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Crowdfunding soll Erlanger Kultkneipe "Gummi Wörner" in Coronakrise helfen

Club-Kneipe am Erlanger Martin-Luther-Platz hat große finanzielle Sorgen - 29.04.2020 06:00 Uhr

Ein Bild aus besseren Tagen: Ob und wann es wieder einmal so proppenvoll zugehen kann im „Gummi Wörner“, steht in den Sternen.


Immerhin: Über 12 000 Euro (Stand Dienstag) hat Alexander Jordan, Chef der Kultkneipe "Gummi Wörner" am Martin-Luther-Platz, seit Gründonnerstag eingenommen. Wie bitte? Wie ist das möglich in einer Branche, die wegen der Corona-Krise seit Wochen die Beine stillhalten muss?



Komplett geschlossen alles, und bei reinen "Getränketempeln", wie eben auch der seit 17. März geschlossene "Gummi Wörner" einer ist, ist halt auch – anders als bei einer Brauerei – kein To-Go-Angebot möglich.

Unternehmer sind erfinderisch. Alexander Jordan hat den Gutschein-Aktionen vieler anderer Betriebe noch eins draufgesetzt: Er hat am 9. April eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, die ihm und seinen 13 kurzfristig oder geringfügig Beschäftigten das wirtschaftliche Überleben während der "staden" Zeit sichern helfen soll. Nürnberger "Vorbilder" wie der "Club Stereo" und die "Mata Hari Bar" haben ihn animiert, auf der Plattform Startnext.com ebenfalls einen Hilferuf zu starten. Crowdfunding bedeutet im Grunde klassisches Spenden ohne Gegenleistung, aber Jordan hat sich sagen lassen, dass dies im Verbund mit "Dankeschöns" besser ankäme, dass einfach "mehr hängen bleibt".

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Also bietet er auf der Seite seinen Unterstützern (aktuell sind es über 300) auch die üblichen Gutscheine in gestaffelter Höhe sowie Accessoires wie Armbänder, Postkarten mit Bildern aus der Kneipe und Hoodies an. Abzüglich der Herstellungskosten wandert der Erlös in den Geld-Topf. Auf 13 500 Euro belaufen sich seine monatlichen Fixkosten, hat Alexander Jordan errechnet. Heißt: Miete und Nebenkosten, Lohnfortzahlungen, Versicherungen und so weiter. Da er die Crowdfunding-Aktion auf zwei Monate, bis 10. Mai, begrenzt hat, wären es insgesamt 27 000 Euro, die auf der Startnext-Seite auflaufen müssten.

"Dieses Ziel erreichen wir nie", sagt Jordan, der außerdem nicht daran glaubt, dass es eventuell Ende Mai wieder mit den Kneipen losgehen könnte. "Stand heute denke ich, dass das frühestens im Juli oder August der Fall sein wird." Und neben dem normalen Theken-Betrieb sind ihm mit der abgesagten Bergkirchweih und dem abgesagten Comic-Salon noch zwei wichtige Einnahmequellen weggebrochen.

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Was also noch tun? Alle Anträge auf Soforthilfe bei Bund und Land sind gestellt. "Die Miete ist nicht verhandelbar", sagt Jordan resigniert. Zumindest sein Bierlieferant, die Weißenoher Brauerei, hat ihm die letzte Rechnung zurücküberwiesen und ihm somit den Betrag gestundet. "Wenn das alles irgendwie gut ausgeht", sagt Alexander Jordan, "dann plane ich eine Party im ,Gummi Wörner‘".

Info: Zur Crowdfunding-Kampagne geht es hier


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MANFRED KOCH

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