Diese Fällungen sind in Erlangen erlaubt

12.2.2020, 17:30 Uhr
Auf dem Areal zwischen Bissingerstraße, Hans-Geiger-Straße und Stintzigstraße wird derzeit tabula rasa gemacht. Nicht nur drei Wohnblocks und die Garagen fallen, auch zahlreiche Bäume wurden gefällt.

Auf dem Areal zwischen Bissingerstraße, Hans-Geiger-Straße und Stintzigstraße wird derzeit tabula rasa gemacht. Nicht nur drei Wohnblocks und die Garagen fallen, auch zahlreiche Bäume wurden gefällt. © Klaus-Dieter Schreiter

"Die Fläche gleicht einem Trümmerfeld" oder "Die Dawonia fällt gerade wieder kräftig alten wertvollen Baumbestand und reißt alte Gebäude in der Hans-Geiger-Straße ab. Gleichzeitig wurden in dem bereits fast fertig gestellten Gebiet, die so gelobten Versickerungsflächen mit Hasendraht eingezäunt — kein besonders schöner Anblick", ist zum Beispiel zurzeit zu hören. 

"Natürlich tut es uns leid", sagt Dawonia-Sprecherin Maren Holtermann, "dass der alte Baumbestand weichen muss". Die Fällungen seien mit der Stadt abgestimmt, und eine entsprechende Anzahl an Bäumen werde auch nachgepflanzt. Im großen Ganzen sollen 600 neue Bäume in der Rathenau stehen. Im Mai 2018 wurde der erste neue Baum, ein Spitzahorn, gepflanzt. Ziel der Dawonia: Der "parkähnliche Charakter der Wohnanlage soll erhalten bleiben."

Bis zum Jahr 2023 will die Dawonia zwischen der Stintzing-, Nürnberger- und Paul-Gossen-Straße rund 650 neue Wohnungen bauen (die EN berichteten mehrfach), 25 Prozent davon sind "einkommensorientiert geförderte Wohnungen", kurz: EOF-Wohnungen. Außerdem werden die Bestandswohnungen, die weitgehend aus den 60er Jahren stammen, energetisch saniert. Maren Holtermann: "Bei den Vorhaben achten wir natürlich darauf, niemanden zu gefährden". So sei der Drahtzaun um die Versickerungsfläche zum Schutz für Kleinkinder angebracht worden. "Damit kein Kind hineinfällt und ertrinkt."

Mit den Umbauten hatte die Dawonia, damals noch als GBW, im Jahr 2017 angefangen. Seither werden die Bauarbeiten in der Rathenau mit Argusaugen beobachtet. Bereits kurz nach Beginn der Neubauten gab es Kritik an der Zahl der gefällten Bäume. Es seien mehr Bäume gefällt worden, als nachgepflanzt werden, hieß es.

Dawonia legte von Anfang an Wert darauf, ein "ansprechendes Frei- und Grünflächenkonzept" zu entwickeln. Im März wird ein "Naturerlebnispark" im Jaminpark, benannt nach dem Erlanger Kinderarzt Prof. Friedrich Wilhelm Jamin (1872 — 1951), eingeweiht, der dieses Konzept unterstreicht. Einer von künftig vier Spielplätzen ist bereits eingeweiht worden. Vor den Neubauten gab es nur einen Spielplatz.

Im Dezember 2019 wurden zwei 25 bis 30 Jahre alte Rosskastanien mit einer speziellen Baumaschine umgepflanzt, weil in der Isarstraße 210 neue Wohnungen gebaut werden sollen. Dieser Nachverdichtung standen die Bäume im Wege. Um eine Schwarznuss und einen Silber-Ahorn zu erhalten, wurden sogar die Wände der Tiefgarage versetzt. Insgesamt konnten 177 geschützte Bäume stehen bleiben.

Vor drei Jahren hatte es bei der Eröffnung eines Biotop-Informationslehrpfads wütende Proteste gegen die Fällung von 39 Bäumen gegeben. Mit Trillerpfeifen hatten etwa 50 Anwohner gegen die Beseitigung der teils "gesunden" Bäume protestiert.

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