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"Die Hallen-Situation in Erlangen ist brutal"

Sitzung des Sportverbands: Vereins-Vertreter argumentieren für große Halle - 22.10.2016 06:00 Uhr

20.10.2016


„Fünf vor zwölf“. Matthias Thurek weiß, die Zeit drängt. Das machte der Vorsitzende des Sportverbands den Vereins-Vertretern bei der Herbstversammlung eindringlich klar. Das geplante Bürger-, Begegnungs- und Gesundheitszentrum (BBGZ) findet keine politische Mehrheit. „Aber wir brauchen Hallenkapazitäten.“

Drei Varianten hat die Stadtverwaltung für die Hartmannstraße vorgestellt. Eine Dreifach-, eine Vierfachhalle oder ein BBGZ in abgespeckter Form. Im Stadtrat soll nächste Woche eine Entscheidung fallen. „Die kleine Lösung deckt den Bedarf nicht“, sagte Thurek. „Eine Dreifach-Turnhalle ist auf dem Grundstück auch zu wenig.“

Dieser Meinung waren auch die anwesenden Vereins-Vertreter, darunter Daniel Stumpf, der Geschäftsführer des HC Erlangen e. V., der betonte, nur für diesen und nicht für das Bundesliga-Team zu sprechen. Ihm bereiten die fehlenden Hallen-Kapazitäten für den Nachwuchs Sorgen.

„Es ist brutal. In den vergangenen vier Wochen sind uns vier Hallen weggebrochen. Wir müssen Trainingseinheiten für Acht- bis Zehnjährige absagen.“ Stumpf appellierte an die Stadträte, über vernünftige Lösungen nachzudenken, „dabei den Bundesliga-Handball beiseite schieben, aber den Leistungsstützpunkt im Blick haben. Wir wollen die Jugend fördern.“

Das gilt auch für die Sanierung der Halle des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG). Dort wird statt einer Dreifach-Halle wohl eine einzelne Einheit dran gesetzt. „Perspektivisch machen nur eine Dreifach-Halle und an der Hartmannstraße eine Halle, so groß wie möglich, Sinn“, sagte Stumpf. „Wir brauchen Flächen.“

"Nicht den Status Quo halten"

Peter Scholten, der Vorsitzende der Spielvereinigung Erlangen, forderte: „Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die perspektivisch sind und nicht den Status Quo halten.“ Schon jetzt mangelt es an Hallen-Kapazitäten, die Handballer des TV 1861 Bruck trainieren zum Teil in Möhrendorf, die Tischtennis- und Volleyball-Abteilungen des TV 1848 Erlangen brauchen richtige Spielstätten. Um nur einige, wenige Beispiele zu nennen. Auch die Schulen müssen Sportunterricht ausfallen lassen, weil es keine Räume gibt.

Einige Stadträte hörten bei der Versammlung gespannt zu. Birgitt Aßmus (CSU) sprach von drei falschen Entscheidungen für den Sport: „Die MTG-Halle, ASG und BBGZ.“ Sport-Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens sagte: „Das BBGZ ist für mich gestorben. Aber wir gucken, ob eine Vierfach-Halle machbar ist.“

Das ist auch das Ziel des Sportverbands. „Es darf auf keinen Fall eine Dreifach-Halle an der Hartmannstraße beschlossen werden“, sagte Thurek. Stattdessen müsste die Stadt auch Planungskosten für die größere Version einplanen. Dann wissen zumindest alle, was wie viel kostet.

 

KATHARINA TONTSCH

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