Das ist Weltklasse: Badminton-Turnier in Erlangen

Erlangen: Redakteurin der Erlanger Nachrichten: Katharina Tontsch. 02.07.2015. Foto: Harald Sippel
Katharina Tontsch

Sportredakteurin in Erlangen

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22.11.2018, 15:00 Uhr

© Foto: Klaus-Dieter Schreiter

Man darf sich das Leben von Detlef Poste nicht so vorstellen wie das von Joachim Löw. Nicht, weil die Badminton-Nationalmannschaft so erfolglos ist wie lange nicht. Sondern vor allem, weil sich die Arbeit des Chef-Bundestrainers des Deutschen Badminton-Verbands gänzlich unterscheidet von der des Bundestrainers der besten deutschen Fußballer.

Detlef Poste und sein Team an Disziplin-Trainern arbeiten täglich mit ihren Spielern. Diese trainieren nicht im Verein, sondern in den Stützpunkten des Verbands. Wenn sich die Nationalmannschaft Mitte Dezember in Erlangen trifft, gibt es deshalb kein großes Wiedersehen. Zumindest nicht untereinander.

Für die fränkischen Badminton-Fans hingegen ist es ein Wiedersehen nach langer Zeit, vor zwei Jahren fand das letzte Länderspiel in Erlangen statt, ein Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Dänemark. Diesmal aber reisen die besten Badmintonspieler des Landes nicht wegen eines Tests an. Es geht um die EM-Qualifikation. "Das", sagt Chef-Bundestrainer Detlef Poste, "ist super wichtig." In einem Turnier mit vier Mannschaften im Modus Jeder-gegen-Jeden löst nur der Sieger das Ticket für die Mannschaftseuropameisterschaft 2019 in Dänemark.

Alles andere als eine gelungene Qualifikation wäre für Deutschland eine herbe Enttäuschung, EM-Medaillen sind das eigentliche Ziel. "Wir machen uns selbst den Druck", sagt Poste. Wie in so vielen Länderspielen ist Deutschland auch gegen Slowenien, Österreich und Schweden der Favorit. "Meine Spieler sind das gewohnt, erst ab einem Halbfinale und vor allem gegen die Badminton-Super-Nation Dänemark sind wir nicht mehr Favorit."

Ein Selbstläufer wird das Qualifikationsturnier in Erlangen dennoch nicht, insbesondere die Partie gegen Schweden schätzt der Chef-Bundestrainer als schwierig ein. Poste will deshalb auch "alle Top-Leute" mitnehmen und einsetzen. Den Kader bekannt geben wird er erst nächste Woche. Isabel Herttrich aus Hersbruck ist aber "sicher am Start". Die 26-Jährige war vor zwei Jahren schon beim Länderspiel in der Emmy-Noether-Halle dabei, angefeuert von einem großen Fanclub aus ihrer Heimat im Nürnberger Land. Mittlerweile gehört sie zu den Leistungsträgern, bei der EM im April gewann sie im Mixed mit Mark Lamsfuß Bronze.

Damit sie im neuen Jahr wieder die Chance dazu hat, muss sich das deutsche Team in Erlangen für die EM qualifizieren. Erstmals überhaupt in dieser Turnierform. Der Grund: Der Modus der Mannschaftseuropameisterschaften hat sich verändert, künftig nehmen nur noch acht statt zwölf Teams teil. Nur der Titelverteidiger und der Gastgeber sind gesetzt.

Ausrichter des Erlanger Turniers sind, wie schon bei den vergangenen drei Test-Länderspielen in der Emmy-Noether-Halle, der ATSV Erlangen und Heinz Bußmann von Advantage Event Projekte. Sechs Spiele wird es an drei Tagen geben. Eine Partie besteht aus einem Herren- und einem Dameneinzel, dem Herren- sowie Damendoppel und Mixed. Mehr als 1500 Zuschauer pro Tag erwarten die Veranstalter. "Ich hoffe, die Zuschauer unterstützen uns", sagt Detlef Poste. Beim Freundschaftsspiel vor zwei Jahren jedenfalls hat die Halle gebebt. Ob Jogi Löw dann irgendwo auf der Tribüne auftaucht, ist allerdings noch ungewiss.

Spielplan:

Freitag, 7. Dezember, 18 Uhr: Deutschland – Slowenien, Österreich – Schweden.

Samstag, 8. Dezember, 18 Uhr: Deutschland – Österreich, Schweden – Slowenien.

Sonntag, 9. Dezember, 10 Uhr: Slowenien – Österreich, 15 Uhr: Deutschland – Schweden.

Tickets unter www.ADticket.de

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