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Die Biergärten in Erlangen und Umgebung öffnen

Betreiber fiebern - trotz strenger Auflagen - dem 18. Mai entgegen - 17.05.2020 11:00 Uhr

Vinzens Schiller, Chef des Erlanger Entlas Kellers, ist seit Tagen mit dem Zollstock unterwegs, um den Abstand zwischen den Tischen zu kontrollieren. © Günter Distler


"Montags haben wir eigentlich nur an Feiertagen geöffnet. Aber dieser Montag ist zumindest für uns ein Feiertag." Vincenz Schiller, Chef des Entlas Kellers auf dem Gelände der Bergkirchweih, musste wie alle seiner Kollegen in der Gastronomie wochenlang voller Sorgen in die Zukunft blicken. Wie wird der eigene Betrieb die Auswirkungen der Corona-Krise überstehen? Wann endet der Shut-Down? Zumindest die Biergärten können nun wieder ab 18. Mai loslegen. Selbstverständlich mit Hygiene-Konzepten, die nun in den vergangenen Tagen ausgearbeitet wurden.

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Am Entlas Keller gibt es dann unter anderem ein "Einbahnstraßensystem" am Ausschank und an der Essenstheke. Auch die Tischgarnituren wurden neu verteilt, um die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten. Bei den fest montierten Tischen, werden Aufkleber für Distanz zum Banknachbarn sorgen. "1,50 Meter sind Momentan das Maß aller Dinge", sagt Schiller und klappt den Zollstock in seinen Händen zusammen.

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Eine Besonderheit gibt es am Entlas-Keller: Es wird einen Einlassbereich geben, in dem QR-Codes aushängen. Dort können die Gäste dann per Handy "einchecken", um — wie vorgeschrieben — die Kontaktdaten zu hinterlegen. "Die meisten haben ein Handy. Wer keins dabei hat, kann Name und Telefonnummer auch am Eingang hinterlegen", erklärt Schiller. Am Einlass wird den Gästen ein Tisch zugewiesen. "Wir müssen ja wissen, wer wo saß."

Sami Alijaj bereitet seinen Biergarten in Obermembach für die Öffnung vor. © Foto: Klaus-Dieter Schreiter


"Wir machen den Wahnsinn jetzt mal mit", sagt Hubert Nägel, der Chef vom Atzelsberger Biergarten. Wie dieser "Wahnsinn" aber funktionieren soll, weiß er noch nicht. Wut und Enttäuschung verspürt er über die Vorschriften. Die, die bislang bekannt sind, hält er für "völlig überzogen", und sagt: "Es müssten sich alle verbünden und gar nicht auf machen".

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Er mache ohnehin nur mit, weil viele Gäste sich das wünschen. Wirtschaftlich könne er den Biergarten voraussichtlich nicht betreiben. Denn den Personalstamm muss er wohl aufstocken, beispielsweise um Tische und Stühle nach jedem Gästewechsel zu desinfizieren, um die Gäste in den Biergarten zu ihren Plätzen zu führen, um Gästelisten zu führen, um sich intensiv um die Toiletten zu kümmern. Dabei rechnet er mit deutlich weniger Gästen. 300 würden normalerweise in den Biergarten passen, rund 120 werden es wohl sein, weil die Abstandsregeln eingehalten werden müssen. Damit auch alles passt hat Betriebsleiter Marco Meinhart schon mal alle Tische und Stühle aufstellen lassen und die Abstände genau kontrolliert. Hubert Nägel befürchtet, dass er oder sein Personal aus Unkenntnis Fehler machen und dann eine saftige Strafe kassieren könnten. "Wie", fragt er, "soll ich denn kontrollieren, ob die vier Personen, die an einem Tisch sitzen, auch wirklich so zusammen sitzen dürfen?"

 

Probesitzen am Sonntag

 

"Ja klar, machen wir auf", sagt der Wirt vom Biergarten in Obermembach, Sami Alijaj. Seine Stammgäste, und allen voran die Karten-Spieler, warten schon lange darauf, dass es endlich wieder losgeht. Auch die Fahrradfahrer und die Wanderer, die gerne im "Waldkrankenhaus" einkehren würden, hätten die Biergartenatmosphäre vermisst, berichtet der Wirt. Sie mussten sich die ganzen letzten Wochen mit "To-go"-Kost begnügen, mit dem sich Sami Alijaj über Wasser gehalten hat. Normalerweise, sagt er, hätten 200 Gäste bei ihm Platz. Wie viele es mit den geltenden Abstandsregeln sein können, dass wird sich erst am Sonntag heraus stellen. Dann nämlich soll ein "Probesitzen", allerdings ohne Gäste, stattfinden. Da in dem Biergarten ohnehin Selbstbedienung ist, ist die Geschichte mit dem Mundschutz für Bedienungen nicht relevant. "Das ist unser Glück", frohlockt der Wirt. Hinterm Tresen aber, sagt er, werde selbstredend mit Mundschutz gearbeitet.

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Zudem will er wie immer jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat Schlachtschüssel, donnerstags Knöchle und Ripple, und ansonsten fränkischen Schmankerl anbieten. Nun hofft Sami Alijaj, dass zur Wiedereröffnung am Montag um elf Uhr nicht nur seine Stammgäste vor der Tür stehen.

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Jenniffer Sußner war bis vor kurzem unsicher, ob ihre Familie den Felsenkeller Kalchreuth abseits der Straße nach Neunhof am Montag öffnen kann. "Wir warten noch auf Antworten vom Amt, das uns noch mitteilen muss, wie die Bedingungen sind", sagt sie noch Mitte der Woche. Mit dem Amt hatten die Sußners inzwischen Kontakt, und danach war klar: Öffnen am Montag geht nicht. "Wir müssen erst noch eine Ortsbegehung mit dem Amt machen", sag Günther Sußner. Alles sei "eine äußerst schwierige Angelegenheit". Die Vorgaben, die bislang bekannt sind, seien auf einem Keller wie in Kalchreuth nicht so ohne weiteres umsetzbar. Eventuell gebe es aber Ausnahmen für Bierkeller. Problematisch sei unter anderem, dass man vom Ausschank aus nicht den ganzen Keller überblicken könne. Und dann habe man drei oder gar vier Zugänge zum Gelände, die man überwachen müsste. Das alles sei aufwändig. Zwar nicht am Montag, aber am Dienstag, wolle man dafür den Biergarten der Gaststätte an der Erlanger Straße öffnen. Dort könne man die schwierigen Vorgaben auf jeden Fall einhalten.

kds/smö

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