Corona-Impfreihenfolge in Bayern: So funktioniert das Portal Bayimco

19.4.2021, 07:16 Uhr
Viele warten auf ihre Corona-Impfung.

© Paul Zinken/dpa Viele warten auf ihre Corona-Impfung.

Wer Antworten hinterfragt, kommt zu neuen Fragen. So wie unsere Kundinnen und Kunden. Auf große Resonanz stieß der Bericht "Warten auf Corona-Impftermin in Erlangen" über die Terminvergabe durch das Corona-Impfzentrum. Bereits in diesem Beitrag hatte dieses Medienhaus Anregungen und Kritik an Registrierung und Impfpriorisierung an die Verantwortlichen weitergegeben und entsprechend nachgefragt.

Damals verwies Christofer Zwanzig, der Pressesprecher der Stadt Erlangen, bei der Reihenfolge unter anderem auf den Algorithmus des bayernweiten Portals Bayimco, das innerhalb einer Gruppe Binnenpriorisierung vornehme und Vorerkrankungen gemäß der deutschen Impfverordnung berücksichtige.

Wie funktioniert Baymico?

Doch wie sieht das in der Umsetzung aus? So manche Kunden aus Erlangen und Erlangen-Höchstadt haben da nämlich andere Erfahrungen gemacht und möchten wissen, wie das sogenannte Bayerische Impfmanagement gegen Corona, eben kurz Bayimco, genau funktioniert.

"Die Priorisierung erfolgt primär zunächst anhand des Alters", erläutert eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums. Um nicht-altersbezogene Indikationen, wie beispielsweise berufliche Impf-Indikationen, gerecht berücksichtigen zu können, erhielten Personen, die in diese Gruppen fallen, ein virtuelles Alter sowie einen durch die EDV ermittelten statistischen Korrekturfaktor und würden somit gleichmäßig innerhalb der jeweiligen Prioritätsgruppe verteilt.

"Der exakte Algorithmus", betont die Sprecherin, "kann allerdings aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht werden, um Missbrauch vorzubeugen."


Virtuelles Alter bei Baymico: Darum werden Jüngere manchmal eher geimpft als Ältere


Wie die Priorisierung nach Alter verläuft, ist klar (von Gruppe 1 ab 80 Jahren bis Gruppe 3 ab 60 Jahren). Doch was oder wer zählt (neben Rettungskräften, medizinischem Personal und Mitarbeitenden in Senioren-oder anderen -einrichtungen noch zur beruflichen Impf-Indikation?

Daher möchte eine 75-jährige Person wissen, ob sich unter dem vorgezogenen Uniklinik-Personal Verwaltungsangestellte befinden? Die Person schreibt in einer E-Mail an dieses Medienhaus: "Das klinische Personal verstehe ich, aber jetzt nicht auch noch die gesamte Verwaltung."

Klare Vorgaben durch Impfverordnung

Das ist nicht der Fall, stellt Ute Klier aus der Pressestelle der Stadt Erlangen klar. Das Impfzentrum Erlangen/Erlangen-Höchstadt halte sich streng an die geltende Impfverordnung. Demnach sei keine priorisierte Impfung von Verwaltungspersonal von Kliniken oder Einrichtungen des Gesundheitswesens ohne Patientenkontakt vorgesehen.

Es sei natürlich nicht auszuschließen, dass Personen, die in Klinikverwaltungen arbeiten, aufgrund schwerer Vorerkrankungen, weil sie Angehörige pflegen, enge Kontaktpersonen von Schwangeren sind oder andere Risikofaktoren auf sie zutreffen, bereits geimpft worden seien. "Dann", sagt Klier, "ist der Beruf aber nicht entscheidend für die Priorisierung gewesen."


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Und wie sieht es bei Lehrerinnen und Lehrern aus, welche Pädagogen aus welchen Einrichtungen werden bevorzugt? Klier führt dafür die Corona-Virusimpfverordung (CoronaImpfV) vom 10. März 2021 an. Demnach haben Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen tätig sind, mit hoher Priorität Anspruch auf eine Schutzimpfung.

Änderungen sind Aufgaben des Bundes 

Das wird voraussichtlich vorerst so bleiben. Denn noch gibt es zu der von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) angesprochene Aufhebung der Priorisierung nichts Konkretes, sagte die Ministeriumssprecherin weiter. Dazu müsse erst ausreichend Impfstoff vorhanden sein; zudem seien Änderungen Aufgaben des Bundes.

Also wird bis auf Weiteres wie bisher nach Priorisierung  geimpft. Für das hiesige Impfzentrum heißt das nach Kliers Angaben: In der KW 15 werden etwa 7000 Impfungen in Erlangen und mit den mobilen Teams durchgeführt und etwa 3500 Impfungen in den Außenstellen.