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"Du kannst das!": Das Selbstbewusstein stärken

Im Sommerferiencamp der Erlanger Bürgerstiftung werden aber auch die Sprachkenntnisse von Kindern gefördert - 09.08.2017 11:00 Uhr

Sommerferiencamp des Kinderfonds der Bürgerstiftung: Kinder machen einen Erste-Hilfe-Kurs unter der Anleitung von Michelle Janisch.

08.08.2017 © Harald Sippel


Etwa zehn Kinder sitzen in einem Stuhlkreis in einem der Räume der Eichendorffschule, die einen tragen einen Kopfverband und Pflaster auf der Nase, die andern haben verbundene Finger und Arme. Es ist die Gruppe mit dem Namen "Spinnen", bei denen gerade ein Erste-Hilfe-Kurs auf dem Programm steht. Im Rahmen des Kurses lernen sie unter anderem korrektes Verbinden von Wunden. Die Kinder lauschen aufmerksam Michelle vom Roten Kreuz, die erklärt, wie eine Reanimation funktioniert. "Ihr müsst sehr fest drücken", lautet die Anweisung. Der Reihe nach dürfen die Schüler an einer Puppe eine Wiederbelebung üben.

Als Michelle ihnen erklärt, dass durch den hohen Druck auf den Brustkorb fast immer Rippen gebrochen werden, erntet sie erschrockene Blicke. Aber es werden auch viele neugierige Fragen gestellt. "Ich weiß schon viele Sachen aus einer Arztsendung, die ich manchmal schaue", erklärt stolz die zehnjährige Paulina.

Sie und viele andere Kinder haben schon in den vergangenen Jahren am Sommercamp teilgenommen. Die "Spinnen" sind eine der vier Gruppen, die es im diesjährigen Sommercamp der Bürgerstiftung Erlangen gibt. Und es scheint richtig viel Spaß zu machen. Vor allem die Campspiele seien lustig. "Das Sommercamp ist cool, wir haben schon viel gelernt", berichtet Leo, der mit zwölf Jahren schon zu den Älteren gehört.

Auf dem Programm stehen für die Gruppen "Spinnen", "Bienen", "Ameisen" und "Schmetterlinge" unter anderem eine Führung durch die Stadtbücherei, der Besuch eines Bauernhofes und einer Umweltstation, an der die Schüler etwas über die Funktion von Bienen erfahren sollen.

Betreut werden die Kinder bei allen Aktivitäten von acht studentischen Hilfskräften. Ohne deren ehrenamtliche Mitarbeit wäre das Projekt undenkbar, betont die Leiterin des Camps, Katja Roßmeißl. Neben der Förderung ihrer Deutschkenntnisse durch Tagebucheinträge oder das Verfassen von Berichten bekommen die Kinder auch Wissen über Hygiene mit.

Ebenso wird auf gesundes Essen geachtet, das von jeweils einer der Gruppen mit maximal zwölf Kindern jeden Tag zubereitet wird. Heute steht Lasagne auf dem Speiseplan.

In diesem Jahr stehe die Stärkung der Persönlichkeit und des Selbstbewusstseins im Fokus des Programms, erklärt Ute Hirschfelder, Gründerin und Leiterin Sonderfonds "Kinderarmut" der Bürgerinitiative. Daher auch das Motto "Du kannst das!". Das Sommercamp findet bereits zum siebten Mal statt, diesmal mit 43 Kindern aus zwölf Nationen. Roßmeißl erläutert, dass neben Spiel und Spaß den Schülern vor allem bessere Zukunftschancen ermöglicht werden sollen. Das Bildungsprojekt wird durch den Sonderfond "Kinderarmut", aber auch zahlreiche Sponsoren unterstützt.

RICARDA WÜNSCH

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