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Corona-Verstöße melden: Das sagt die Polizei in Erlangen dazu

Polizisten werden nicht besonders häufig von "Hilfssheriffs" kontaktiert - 21.04.2021 11:54 Uhr

In Einsatzzentralen wie dieser werden die Anrufer entgegen genommen, die den Notruf 110 gewählt haben.

07.05.2020 © Archivfoto: Michael Matejka


Anrufer, die beobachtet haben wollen, wie jemand seine Maske im Bus nicht trägt. Anrufer, die Personengruppen, die das Abstandsgebot unterschreiten, mitteilen. Anrufer, die beim Nachbarn im Garten mehr als eine Person gesehen haben wollen, die nicht zum Hausstand gehören. Die Infektionsschutzmaßnahmen haben mancherorts zu einer gravierenden Häufung von Meldungen beobachteter Corona-Verstöße geführt, dass die Polizei kaum hinterherkommt, diese Hinweise zu bearbeiten.

"Es gibt diese Anrufe"

"Auch in Erlangen gibt es diese Anrufe", sagt ein Sprecher der Polizei. "Aber bei weitem nicht jeden Tag, ganz im Gegenteil: Denunziantentum gibt es in unserer Stadt eigentlich nicht."

Auch sei der Erlanger Polizei kein "Hilfssheriff" bekannt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Allgemeinheit zu kontrollieren – und tagtäglich Verstöße der Polizei zu petzen. "Das mag es andernorts geben, aber wir in Erlangen müssen die Bürgerinnen und Bürger loben: In der großen Mehrheit halten sich die Menschen an das Infektionsschutzgesetz", so der Polizeisprecher weiter. "Da gibt es dann schlichtweg auch gar nichts zu petzen."

Häufig Ruhestörungen

Zwar werden die Kolleginnen und Kollegen häufiger zu Ruhestörungen gerufen, etwa wenn in Studenten-Wohngemeinschaften nachts um 1 Uhr noch immer laute Musik und Gelächter nach außen dringen. "Hier kommt es auch mal vor, dass fünf oder acht Personen zusammensitzen. Das ist dann keine Party in dem Sinne, aber ein Verstoß gegen die Maßnahmen. Aber auch das ist nicht regelmäßig der Fall."

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Auch das Erlanger Ordnungsamt, das die Anzeigen der Polizei dann verfolgt, spricht nicht von vermehrten Anruferinnen und Anrufern, die Vergehen gegen Maskenpflicht oder Abstandsgebot melden und damit Kapazitäten binden: "Natürlich sollte man nicht wegen jeder Lappalie bei uns anrufen, da man damit in unnötiger Weise Kapazitäten unserer Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern bindet.

Gleichwohl sind viele Meldungen, die uns gemacht werden, durchaus hilfreich. Dadurch können wir besser auf akute Probleme reagieren. In der Praxis gibt es kein Problem, dass zu viele Bürger Verstöße melden würden", so die Ordnungsbehörde auf Anfrage.

chb

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