Drachen und Konfuzius

8.7.2011, 00:00 Uhr
Greift in seinen Werken auf verschiedene Spielarten der Bildenden Kunst zurück: Der chinesische Künstler Chen Guangwu in seiner Ausstellung.

Greift in seinen Werken auf verschiedene Spielarten der Bildenden Kunst zurück: Der chinesische Künstler Chen Guangwu in seiner Ausstellung. © Bernd Böhner

Wörter, Texte und die Schrift stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Das große Lernen“ des chinesischen Künstlers Chen Guangwu, die im Rahmen des fünfjährigen Jubiläums des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen im „Himbeerpalast“ der Siemens AG zu sehen ist.

Eigene Annäherungen

Der Konzept-Künstler setzt sich in seinen Werken in ganz eigenen Annäherungen mit der chinesischen „Klassik“ — so auch mit dem traditionellen konfuzianischen Text „Das Große Lernen“ — und ihrer Bedeutung für die Gegenwart im Reich der Mitte auseinander.

Dabei greift er auf verschiedene Spielarten der Bildenden Kunst zurück. Im Mittelpunkt stehen chinesische Schriftzeichen — was natürlich den Zugang zum Werk für alle erschwert, die dieser Sprache nicht mächtig sind.

Keine Lesbarkeit

So lässt er etwa die aus einer Bronze-Platte geschnittene Skulptur „Flying Dragon (Fliegender Drache)“ aus dem Wort für Drachen entstehen. Die Arbeit „Das große Lernen“ ist ein Scherenschnitt, der Worte aus dem Konfuzius-Werk übereinanderschichtet. Die Texte verlieren ihre Lesbarkeit, sind auf Dechiffrierung und Deutung angewiesen.

Doch das Verdichten, Verfremden und Überlagern der Schrift führt gerade bei den Gemälden und Tinten-Bildern auch zu ausgesprochen ansprechenden ästhetischen Ergebnissen, die ohne große Erklärungen auskommen.