Ausländer- und Integrationsbeirat

"Deutsch-Förderklasse darf in Erlangen nicht am Platzmangel scheitern"

Eva Kettler

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13.10.2021, 12:30 Uhr
Mit einem Appell an den Erlanger Stadtrat setzt sich der Ausländer- und Integrationsbeirat für Kinder mit Deutsch-Förderbedarf ein.

Mit einem Appell an den Erlanger Stadtrat setzt sich der Ausländer- und Integrationsbeirat für Kinder mit Deutsch-Förderbedarf ein. © Harald Sippel, NN

"Die größten Verlierer der Pandemie", so stellt der Ausländer- und Integrationsbeirat (AIB) der Stadt Erlangen fest, "sind die Kinder, deren Zukunftsperspektive von der ersten Klasse an beeinträchtigt ist". Auch für den weiteren Lernerfolg sei es wichtig, dass Kinder aufgrund sprachlicher Hürden nicht von Anfang an frustriert sind. Doch ausgerechnet bei der Sprachförderung hat der AIB nun Defizite ausgemacht.

Im laufenden Schuljahr soll es in Erlangen keine Deutschklasse an Grundschulen geben. Der Grund: Platzmangel. Der AIB begrüßt zwar die Bemühungen, den Bedarf mit Stundenpotenzial aus einem anderen Bereich auszugleichen, stellt sich aber die Frage, weshalb nicht wie in Vorjahren der Ausweg über behelfsmäßige Klassenzimmer-Container gesucht wird.

"Akuter Bedarf"

Nun appelliert der AIB an den Stadtrat, so schnell wie möglich eine Übergangslösung bis zum nächsten Schuljahr zu finden. Aufgrund der Corona-Pandemie gebe es akuten Bedarf bei Deutschförderangeboten, so der AIB. Viele Kinder hätten nicht regelmäßig den Kindergarten oder andere Sprachförderangebote besuchen können. Andere wiederum hätten für einen längeren Zeitraum aufgrund der Grenzschließungen nicht wieder nach Deutschland einreisen können und würden nun einen signifikanten Förderbedarf in der deutschen Sprache aufweisen.

Der AIB weist auch darauf hin, dass im deutschen Schulsystem die Weichen bereits vor der Einschulung gestellt werden. "Die Chancengleichheit bleibt auf der Strecke", befürchtet der AIB. "Wo bleibt hier die soziale Verantwortung unserer Gesellschaft?" Der Beirat wiederholt daher auch seine Bitte an die Politik und Verwaltung, die entstehenden Lücken im Bereich der Deutschförderung mit geeigneten kommunalen Programmen zu überbrücken, bis staatliche Programme wieder in vollem Umfang aufgenommen werden.

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