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E-Scooter in Erlangen: Die Stadt sieht eine positive Tendenz

Planungsreferent Josef Weber bescheinigt vorsichtig einen Erfolg - 09.07.2020 05:42 Uhr

E-Scooter im Baum sind die absolute Ausnahme und sollten es auch bleiben. In Grünanlagen dürfen die Roller gar nicht abgestellt werden. Das ist vertraglich zwischen Stadt und Anbietern festgelegt.


Zwei E-Scooter im Baum? Von jemandem dorthin gehängt, der es besonders witzig gemeint hat? "Das ist ein krasser Einzelfall", sagt Maximilian Schmidt, Manager des Scooter-Anbieters "Tier" und zuständig für Nürnberg, Fürth und Erlangen. Eher passiere es eben, dass jemand einen Roller in den Fluss werfe. 

Da passiere es schon häufiger, dass Scooter falsch abgestellt werden, so Schmidt. Quer auf dem Gehsteig zum Beispiel. "Dann bekommen wir entweder von der Stadt Erlangen oder von unserem Kundenservice eine Rückmeldung", sagt Schmidt. Der Mitarbeiter, der herumfährt, um vor Ort die Akkus der Scooter auszutauschen, platziert den falsch abgestellten Roller dann um.

"Nicht nachvollziehbares Bürgerverhalten nehmen wir sehr wenig wahr", heißt es auch beim Anbieter "Voi".

300 E-Scooter stehen in Erlangen zur Verfügung

150 E-Scooter hat "Tier" seit Anfang März in Erlangen, ebenso viele sind von dem Anbieter "Voi" in der Hugenottenstadt unterwegs, ein dritter Anbieter hat bereits "angeklopft". Die Auslastung sei schon vor Corona sehr gut gewesen, sagt Maximilian Schmidt. Während der Ausgangsbeschränkungen habe es einen starken Einbruch gegeben, doch jetzt liege "das Level deutlich über Vorcorona-Zeiten, sowohl die Fahrten pro Scooter als auch in Summe". Beide Anbieter würden die Zahl der Scooter in Erlangen gern erhöhen.

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Unterwegs mit dem E-Scooter: Diese Regeln gelten auf den Tretrollern

Seit dem 15. Juni 2019 dürfen Elektro-Tretroller auf den deutschen Straßen flächendeckend fahren und werden unter anderem in München rege genutzt. Folgende Regeln gelten dabei laut Polizei München und dem Bundesverkehrsministerium für die Fahrer.


Und wann wird besonders viel gefahren? Unter der Woche sei dies insbesondere zwischen sieben und neun Uhr sowie zwischen 16 und 17 Uhr der Fall, so Schmidt. Er schließe daraus, dass die Roller gern von Pendlern genutzt werden. Viel gefahren wird auch am Wochenende, die meiste Nutzung ist am Sonntag, wobei hier besonders die Stunden nach Mitternacht von Samstag auf Sonntag zu Buche schlagen.

Grenze zur Straftat liegt bei 1,1 Promille 

Der Scooter also als Transportmittel für den Heimweg nach einem feuchtfröhlichen Treffen mit Freunden? Fest steht, dass Nutzer immer wieder auch zu viel Alkohol intus haben. Immer wieder mit Trunkenheitsdelikten von E-Scooter-Fahrern im Straßenverkehr ist demzufolge auch die Polizei konfrontiert. Da es sich um motorisierte Fahrzeuge handelt, wird ab 1,1 Promille schon die Grenze zur Straftat überschritten, während dies beim Fahrrad erst bei 1,6 Promille der Fall ist. Außer bei deutlichen Ausfallerscheinungen, dann können 0,3 Promille hier wie dort für einen Straftatbestand ausreichen.

Maximilian Schmidt weist darauf hin, dass die Zahlen bei den Trunkenheitsfahrten rückläufig seien. "Die Polizei hat viel Aufklärungsarbeit gemacht", sagt er. "Auch wir bemühen uns darum." Die Beobachtung der Polizei in Erlangen ist übrigens auch, dass die Roller gut angenommen werden. Und es wird "kein erhöhtes Beschwerdeaufkommen" registriert.

Solarstrom wäre noch schön

"Aufgrund der begrenzten Zahl der E-Scooter haben wir nicht die Probleme wie andere Städte, die das nicht festgelegt haben", sagt Planungs- und Baureferent Josef Weber. Er konstatiert beim Thema E-Scooter eine eher positive Tendenz, "bis auf das eine Manko, wie die Nutzer mit den Scootern umgehen". Das Thema Klimarelevanz sei in jedem Fall "besser gelöst, als wenn man den Leuten sagt, kommt mit dem Auto in die Stadt". Schön wäre es aus seiner Sicht jetzt noch, wenn die Roller mit Solarstrom betrieben würden.

EVA KETTLER

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