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Die Bahnüberführung ist ein wahrer Hindernislauf

Kritik der Bürger am Provisorium, das über ein Jahr bleibt — Auch die Straßenausbaubeiträge stoßen bei Anwohnern auf Widerspruch - 03.06.2016 19:06 Uhr

Wer in Richtung Bamberg fahren will, wählt besser nur leichtes Gepäck: Hindernislauf in Bubenreuth. © Foto: Heinz Reiß


Das Mammutbauwerk der Bahn kam zur Sprache, weil es ohne jegliche Vorwarnung errichtet wurde. Um auf den Bahnsteig 2 zu gelangen, wo das Züglein aus Richtung Erlangen kommend hält oder in Richtung Baiersdorf weiterfährt muss man seit einigen Tagen eine Behelfsbrücke mit über 100 sehr steilen Treppenstufen überwinden. Hier wurde die Frage gestellt: „Was macht eine Frau mit Kinderwagen, ein Mann mit Rollator oder ein Rollstuhlfahrer?“

Bis August 2017

Der Seniorenbeauftragte der Gemeinde Manfred Winkelmann berichtete, dass viele Bürger ihren Unmut darüber bei ihm ausgelassen haben. Auch die Verwaltung hat mit der Bahn korrespondiert und der Bürgermeister konnte nur antworten: „Diese Brücke ist bis August 2017 notwendig.“ Zu Beginn hatte Bürgermeister Stumpf nochmals die Entstehung der Arbeitsgruppen Energiesparen, Energieerzeugung und Ortsentwicklung und ging im Detail darauf ein, was sich im Lauf der Zeit daraus entwickelt hat. Stumpf wies darauf hin, dass Bubenreuth 4.0 ein integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept ist. „Wir schreiben uns, so der Bürgermeister, die Bürgerbeteiligung auf die Fahne.“

Ein paar Themen aus dem umfangreichen Ortsentwicklungskonzept hob Stumpf hervor. Der optische Erhalt des landwirtschaftlichen Anwesens in der Hauptstraße 7 ist dem Gemeinderat wichtig. Das Sandsteingebäude steht unter Denkmalschutz, es liegt ein Kaufangebot eines Investors vor. Bei den Sportanlagen wird ein möglicher Flächenerwerb am Steinbuckel durch Grundstücksgutachter erarbeitet. Die Verlagerung der Tennisanlage könnte ein erster Schritt für die Entwicklung der Sportflächen sein.

Friedrich Meyer von der Planungsgruppe Ortsentwicklung ging im Detail auf das Städtebauliche Entwicklungskonzept ein. Schwerpunkte für die nächsten zehn bis 15 Jahre sind u. a. eine gleichwertige Entwicklung der Ortsteile, die Gewerbeentwicklung Hoffeld, der Neubau eines Altenheimes, eine Rahmenplanung für die Posteläcker und die Sportinfrastruktur. Weiter geht es, so Meyer, mit einem 2. Workshop, der Einarbeitung der Anregungen bis hin zum Billigungsbeschluss im Gemeinderat.

Zum Thema Straßenausbaubeitrag schickt der Bürgermeister gleich voraus, dass die Vollzugsbekanntmachung und die Mustersatzung für die zu erwartende Änderung noch nicht vorliege, sie wird Ende Juni erwartet. Nachdem die betroffenen Straßen abgerechnet sind, sind diese zum gültigen Recht auch abzurechnen. „Diese Satzung“, so ein Bürger der Rathsberger Steige, „bringt volkswirtschaftlich keinen Gewinn. Hier werden die Behörden beschäftigt, die Gerichte bemüht und Änderungen durchgeführt“. Diese Satzung ist für ihn ungerecht. Er forderte die Verwaltung auf, sich bei anderen Bundesländern zu informieren. Es sei für ihn auch zu klären, wenn es eine andere Regelung geben wird, wie man mit den Bürgern verfährt die schon zur Kasse gebeten wurden? Ein Anlieger der Damaschkestraße stellte die Frage: „Warum gibt es Straßenausbaubeiträge in der EU nur in Deutschland? Alle anderen EU-Staaten stehen finanziell angeblich schlechter da, können es sich aber leisten die Sanierung der öffentlichen Straßen über die Steuern zu finanzieren. Er fuhr gleich fort: „Warum konnte Berlin die Straßenausbaubeiträge 2012 abschaffen? Bereits bezahlte Beiträge rückerstatten und er stellte fest, dass in Bayern ein Viertel der Kommunen keine Straßenausbaubeiträge erheben.

Straßen geschädigt

„Seit zwei Jahren, so fuhr der Anlieger fort, haben wir den Schwerlastverkehr wegen der Baumaßnahmen der Bahn. Dadurch werden die betroffenen Straßen erheblich vorgeschädigt, d.h. ihre Lebensdauer ist schon deutlich reduziert, aber bezahlen müssen für die Sanierung die Anlieger“.

Ein weiterer Anlieger der Damaschkestraße forderte Einsicht in die Maßnahmen, da für ihn Arbeiten mehrmals ausgeführt wurde. Eine Anwohnerin der Waldstraße findet die Satzung ungerecht und fordert, die Kosten auf alle Bürger umzulegen. Die Zusammenfassung der Rathsberger Steige mit der Waldstraße ist für sie eine Mogelpackung, da hätte man die Hirtenstraße auch dazu zählen können.

Zum Thema Hoffeld wurde die Frage an den Bürgermeister gestellt: „Warum wurden die Eigentümer zu dieser Planung nicht gefragt?“ Auch der Parkplatz ist für ihn zu groß geplant, da kein Bubenreuther mit dem Auto zum Bahnhof fährt, eine größere Stellfläche für Radfahrer wäre sinnvoller. 

HEINZ REISS

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