Gebäude benötigt Generalsanierung

Darum steht noch jahrelang ein Zaun um das Schloss der FAU

24.9.2021, 05:55 Uhr
Das Schloss, in dem die Uni sitzt, bedarf einer Generalsanierung.

Das Schloss, in dem die Uni sitzt, bedarf einer Generalsanierung. © Christoph Benesch, NN

Bei einem Ortsbesuch im Jahr 2015 hatte Bayerns Innen- und Bauminister Joachim Herrmann angekündigt, sich dafür einzusetzen, die notwendige Sanierung und den Umbau des Markgrafenschlosses der FAU rasch in Angriff zu nehmen. Ein Schwerpunkt der Sanierung war nach den Worten Herrmanns die Sanierung der Fassade. Die substanzgefährdenden Fassadenschäden umfassen im Wesentlichen Risse und Abplatzungen, Sockeldurchfeuchtung und lose Verankerungen der Steinfiguren sowie die massive Abnutzung der Fenster. Als Sicherheitsabsperrung wurde deshalb ein Bauzaun aufgestellt.

Nun, sechs Jahre später, steht der Zaun immer noch. Er und die Schutzdächer an den Eingängen müssen bleiben, bis die Fassade saniert wird - und zwar

im Rahmen einer Generalsanierung des Gebäudes, wie Dieter Maußner, Leiter des Staatlichen Bauamts Erlangen-Nürnberg mitteilt. "Diese ist nicht im laufenden Betrieb umsetzbar, da statische, brandschutztechnische und haustechnische Erneuerungen, bis hin zu Optimierungen in der Raumaufteilung, unter Beachtung der denkmalpflegerischen Belange notwendig sind", so Maußner.

Wann die Generalsanierung losgeht, steht noch nicht fest. "Die Genehmigung solcher Maßnahmen unterliegt den Haushaltsverhandlungen des Freistaates Bayern im Rahmen der Haushaltsaufstellung und Genehmigung durch den bayerischen Landtag", schreibt Maußner.

Das wurde im Schloss gemacht

Was ist im Schloss seit Joachim Herrmanns Ankündigung vorangekommen? Maußner gibt Auskunft: "Als Grundlage für eine fundierte Planung wurden seither umfangreiche Voruntersuchungen an der Fassade und im Gebäude durchgeführt und erforderliche Gutachten erstellt. Für den Substanzerhalt wurden einige Figuren vom Dach abgenommen und bis zur einheitlichen Restaurierung eingelagert."

Aufzug eingebaut

Daneben habe es kleinere Instandsetzungsmaßnahmen gegeben wie die Renovierung der Treppenhäuser, die Räume der Poststelle, die Sanierung eines Kanalabschnitts und mehrerer Büroräume. Im Innenbereich wurden im Rahmen des Bauunterhalts kleinere Instandsetzungsmaßnahmen umgesetzt wie beispielsweise die Renovierung der Treppenhäuser, der Räume der Poststelle, die Sanierung eines Kanalabschnitts und sukzessive je nach Bedarf einzelne Büroräume. Der Senatssaal wurde ebenfalls saniert und ein Aufzug eingebaut.

Immerhin: Das Bauamt plant laut Maußner derzeit die Sanierung des Mittelrisalits der Westfassade. Ziel sei eine Umsetzung in den kommenden beiden Jahren.

Wie wichtig die Generalsanierung des Schlosses ist, unterstreicht die FAU auf Nachfrage unserer Redaktion. "Für die FAU ist das Schloss der Ort, an dem nationale und internationale Partner empfangen werden und wo über wichtige Forschungs- und Fördergelder verhandelt wird - aber auch der Ort, an dem Studierende und viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der FAU zum ersten Mal (physisch) begegnen", teilt Sprecher Boris Mijat mit. Dringlich seien besonders die Sanierung der Fassade und des Daches, das immer wieder an kleineren Stellen undicht sei, sowie die Erneuerung der Sanitäranlagen.

2022 könnte es konkret werden

Derweil hat der Erlanger Landtagsabgeordnete Matthias Fischbach (FDP) eine Anfrage bei Bauministerin Kerstin Schreyer (CSU) zum Zustand des Schlosses gestellt. "Das Markgräfliche Schloss weist tatsächlich statischen, brandschutztechnischen und haustechnischen Erneuerungsbedarf auf", heißt es in Schreyers Antwort.

Diese "umfangreichen Bauarbeiten", wie Schreyer schreibt, könnten nur im Rahmen einer "großen Baumaßnahme" umgesetzt werden. Dann folgt ein Satz, der darauf hindeutet, dass es 2022 tatsächlich konkret werden könnte: "Vorbehaltlich des Verlaufs des Haushaltsgesetzgebungsverfahrens erwarten wir hierfür den Planungsauftrag des Wissenschaftsministeriums im kommenden Jahr."

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