Das Semesterticket ist beschlossene Sache

22.1.2015, 14:15 Uhr
Pure Freude: Die Initiative pro Semesterticket feiert das Abstimmungsergebnis.

Pure Freude: Die Initiative pro Semesterticket feiert das Abstimmungsergebnis. © Christina Merkel

Die Würfel sind gefallen. Die Studenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Hochschule Nürnberg bekommen schon bald ein Semesterticket. Zehn Tage lang haben sie im Internet fleißig abgestimmt. Auf einer Pressekonferenz verkündeten die Verantwortlichen  am Dienstag das amtliche Ergebnis: An beiden Hochschulen hat sich die Mehrheit für die Einführung des Tickets ausgesprochen. Allerdings denkbar knapp: An der TH stimmten 58,2 Prozent dafür, an der FAU lediglich 50,7 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag an beiden Hochschulen deutlich über dem erforderlichen Quorum von einem Drittel. An der TH nahmen 55,64 Prozent ihr Stimmrecht wahr, an der FAU sogar 61,3 Prozent. Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität, sagte: "Das ist ein großer Erfolg. Natürlich hätten wir uns eine größere Zustimmung erhofft. Doch es ist letztlich nicht überraschend, dass das Ergebnis knapp ist – es hat sich ja bereits im Vorfeld abgezeichnet, dass das Ticket kontrovers und mit viel Emotion diskutiert wurde."

Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik ist sich sicher: "Das Semesterticket fördert das Zusammenwachsen unserer Wissenschaftsregion und fördert umweltfreundliche Mobilität.“

Auch die Gegner des Semestertickets meldeten sich zu Wort. Sebastian Nemetz von der Libertären Liste Erlangen-Nürnberg (LILIEN) äußerte sich wiefolgt: "Auch wenn nun die Befürworter minimal vorne lagen: Eigentlich ist ein (fast) 50:50 ein Armutszeugnis für das Semesterticket. Jeder Zweite lehnt es an der FAU ab. Dafür kann man sich nicht feiern lassen."

Das Video in Kooperation mit Frankenfernsehen.tv:

 

Somit muss jeder Student 65 Euro pro Semester zahlen. Dafür kann das Ticket des VGN im gesamten Verbundraum (Tarifstufe 10 plus) am Wochenende und an Feiertagen rund um die Uhr sowie an Werktagen von 19 Uhr bis 6 Uhr genutzt werden. Das Ticket ist für volle sechs Monate gültig, also auch in der vorlesungsfreien Zeit. Wer das Semesterticket auch an Werktagen rund um die Uhr nutzen möchte, kann freiwillig das Zusatzticket für 193 Euro erwerben. Das Ticket würde auch für den gesamten Verbundraum gelten und ist für volle sechs Monate gültig.

Die aktuellen Modellrechnungen gehen - nach einer Stellungnahme der Nürnberger SPD - davon aus, dass sich rund 37,7 Prozent der etwa 53.000 Studierenden in Nürnberg, Fürth und Erlangen das Zusatzticket sichern. Wenn in den ersten beiden Semestern deutlich mehr als 37,7 Prozent der Studierenden ein Zusatzticket kaufen, kann der Preis dafür in den Folgesemestern sogar sinken.

In unserem nicht repräsentativen Online-Voting, das wir am Montag ausgewertet haben, hatte sich eine ähnliche Tendenz ergeben. Mehr als die Hälfte unserer User hatte sich (52 Prozent) für das Ticket ausgesprochen. 31 Prozent hatten das Angebot abgelehnt, der Rest hatte keine Meinung dazu.

Dieser Artikel wurde mehrmals aktualisiert.

19 Kommentare