist, darauf verweist Bürgermeisterin Elisabeth Preuß. Schmierereien in der Nähe der Synagoge, die Notwendigkeit, bei Veranstaltungen einen Sicherheitsdienst einzusetzen — das gebe es auch in Erlangen. Und eben auch anderswo in Bayern. Als bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus im Januar im Landtag die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, der AfD vorwarf, die Verbrechen der Nazis zu verharmlosen, verließ ein Großteil der Abgeordneten dieser Partei den Saal.

Hier gibt´s alles zum Thema Europa und die EU

Zu dem Willen, Demokratie wirklich zu leben, gehöre auch, "ja" zu Europa zu sagen, sagt Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens. So macht am 7. Mai der Europabus in Erlangen Station, den das Bayerische Bündnis für Toleranz und die Staatskanzlei auf Tournee durch Bayern schicken.

Es mache Hoffnung, dass sich gerade auch junge Menschen für Demokratie, gegen Rassismus und Ausgrenzungstendenzen stark machen, so OB Janik. Unter dem Titel "Bunt gegen Rassismus" wird am Freitag, 29. März, wieder eine Demonstration der Erlanger Schülerinnen und Schüler stattfinden.

ek

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