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Samstag, 20.07.2019

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Eckental: Bus fährt fast im Stundentakt bis Lauf

Deutliche Verbesserung bei der Buslinie nach Lauf seit heute - 09.12.2018 08:00 Uhr

Die Eckentaler Bürgermeisterin Ilse Dölle (2. v. li.) und die stellvertretende Landrätin Gabriele Klaußner aus Kalchreuth (3. v. re.) freuen sich mit ihren Mitstreitern über die Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs. © Andreas Sichelstiel


Der neue Fahrplan, der ab dem heutigen Sonntag, 9. Dezember, gilt, bringt für zahlreiche Dörfer an der Grenze der Landkreise Nürnberger Land und Erlangen-Höchstadt eine bessere Anbindung. Statt bisher nur etwa alle zwei Stunden fährt die Linie 344 künftig zwischen 5.39 und 19.15 Uhr werktags nahezu im Stundentakt. An Samstagen und Sonntagen wird sie obendrein durch ein dichtes Rufbus-Angebot ergänzt.

Die überarbeitete Linie, die von Schnaittach über Großbellhofen, Herpersdorf, Eckenhaid, Eschenau, Neunhof, Simonshofen und Lauf führt, ist auf den Anschluss an die Gräfenbergbahn und die S-Bahn in Lauf abgestimmt. Aber sie bindet daneben – wenn auch nicht bei jeder Fahrt – den Schnaittacher Bahnhof und damit die Schnaittachtalbahn an. Sie blieb bisher außen vor.

Vor allem Schüler profitieren

Die drei betroffenen Kommunen freuen sich über die Fahrplanänderung: "Wir sind ja schon seit Jahrzehnten eng verbunden", sagt die Eckentaler Bürgermeisterin Ilse Dölle (UBE). Sie selbst ging in Lauf zur Schule, musste also pendeln. Schüler werden auch heute einen großen Teil der Fahrgäste ausmachen: Vor allem die Berufs- und die Realschule in Lauf haben ihr Einzugsgebiet auch im Eckentaler Raum. In der Marktgemeinde Schnaittach werden darüber hinaus bisher eigenständig betriebene Schülerlinien in die neue Linie integriert. Ihr Vorteil: Sie fährt auch am Nachmittag regelmäßig, "bisher haben manche Eltern ihre Kinder nach dem Nachmittagsunterricht abholen müssen".

Auch ein "touristisches Dreieck" entstehe nun, meint der Schnaittacher Rathauschef Frank Pitterlein (CSU). Wanderer könnten bequem mit der Gräfenberg- oder der Schnaittachtalbahn anreisen, der Bus bringe sie dann weiter.

190 000 Kilometer Fahrstrecke

"Verbindungen schaffen, das ist ein kommunaler Auftrag", sagt Benedikt Bisping (Grüne), der Laufer Bürgermeister. Damit spielt er nicht nur auf die Buslinie, sondern auch auf den Radweg zwischen Eschenau und Lauf, dessen Bau so gut wie abgeschlossen ist. Politisch profitiert habe der Osten des Landkreises Erlangen-Höchstadt von den Diskussionen um die Stadt-Umland-Bahn in Richtung Herzogenaurach. "Da war klar, dass auch in Richtung Eckental investiert werden muss", sagt Bisping.

Gemeinsam mit der Buslinie 345 (Lauf-Günthersbühl-Beerbach) wurden Anfang des Jahres 190 000 Kilometer jährliche Fahrtstrecke neu vergeben. Davon liegen rund 12 000 Kilometer im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Den Zuschlag erhielt das Germersberger Omnibusunternehmen Kraus Reisen, das auch das Linienbündel 5 im Schnaittachtal betreibt. Der Auftrag läuft neun Jahre, finanziert wird der Busverkehr gemeinsam von den Landkreisen, der Stadt Lauf und der Marktgemeinde Schnaittach.

"Es handelte sich um eine europaweite Ausschreibung", sagt Markus Birle, stellvertretender Leiter des Sachgebiets ÖPNV im Landratsamt in Lauf, "aber gefordert war zum Beispiel ein Betriebshof in der Nähe". Das grenzte den Kreis der Bewerber ein.

Sechs neue Busse der Hersteller Mercedes und MAN sollen die zwei Linien bedienen – insgesamt eine Investition im siebenstelligen Bereich, trotz Förderung durch den Freistaat Bayern. Alle Fahrzeuge haben ein einheitlich grün-weißes Erscheinungsbild, angelehnt an das Logo des Landkreises Nürnberger Land. Sie sind barrierefrei und mit einer digitalen Fahrgastinformation ausgestattet. Zudem gibt es in ihnen BayernWLAN, also einen kostenlosen drahtlosen Internetzugang – ideal für den Zeitvertreib bei langen Fahrten über Land. Von Start- bis Endhaltestelle, also vom Schnaittacher Bahnhof bis zum Bahnhof links der Pegnitz in Lauf beziehungsweise umgekehrt, braucht der Bus immerhin knapp eine Stunde.  

ANDREAS SICHELSTIEL

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