Coronavirus: Mittlerweile 60 Infizierte in Deutschland

28.2.2020, 21:12 Uhr
28.02.2020, Nordrhein-Westfalen, Essen: Canan Emcan, Stationsleiterin auf der Infektionsstation der Uniklinik Essen, steht in Schutzkleidung und mit einer Atemmaske in einer Schleuse und bekleidet sich mit einem Gesichtsschutz. Hier werden besonders schwere Fälle behandelt und hier könnten in Zukunft auch Coronavirus-Patienten untergebracht werden. Foto: Marcel Kusch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

© Marcel Kusch/dpa 28.02.2020, Nordrhein-Westfalen, Essen: Canan Emcan, Stationsleiterin auf der Infektionsstation der Uniklinik Essen, steht in Schutzkleidung und mit einer Atemmaske in einer Schleuse und bekleidet sich mit einem Gesichtsschutz. Hier werden besonders schwere Fälle behandelt und hier könnten in Zukunft auch Coronavirus-Patienten untergebracht werden. Foto: Marcel Kusch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Den Coronafall hat das bayerische Gesundheitsministerium am späten Donnerstagabend bestätigt. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, dass ein Mann aus Mittelfranken "in Deutschland Kontakt mit einem Italiener hatte, der nach seiner Rückkehr nach Italien SARS-CoV-2 positiv getestet wurde". Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit Sitz in Erlangen hat den Fall ebenfalls bestätigt.

Nach Informationen der Erlanger Nachrichten handelt es sich bei dem Patienten um einen Professor an der Erlanger Hautklinik. Der Mediziner soll sich auf einem Kongress in München bei einem italienischen Kollegen angesteckt haben. Das Gesundheitsamt hat Kontaktpersonen ermittelt. Diese sollen sich häuslich isolieren und ihren Gesundheitsstatus fortlaufend beim Gesundheitsamt melden.


Coronafall in Erlangen: So geht es dem infizierten Oberarzt


Der infizierte Mediziner wird derzeit in der Erlanger Uniklinik behandelt. Dort gab es nach unseren Informationen am Freitagmorgen bereits Krisengespräche. Auch das Gesundheitsministerium hat angekündigt, sich im Laufe des Tages genauer zu dem Fall äußern zu wollen.

Orthopädiepraxis in Erlangen musste schließen

In Erlangen musste unterdessen eine Orthopädie- und Unfallchirurgiepraxis schließen. Inwieweit der infizierte Dermatologe Kontakt mit Mitarbeitern der Praxis hatte, ist derzeit noch unklar. Ein Aushang an der Praxis weist darauf hin, dass sie "akut aus gesundheitlichen Gründen" bis zum 14. März geschlossen bleiben muss. Gesichert ist die Information, dass der erkrankte Wissenschaftler Kontakt mit mehreren Medizinern in Erlangen hatte.

Unterdessen haben Vertreter des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt, der Stadt Erlangen, des Gesundheitsamtes und des Uniklinikums eine Krisensitzung einberufen. Dort soll das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Das Gesundheitsamt Erlangen hat angekündigt, die Öffentlichkeit über die aktuellen Entwicklungen zu informieren.

In der Hautklinik der Uni Erlangen, in der der infizierte Professor arbeitet, ist am Freitag von geschäftigem Treiben keine Spur. Die Gänge sind menschenleer, ein Aushang erklärt, dass die Privatambulanz am Freitag geschlossen bleibt.

Wie der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes, Dr. Frank Neumann, berichtet, hat die Behörde bislang 47 Personen ermittelt, die ab Montag, 24.02.2020, Kontakt zu dem Betroffenen in der Hautklinik hatten. Die Liste der Kontaktpersonen wird ständig aktualisiert. Darunter sind 27 Mitarbeiter, die engeren Kontakt zum erkrankten Oberarzt hatten. Diese engeren Kontaktpersonen wurden heute schnellstmöglich häuslich isoliert und auf das Virus getestet. Die Maßnahmen erfolgten in laufender enger Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitsamt Erlangen-Höchstadt, dem Landratsamt Erlangen-Höchstadt, der Stadt Erlangen und dem Universitätsklinikum Erlangen. Stadt und Gesundheitsamt stehen in ständigem und engen Kontakt," sagt Oberbürgermeister Florian Janik. "Wir werden die Entwicklung beobachten und die Lage gemeinsam in enger Abstimmung von Tag zu Tag neu beurteilen", schließt sich Landrat Alexander Tritthart an.

"Die Krankenversorgung am Universitätsklinikum Erlangen ist in allen Bereichen weiterhin ohne Gefahr für Patienten und Mitarbeiter sichergestellt", sagte der Ärztliche Direktor. "Wir haben aktuell eine Situation, wie wir sie nahezu jährlich in ähnlicher Form in der Grippesaison erleben. Wir sind darauf vorbereitet und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen mit der aktuellen Situation hochprofessionell um." Alle Personen, die selbst von einer Infektionserkrankung (z. B. Schnupfen, grippaler Infekt oder Durchfall) betroffen sind, werden gebeten, momentan von Besuchen Angehöriger im Universitätsklinikum Erlangen abzusehen. Weitere Informationen für Patienten Besucher und Patienten, die seit vergangenem Montag, 24.02.2020, in der Hautklinik waren und grippeähnliche Symptome verspüren, werden gebeten, sich zunächst telefonisch bei ihrem Hausarzt oder dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst zur diagnostischen Abklärung zu melden.

Der Artikel wurde um 11.53 Uhr aktualisiert.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus in Kürze:

Im Falle einer Coronavirus-Pandemie besteht nach aktuellem Stand kein Grund zur Sorge: Die Krankenhäuser in Bayern sind dafür gut vorbereitet.

Das Robert-Koch-Institut informierte am Donnerstag die Öffentlichkeit darüber, ist.

Experten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betonen derzeit, dass kein Grund zur Panik besteht. Für den Notfall verweisen sie auf eine Liste an Vorräten, die Sie immer zuhause haben sollten.

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