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Corona: Erlanger Chirurgie-Chef warnt vor aufgeschobener OP

Experte sieht Gefahr, dass Tumoren bei langer Wartezeit schon gestreut haben - 03.08.2020 15:00 Uhr

Dringende Operationen sollten nicht zu lange verschoben werden.

© dpa


Prof. Robert Grützmann

© Glasow Fotografie


Herr Prof. Grützmann, Krebs machte und macht auch in Corona-Zeiten keine Pause. Wie viele Tumorpatienten ließen und lassen denn wichtige Termine oder gar Operationen aus Angst vor Ansteckung ausfallen?

Das ist eine gute Frage. Ich glaube aber, dass das gar nicht so viele sind. Wir haben nur wenige Patienten, die von sich aus Termine abgesagt haben und aus Angst vor Corona nicht ins Krankenhaus gehen. Ich glaube, das Problem liegt eher woanders:Die Patienten sind eine Zeit lang nicht zum Haus- oder Facharzt gegangen, um sich untersuchen zu lassen. Damit wurden aber wichtige Vorsorgeuntersuchungen nicht durchgeführt.

Haben Sie das in der Klinik gespürt?

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Ja, wir haben das ein wenig daran gemerkt, dass etwa Blinddarmentzündungen gefühlt fortgeschrittener als üblicherweise waren, als die Patienten in die Klinik kamen.

"Bei Krebs ist es eine Frage der Zeit"

Was können bei Krebs die Folgen verschobener Termine sein?

Bei Krebs ist es eine Frage der Zeit. Es dauert etwa beim Dickdarmkrebs wenige Jahre, bis aus dem Polyp ein bösartiger Tumor wird. Das ist kein Problem von wenigen Tagen. Aber je länger man wartet mit einer Diagnostik, desto später kommt die Therapie und dann haben wir die Gefahr von erhöhten Tumorstadien, dass also der Tumor eher streut oder schwieriger zu behandeln ist.

Wie nehmen Sie Patienten die Angst?

Ich erkläre ihnen, dass wir alle Vorsichtsmaßnahmen treffen und die Sicherheit bei uns gegeben ist.

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