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Corona: 100 Luftfilter-Geräte werden an Erlanger Schulen benötigt

Die FDP im Stadtrat drängt weiter auf Anschaffung der Geräte - 18.11.2020 14:30 Uhr

Infektiöse Aerosole werden durch Luftfilteranlagen aus der Raumluft zum großen Teil herausgefiltert, wie eine Studie der Universität der Bundeswehr München gezeigt hat.

17.11.2020 © imago images/Alexander Limbach


Corona macht sich auch an den Erlanger Schulen zunehmend bemerkbar. Die Zahl von Schülern und Lehrern, die in häuslicher Quarantäne sind, ist inzwischen auf 470 gestiegen (Stand: Dienstag, 17. November), darunter sind neun positiv getestete Personen. Am vergangenen Donnerstag waren 278 Schüler und Lehrer in Quarantäne, darunter sieben positiv getestete Personen.

Die Lage der Schulen gerät nach den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise stärker in den Fokus. Konkrete Beschlüsse sollen nächste Woche fallen. Auch die Forderung nach Wechselunterricht steht im Raum. Unter anderen drängt darauf bereits die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach äußerte sich nun im Deutschlandfunk in diese Richtung. Man müsse davon ausgehen, dass in den Schulen ein hohes Infektionsgeschehen unterwegs sei. Außerdem sprach er sich für die Anschaffung von Luftfilteranlagen für Klassenräume aus, die sich nicht gut lüften lassen.

Um dieses Thema - das zuvor schon behandelt worden war - ging es auch im jüngsten Bildungsausschuss des Erlanger Stadtrats. 37 Millionen Euro Fördervolumen stellt der Freistaat zur Verfügung, damit für Schulräume, die nicht gelüftet werden können, solche Anlagen angeschafft werden können.

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Mit derselben Förderrichtlinie soll auch die Anschaffung von CO2-Sensoren unterstützt werden. Die Verwaltung macht eine Bedarfsabfrage an den Schulen, das Ergebnis soll im Bauausschuss am 1. Dezember vorgelegt werden.

6000 Euro pro Gerät

Es sehe so aus, als ob in Erlangen 100 Luftfiltergeräte gebräucht würden, sagt Brigitte Bayer, die Leiterin des Schulverwaltungsamtes. Die Verwaltung geht von Kosten in Höhe von 6000 Euro pro Gerät aus, so dass die Gesamtkosten allein für die Filtergeräte 600.000 Euro betragen würden. Die Höchstfördersumme des Freistaats pro Gerät liegt bei 3500 Euro. Hinzu würden 220.000 Euro für CO2-Sensoren kommen. Wie hoch die Förderquote für Erlangen sein wird, welche Kosten tatsächlich übernommen werden und welche die Kommune tragen muss, werde sich am Ende aus dem Gesamtbedarf in Bayern errechnen, so Bayer.

Die FDP-Stadtratsgruppe präsentierte im Bildungsausschuss ihren Haushaltsantrag, der zunächst 100.000 Euro für Aerosolfilter vorsah. Damit sollten insbesondere solche Klassenräume ausgerüstet werden, in denen ein effektives Stoß- oder Querlüften nicht oder nur unzureichend möglich ist. Nachdem das Schulverwaltungsamt in dieser Sitzung bereits von einem benötigten Investitionsvolumen von 700.000 Euro sprach, will die FDP nun darauf reagieren und die Aufstockung ihres Antrags auf 350.000 Euro beantragen. Der Antrag wurde zur endgültigen Entscheidung in den Haushaltsausschuss Anfang Dezember verwiesen.

Studie der Bundeswehr-Universität ignoriert

Während der Sitzung sei lang und kontrovers diskutiert worden, so die FDP. Insbesondere die Vertreter der CSU hätten die Ansicht vertreten, dass die Studienlage zu Aerosolfiltern nicht eindeutig sei und Lüften ohnehin die effektivere Methode. Eine Studie der Universität der Bundeswehr, die die hohe Wirksamkeit solcher Geräte nachweise, sei ignoriert worden.

ek

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