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Corona-Fall in Herzogenaurach: Leichtathletik-Wettkampf abgesagt

Positiv getestet: Mittelfränkische Meisterschaften der Herren und Damen fällt aus - 31.08.2020 17:53 Uhr

Auch im Sprint wollen die mittelfränkischen Leichtathleten am Sonntag durchstarten: Ihre Meisterschaft aber wurde wegen eines Corona-Falls abgesagt.

© Sportfoto Zink / OGo


In den Einzelsportarten und mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept haben sogar schon Deutsche Meisterschaften im Freien stattgefunden. Die Mittelfränkische Meisterschaft aber musste abgesagt werden. Die TSH informierte die Teilnehmer Samstagnachmittag in einem kurzen Schreiben über die Absage, der Wettbewerb war für Sonntag geplant.


Die Hand hielt mit: Christoph Lange bei der Deutschen Meisterschaft


"Jemand aus der Abteilung wurde positiv auf das Coronavirus getestet", sagt Abteilungsleiter Kai Bauer, Freitagabend habe er davon erfahren. "Derjenige war schon die Woche über nicht im Training, doch er hatte mit drei anderen Athleten aus unserer Gruppe Kontakt." Diese hätten sich in Quarantäne begeben und testen lassen, die Ergebnisse aber stehen noch aus. "Deshalb haben wir uns entschieden, den Wettkampf abzusagen."

Die betroffenen Vereine, unter anderem auch aus Erlangen, Eckental und Höchstadt, hätten vollstes Verständnis für die Entscheidung gehabt. Und auch der Vorsitzende des Bayerischen Leichtathletik-Verbands Bezirk Mittelfranken, Jürgen Bodach, sagt, die Verantwortlichen der TSH hätten richtig gehandelt. Er selbst wäre ebenfalls am Sonntag in Herzogenaurach gewesen, sogar als Stadionsprecher involviert. "Es ist ein Glück, dass es frühzeitig erkannt wurde. Wir wollen ja keinen Hotspot in Herzogenaurach", sagt Bodach. "Im Verband gib es Richtlinien zur Absage der Veranstaltung, wenn ein Verdacht auftritt." Diese wurden eingehalten.

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Spektakel in der Luft: Stabhochsprung in Herzogenaurach

Erstmals wieder ein Leichtathletik-Wettkampf in Corona-Zeiten. Bei der Turnerschaft Herzogenaurach fanden die Mittelfränkischen Meisterschaften im Stabhochsprung satt. Favorit Christoph Lange (rotes Trikot) von der TSH stieg erst kurz vor Schluss ein, einziger ernsthafter Konkurrent für ihn war Keno Harms (blaues Trikot) von dem LAC Quelle Fürth, der sich aber letztlich geschlagen geben musste.


Insgesamt ist Bodach vom Hygienekonzept der Leichtathletik-Veranstaltungen überzeugt. Dieses habe sich bereits bei einer Jugend-Meisterschaft in Zirndorf bewährt. Generell erhöhe eine Meisterschaft das Risiko sich anzustecken nicht. "Das kann überall passieren, in jedem klimatisierten Bürogebäude", sagt Bodach. "Wir können froh sein, dass unsere Wettkämpfe draußen sind." Kai Bauer sagt, die TSH habe sich im Vorfeld viel Mühe beim Corona-Konzept gegeben, auch das Gesundheitsamt erlaubte die Veranstaltung. "Die Absage ist uns nicht leicht gefallen, doch es war der einzige Weg, um Kampfrichter, Athleten und Betreuer zu schützen."

Nachgeholt wird diese Mittelfränkische Meisterschaft nicht. "Es gab bereits Deutsche Meisterschaften, bald stehen die Bayerischen an", sagt Bodach. "Wir wollten den Sportlern eine Chance geben, um sich auch im Bezirk zu beweisen. Jetzt ist das aber zeitlich nicht mehr möglich." Schade für die Sportler. Die bereits bezahlten Startgelder wird die TSH allerdings zurückzahlen.


Neues Corona-Testzentrum in Erlangen wird gerade aufgebaut


"Und unseren Sportlern geht es gut", sagt Bauer noch. Für den 32-Jährigen ist es das erste Jahr als Abteilungsleiter, offensichtlich kein einfacher Start. "Der Krankheitsverlauf des positiv getesteten Sportlers ist milde." Das Training haben die Herzogenauracher dennoch erst einmal ebenfalls abgesagt.

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