Corona: Lehrer in Erlangen warten auf die Impfung

14.4.2021, 18:30 Uhr
Vorbereitung einer Corona-Impfung.

Vorbereitung einer Corona-Impfung. © Marwan Naamani/dpa

Es ist durchaus möglich, dass die Schulen in Erlangen ab nächster Woche wieder in den Distanzunterricht gehen – dann nämlich, wenn am Freitag die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt. Doch im Moment sind noch alle Klassen im Präsenz- beziehungsweise Wechselunterricht. Mehr Sicherheit soll Schülern und Lehrern die seit Montag geltende Testpflicht geben. Aus Lehrerkreisen ist zu vernehmen, dass man sich aber insbesondere durch die Impfung einen besseren Schutz verspricht. Die jedoch lässt bei sehr vielen Lehrern noch auf sich warten – auch bei Grundschullehrern, obwohl sie beim Impfen Vorrang bekommen sollen.

Grundschullehrer sind, ebenso wie beispielsweise Erzieher, in der Prioritätsgruppe 2 eingestuft, weil sie im Umgang mit jüngeren Kindern den Abstand weniger leicht einhalten können als ihre Kollegen der weiterführenden Schulen. Eine kleine Umfrage bei Erlanger Grundschulen zeigt jedoch, dass mitnichten bisher alle Lehrer geimpft wurden.

Geimpfte sind entspannter

"Nicht-geimpfte Lehrer haben Angst", sagt eine Schulleiterin gegenüber unserer Zeitung. Sie beobachte zwar derzeit, dass sich das Tempo bei den Impfungen im Kollegium erhöhe, doch die Hälfte der Kollegen sei noch nicht geimpft beziehungsweise habe noch nicht einmal einen Impftermin. "Diejenigen, die geimpft sind, entspannt das ein bisschen", sagt die Rektorin. "Besonders, wenn die Kinder beim Testen ihre Masken abnehmen."

Bei dem für die Grundschulen der Stadt Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt zuständigen staatlichen Schulamt gehen unterdessen angesichts des schleppenden Impftempos "massive Beschwerden von Lehrkräften" ein, wie Schulamtsdirektor Siegfried David sagt. Den Rückmeldungen entnehme er, dass in Forchheim, Bamberg, Fürth und Nürnberg die Grundschullehrer bereits flächendeckend durchgeimpft seien, wohl auf Veranlassung der jeweiligen Bürgermeister und Landräte hin. Im Zuständigkeitsbereich des Erlanger Impfzentrums sei dies jedoch nicht der Fall.

Drei Möglichkeiten beim Impfen

Bei der Pressestelle der Stadt wird das Vorgehen des Impfzentrums in Erlangen näher erläutert. Die Situation in anderen Städten und Landkreisen könne man nicht beurteilen, heißt es. Die Staatsregierung habe jedoch drei Möglichkeiten genannt, die Impfungen zu realisieren: "1. Die entsprechende Eingabe und Priorisierung durch das Impfportal und die Einladung zu individuellen Impfterminen ins Impfzentrum. 2. Sondertermine für Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher. 3. Impfung in Schulen und Einrichtungen durch mobile Teams."

"Die Verantwortlichen des Impfzentrums haben gemeinsam mit der Führungsgruppe Katastrophenschutz entschieden, dass für das Erlanger Impfzentrum die Variante 1 am sinnvollsten ist", heißt es weiter. "Zum einen, weil die Impfstofflieferungen seit einigen Wochen zunehmen und die Berufsgruppe auch über das Registrierungsportal zeitnah Impftermine erhalten hat und erhält, zum anderen, weil so innerhalb der großen Prioritätsgruppe 2 gesunde und junge Lehrerinnen und Lehrer nicht schwer erkrankten 79-Jährigen vorgezogen wurden und werden." Andere Impfzentren hätten dies aus unterschiedlichen Gründen, "die oftmals auch organisatorischer Natur waren und sind, beispielsweise weil die Kapazitäten der Zentren nicht ausreichend sind, anders entschieden".

Kein Abweichen vom bisherigen Vorgehen

Bei den individuellen Impfterminen über das Registrierungsportal werde das Impfzentrum Erlangen/Erlangen-Höchstadt auch bleiben. "Derzeit steht aber vergleichsweise viel Impfstoff zur Verfügung, so dass die Prioritätsgruppe 2 zügig abgearbeitet werden kann." Allein in der laufenden Woche seien 10.000 Impfungen vorgesehen. Insofern sei davon auszugehen, dass alle Lehrer und Erzieher "zeitnah zur Terminvereinbarung eingeladen werden".