Die Zukunft beim TV 1848 Erlangen beginnt

Alles neu beim Turnverein: Bei der ersten Delegiertenversammlung überhaupt wählten die Abteilungs-Vertreter den neuen Aufsichtsrat.

Alles neu beim Turnverein: Bei der ersten Delegiertenversammlung überhaupt wählten die Abteilungs-Vertreter den neuen Aufsichtsrat. © Foto: Katharina Tontsch

Nach diesem Abend ist es vollbracht. Der Erlanger Turnverein hat seine neue Satzung erstmals zum Leben erweckt und sich komplett neu aufgestellt. Bei einer außerordentlichen Delegiertenversammlung traten erstmals die Vertreter der Abteilungen in der Jahnhalle zusammen – anstelle einer Mitgliederversammlung, wie es früher war und in allen anderen Vereinen noch ist.

Fortan aber wählen beim TVE nicht mehr die Mitglieder ihre Vereinsführung, sondern sie bestimmen Delegierte, die wiederum einen Aufsichtsrat wählen. Am Donnerstagabend hat diese Zukunft offiziell begonnen. Und Wolfgang Beck, der ehemalige Präsident, der diese Reform entscheidend auf den Weg gebracht hatte, war überglücklich. "Wir haben es endlich geschafft", rief er den 100 Delegierten im Saal zu. Dabei brach seine Stimme vor Freude.

Denn die Reform hatte etwas bewirkt, dass auf den ersten Blick zu sehen war: Es waren mehr Frauen als zuvor zur Versammlung gekommen. Und der Altersdurchschnitt schien ebenfalls deutlich gesunken zu sein. 33 Prozent der Delegierten sind weiblich, bei ordentlichen Mitgliederversammlungen zuvor lag der Anteil bei 17 Prozent. Auch im neu gewählten Aufsichtsrat sind zwei Frauen vertreten.

Die Delegierten wählten Ruth Wangemann und Anette Christian in das neue Gremium, dem nun ebenfalls Reinhold Preißler, Matthias Exner, Reiner Lennemann und Eberhard Lambert angehören. Mit großer Mehrheit bestimmten die Vertreter der Abteilungen zudem Wolfgang Beck zum Aufsichtsratsvorsitzenden.

Alle genannten Erlanger sind TV-Mitglieder, bislang aber in unterschiedlicher oder sogar ohne Funktion im Verein. "Ziel ist es, externe Qualifikation in den Verein zu holen", sagt Beck. Das gilt zum Beispiel für den ESTW–Vorstandsvorsitzenden Exner oder für den Leiter des städtischen Umweltamtes, Lennemann. Sie sollen den Turnverein mit ihrem Wissen helfen und voranbringen.

"Wir haben den TV vom Kopf auf die Füße gestellt", sagt Beck. "Es ist das Ende einer 45-jährigen Ära des Ehrenamts." Der neuen Satzung entsprechend bestellte der Aufsichtsrat noch Abend nach der Delegiertenversammlung einen neuen Vorstand: Hauptamtlich sind der Vorsitzende Jörg Bergner und sein Stellvertreter Ralph Schmid eingesetzt, der zweite Stellvertreter Johannes Baßfeld arbeitet ehrenamtlich. Die Zukunft hat also begonnen.

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